Die Marktgemeinde Tamsweg hat auf die in den vergangenen zwei Jahren zunehmende Ausbreitung der schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nuttallii) im Prebersee reagiert und ein Maßnahmenpaket auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen angekündigt. Stadtbehörde und Experten sehen die Entwicklung vor allem im Zusammenhang mit günstigen Wachstumsbedingungen, namentlich höheren Wassertemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung.
Ausmaß, Ursachen und ökologische Risiken
Nach Angaben der Gemeinde haben sich im Prebersee dichte Unterwasserbestände der Wasserpest gebildet. Solche Bestände können heimische Wasserpflanzen verdrängen, Lebensräume für Tiere verändern und die ökologische Balance eines Gewässers beeinträchtigen. Die Marktgemeinde verweist auf eine seit 1984 laufende Probenahme durch ExpertInnen des Landes Salzburg, die nach Aussage der Gemeinde deutlich mache, dass sich eine "erhebliche Klimaveränderung" feststellen lasse.
„Der Prebersee ist eines unserer wertvollsten Naturjuwele. Deshalb handeln wir jetzt gemeinsam, vorausschauend und auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen. Unser Ziel ist klar: Die Ausbreitung der Wasserpest einzudämmen und den einzigartigen Charakter des Prebersees langfristig zu sichern.“ — Bürgermeister Wolfgang Pfeifenberger
Konkrete Maßnahmen
Laut Marktgemeinde wurden mehrere Schritte erarbeitet, die bereits umgesetzt werden oder demnächst starten. Ein Schwerpunkt liegt auf Beobachtung und schonender Intervention, um das Ökosystem möglichst wenig zu belasten. Die genannten Maßnahmen im Überblick:
- Aussetzen des Fischbesatzes im Prebersee, um Veränderungen im Nahrungsnetz und direkte Störungen des Bestandsgefüges zu vermeiden.
- Errichtung von vier Messstellen, die kontinuierlich Sauerstoffgehalt und Wassertemperatur im See überwachen sollen.
- Entnahme von Wasserpest-Pflanzen als Probelauf, um Effizienz und Auswirkungen mechanischer Eingriffe zu prüfen.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, pragmatisch und umweltschonend zu handeln. Konkrete weitere Schritte, etwa großflächige Entfernungsmethoden oder biotechnische Verfahren, wurden in der Mitteilung nicht genannt. Ebenso fehlen im vorliegenden Bericht detaillierte Zeitpläne oder finanzielle Angaben.
Folgen für Badegäste und Naherholung
In der Mitteilung der Marktgemeinde wird auch die Frage nach der Nutzung des Sees für Erholung und Baden angesprochen – ein Thema mit hoher lokaler Relevanz. Der veröffentlichte Text nennt jedoch kein ausdrückliches Badeverbot oder konkrete Einschränkungen. Stattdessen setzt die Gemeinde auf Überwachung der Wasserqualität und auf Verfahren, die den Naturraum schonen sollen. Für aktuelle Hinweise zu Badeverboten oder Warnhinweisen rät die Gemeinde, die offiziellen Bekanntmachungen von Tamsweg zu beachten.
Einordnung und Ausblick
Die Entscheidung, zunächst auf Messung, Beobachtung und einen vorsichtigen Probelauf zu setzen, entspricht gängigen Managementansätzen bei aquatischen Neophyten: Erstmals sollen Daten erhoben werden, um Folgemaßnahmen wissenschaftlich zu begründen und Nebenwirkungen zu minimieren. Langfristig bleibt die Frage, ob die Maßnahmen ausreichen, um dicht bewachsene Bestände nachhaltig zu reduzieren, offen. Eine weitergehende Strategie würde vermutlich interdisziplinäre Beratung sowie Abstimmung mit dem Land Salzburg voraussetzen — etwa zu Monitoring, möglichen Entnahmetechniken und zur öffentlichen Information.
Für Anrainer, Tourismusanbieter und Besucher ist entscheidend, dass die Gemeinde transparent über Messergebnisse und weitere Schritte informiert. Die laufenden Messdaten aus den neuen Messstellen sollen künftig eine bessere Grundlage für Entscheidungen bieten.