Die Stadt St. Gallen zieht aus der dritten Durchführung der Klimawoche eine positive Bilanz und reagiert auf die starke Nachfrage: Die Aktion wird 2027 erstmals auf zwei Wochen verlängert. Die nächste Ausgabe findet vom 11. bis 26. September 2027 statt, wie die Veranstalter nach der Ausgabe vom 12. bis 20. September 2026 mitteilten.
Starke Resonanz und thematische Breite
Im Jahr 2026 umfasste die Klimawoche mehr als 50 Veranstaltungen. Damit hat sich die Zahl der Anlässe gegenüber der ersten Durchführung verdreifacht. Das Programm reichte von Workshops über Führungen und Vorträge bis hin zu einem Klima-Filmfestival. Thematisch deckten die Angebote ein breites Spektrum ab — unter anderem Kreislaufwirtschaft, Mobilität und Food Waste — und richteten sich sowohl an die Bevölkerung als auch an Schulen und zivilgesellschaftliche Gruppen.
„Gemeinsam wirkt – St.Gallen wird klimaneutral“
Die Klimawoche ist Teil der städtischen Kampagne „Gemeinsam wirkt – St.Gallen wird klimaneutral“, die Maßnahmen zur Ergänzung des Energiekonzepts 2050 begleitet. Die Idee für die Klimawoche entstand laut Stadtangaben vor vier Jahren in Workshops mit Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dort wurden Maßnahmen diskutiert, mit denen das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 unterstützt werden soll.
Bildung, Austausch und lokale Praxis
Zu den Besonderheiten der 2026er-Ausgabe gehörten zahlreiche Schulworkshops sowie Angebote, die auf praktisches Handeln und Ressourcenschonung zielen. Das integrierte KlimaKino zeigte vier Filme mit anschliessenden Podiumsdiskussionen. Zudem waren viele Veranstaltungen als Beiträge zur ersten nationalen Woche gegen Food Waste ausgewiesen. Initiativen zum Tauschen und Teilen von Kleidern und Gegenständen bildeten einen Schwerpunkt, der lokale Ressourcenkreisläufe stärken soll.
- Mehr als 50 Veranstaltungen innerhalb von neun Tagen (2026).
- Verlängerung auf 16 Tage in 2027: 11.–26. September.
- Schwerpunkt: Bildung für Schulen, Filmfestival, Aktionen gegen Food Waste.
Implikationen und mögliche Effekte
Die Entscheidung, die Klimawoche auszuweiten, ist mehr als eine organisatorische Anpassung: Sie signalisiert, dass städtische Klimakommunikation in St. Gallen breit angenommen wird und zusätzliche Kapazität für Beteiligung nötig ist. Eine längere Veranstaltungsdauer bietet mehreren Gruppen Vorteile:
- Mehr Zeit für Schulen und Bildungseinrichtungen, Veranstaltungen in den Lehrplan zu integrieren.
- Verbesserte Planbarkeit für Veranstaltende und Kooperationspartner.
- Erhöhte Sichtbarkeit von Initiativen zu Kreislaufwirtschaft und Food Waste.
Für andere Städte kann das Modell Hinweise liefern, wie kommunale Klimakommunikation skaliert werden kann: die Kombination aus partizipativen Workshops, thematischen Schwerpunkten und Kulturformaten wie Filmreihen schafft verschiedene Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Gleichzeitig unterstreicht die Einbindung in ein längerfristiges Energiekonzept die Verbindung von Information, Beteiligung und strategischer Planung.
| Jahr | Zeitraum | Anzahl Veranstaltungen |
|---|---|---|
| 2026 | 12.–20. September | mehr als 50 |
| 2027 | 11.–26. September | — (verlängert) |
Die konsequente Verknüpfung von kurzfristigen Bildungsangeboten mit langfristigen Klimazielen — hier dem städtischen Ziel der Klimaneutralität bis 2050 — ist zentral, wenn lokale Maßnahmen Wirkung entfalten sollen. Ob und in welchem Ausmaß die Verlängerung der Klimawoche zu nachhaltigeren Verhaltensweisen oder konkreten politischen Initiativen führt, lässt sich erst mit Evaluationsdaten und Folgeveranstaltungen beurteilen.
Für die bevorstehende, längere Ausgabe 2027 bleibt die Herausforderung, die Programmdichte so zu steuern, dass Veranstaltungen sichtbar und zugänglich bleiben und lokale Akteurinnen und Akteure nachhaltig zusammenarbeiten. St. Gallen setzt mit der Ausweitung auf mehr Zeit für Austausch und Umsetzung — ein Modell, das in anderen Städten als Vorlage für ambitionierte kommunale Klimakommunikation dienen könnte.