Sieben Kinder aus geflüchteten Familien erlebten am 18. August 2026 einen besonderen Ferientag auf dem Gelände des Augsburger Pferdesportvereins (APSV). Organisiert wurde die Aktion vom Referat Migration des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg gemeinsam mit dem Pferdesportverein; finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Bischöflichen Hilfsfonds für caritative Anliegen. Ziel war es, den Kindern eine unmittelbare Auszeit vom oft belastenden Alltag in Gemeinschaftsunterkünften zu ermöglichen.
Konkrete Angebote statt theoretischer Hilfe
Auf dem Programm standen einfache, dafür sehr eindrückliche Aktivitäten: Pferde streicheln, Hofkatzen halten, im duftenden Heu spielen, Schleifen basteln, Pferde füttern und Voltigieren. Solche Erlebnisse mögen auf den ersten Blick banal wirken, für die Kinder aber hatten sie eine große Bedeutung: Nähe zu Tieren, körperliche Bewegung und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Die teilnehmenden Mädchen stammen aus der Ukraine, Afghanistan, Tansania, dem Irak und der Türkei. Die Aktion richtete sich gezielt an Kinder aus geflüchteten Familien, die häufig über Jahre in Gemeinschaftsunterkünften leben und kaum Zugang zu Freizeitangeboten haben.
Warum niedrigschwellige Freizeit wichtig ist
Dr. Isabella Wlossek, Leiterin des Referats Migration bei der Caritas, betonte den Stellenwert solcher Angebote:
„Für viele Familien sind Ferienangebote aus finanziellen Gründen unerreichbar. Gerade Kinder, die häufig über Jahre hinweg in Gemeinschaftsunterkünften leben, brauchen Orte, an denen sie einfach Kind sein dürfen.“
Die Aktion habe gezeigt, wie Freizeitangebote Gemeinschaft stiften und Selbstvertrauen stärken können. Die Kinder durften nicht nur Tiere kennenlernen, sondern auch Verantwortung übernehmen – etwa beim Versorgen der Pferde – und so Scheu überwinden.
Was die Teilnahme bewirkt
Erfahrungen mit Tieren und gemeinsames Spielen können kurzfristig positive Effekte auf Stimmung und Verhalten haben und langfristig soziale Kompetenzen fördern. Bei den Aktivitäten fielen drei Aspekte besonders ins Gewicht:
- Niederschwelligkeit: Die Angebote erfordern keine teure Ausrüstung oder Vorerfahrungen.
- Sozialer Zusammenhalt: Gemeinsames Erleben schafft Basis für Freundschaften über Sprach- und Herkunftsgrenzen hinweg.
- Verantwortung und Selbstwirksamkeit: Aufgaben wie Pferde füttern vermitteln Rolle und Bedeutung, die das Selbstwertgefühl stärken.
Solche Effekte sind besonders relevant, weil Kindern in Gemeinschaftsunterkünften oft Möglichkeiten fehlen, Alltagssorgen zu vergessen und positive Erinnerungen aufzubauen. Die Veranstaltung dokumentiert damit ein kleines, aber wirksames Modell, wie Zivilgesellschaft und kirchliche Organisationen punktuell Unterstützung leisten können.
Organisation, Fotodokumentation und Fördermittel
Die Kooperation zwischen Caritas und Pferdesportverein zeigt, wie lokale Akteurinnen und Akteure Ressourcen bündeln können: Infrastruktur des Vereins, fachliche Begleitung durch die Caritas und finanzielle Förderung durch den Bischöflichen Hilfsfonds. Ein Foto, das zwei Mädchen beim Füttern der Pferde zeigt, wurde von Isabella Wlossek / Caritas Augsburg zur Verfügung gestellt und unterstreicht die unbeschwerte Stimmung des Tages.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Datum | 18.08.2026 |
| Anzahl Kinder | 7 |
| Herkunftsländer | Ukraine, Afghanistan, Tansania, Irak, Türkei |
| Veranstalter | Caritas Diözese Augsburg & APSV |
| Förderung | Bischöflicher Hilfsfonds für caritative Anliegen |
Solche einmaligen Aktionen sind wichtig, reichen aber allein nicht aus, um strukturelle Defizite zu beheben. Sie zeigen jedoch, wie gezielte, niedrigschwellige Angebote Kindern dringend benötigte Räume bieten können, um Kindheit zu erleben und neue soziale Netze zu knüpfen. Für eine nachhaltige Wirkung wären wiederkehrende Angebote und eine bessere Verknüpfung mit Bildungs- und Freizeitstrukturen wünschenswert — eine Diskussion, die sowohl zivilgesellschaftliche Organisationen als auch politische Entscheidungsträgerinnen und -träger betreffen muss.
Foto: Isabella Wlossek / Caritas Augsburg