Salzburg, 19. August 2026 – Die Salzburgerin Renate Pitterka (47) hat mit „One Ball for All“ einen neuen Treffpunkt für Frauenfußball geschaffen, der weit über reinen Sport hinauswirkt. Aus der Initiative, für die Integrations-Fußball-WM des Vereins „Sport spricht alle Sprachen“ Damenmannschaften zusammenzustellen, entstand ein dauerhafter Verein, der regelmäßig trainiert und bewusst niedrigschwellig angelegt ist.
Vom Turnier zur dauerhaften Mannschaft
Pitterka organisierte über mehrere Jahre hinweg Damenmannschaften für die Integrations-Fußball-WM auf dem PSV-Platz in der Alpenstraße, wo die Teams ihre Heimat-Nationen vertreten. Als vor zwei Jahren drei Mannschaften entstanden und die Frauen auch danach weiterspielen wollten, gründete sie den eigenen Verein. Heute trainieren die Spielerinnen zweimal pro Woche am SSK-Platz im Stadtteil Gnigl.
Offenheit als Prinzip
Der Verein ist ausdrücklich inklusiv: Jede Frau ab 14 Jahren ist willkommen, unabhängig von Herkunft, möglicher körperlicher Beeinträchtigung oder sportlichem Niveau. Der Spaß steht im Vordergrund; Leistungsdruck wird bewusst ausgeschlossen. Pitterka betont die Bedeutung von Gemeinschaft und Zugehörigkeit, die über das reine Fußballspielen hinausgeht.
„Man braucht keine Fähigkeiten, außer die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.“
Die organisatorische Arbeit der Gründerin basiert auf Eigeninitiative: Nachdem Damenmannschaften in bestehenden Vereinen immer wieder auseinanderfielen, schuf Pitterka eine dauerhafte Struktur, um Beständigkeit zu ermöglichen. In der Sommersaison trainierten sie häufig mit rund 20 Spielerinnen pro Einheit, mit steigender Tendenz.
Gesellschaftlicher Mehrwert und Perspektiven
Das Projekt ist nicht nur sportlich zu werten. Es adressiert mehrere übergeordnete Aspekte:
- Integration: Spielerinnen aus mehr als zehn Nationen treffen aufeinander und finden über den Sport einen gemeinschaftlichen Zugang.
- Niedrigschwellige Teilhabe: Das Angebot richtet sich an Frauen mit unterschiedlichem Leistungsniveau und ohne verpflichtenden Leistungsdruck.
- Ehrenamt und Selbstorganisation: Die Initiative zeigt, wie lokale Angebote durch private Initiative und Engagement entstehen können, wenn Vereine Strukturen nicht bieten.
Solche Projekte können eine Lücke im bestehenden Vereinswesen schließen, besonders in Regionen oder Altersgruppen, in denen reguläre Damenteams rar sind. Für junge Frauen ab 14 Jahren bietet der Verein außerdem einen unkomplizierten Einstieg in den Mannschaftssport.
Fakten auf einen Blick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Gründerin | Renate Pitterka (47) |
| Vereinsname | One Ball for All |
| Trainingsort | SSK-Platz, Gnigl |
| Ausgangspunkt | Integrations-Fußball-WM (PSV-Platz, Alpenstraße) |
| Teilnehmerinnen | häufig um die 20 Spielerinnen pro Training |
| Alter | ab 14 Jahren |
| Trainingsfrequenz | zwei Mal wöchentlich |
Für die lokale Sportlandschaft ist das Projekt ein Modellfall: Es kombiniert Integration, Freizeit und ehrenamtliche Organisation ohne den Druck, Leistung produzieren zu müssen. Damit spricht es Frauen an, die Fußball als soziale Erfahrung und nicht primär als Leistungssport suchen.
Ob und wie „One Ball for All“ künftig expandiert oder zusätzliche Angebote (etwa Kooperationen mit Schulen, weitere Trainingsorte oder Teilnahme an Freundschaftsturnieren) entwickelt, hängt von der weiteren Bereitschaft zur Mitwirkung und den verfügbaren Ressourcen ab. Fest steht: Mit der Gründung hat Pitterka eine Plattform geschaffen, die vielen Frauen in Salzburg einen Zugang zum Teamsport ermöglicht — und damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe leistet.
Redaktionell betreut: Ressort Sport, WE NEWS