Der FC Bayern hat zum dritten Mal in Folge den Supercup der Frauen gewonnen. In Ingolstadt setzte sich der Doublegewinner gegen den VfL Wolfsburg mit 3:0 durch. Entscheidend waren ein kurioses Eigentor der Wolfsburger Torhüterin und zwei Treffer der Nationalspielerin Klara Bühl.
Kurioses Eigentor und frühe Entscheidung
Die Partie nahm schon früh eine klare Richtung. Nach einem Kopfball von Jovana Damnjanovic in der 32. Minute führte eine Szene nach Videobeweis zum ersten Treffer für die Bayern – vermerkt als Eigentor der Wolfsburger Torhüterin Stina Johannes. Kurz vor der Pause sorgte ein Freistoß von Klara Bühl (45.+4) für das 2:0, erneut profitierte der Favorit von einem Fehler der VfL-Keeperin.
- Endstand: 3:0 für FC Bayern
- Zuschauer: 8.689
- Entscheidende Faktoren: kurioses Eigentor, Patzer der VfL-Torhüterin, zweite Halbzeit sofort entschieden
Wirklich alles klar – und doch Personalfragen
Nur kurz nach Wiederanpfiff machte Bühl mit dem Treffer zum 3:0 (keine Minute nach der Pause) den Sieg endgültig klar. Damit verlief die Partie für den Vizemeister aus Wolfsburg bitter: Die 25-jährige Torhüterin geriet mit ihren Patzern ins Zentrum der Berichterstattung.
Für Bayern waren einige Nationalspielerinnen verletzt nicht dabei. Die verletzten Spielerinnen Giulia Gwinn, Lena Oberdorf und Franziska Kett saßen nicht im Kader. Auf Wolfsburger Seite fehlt nach wie vor DFB-Stürmerin Giovanna Hoffmann, die ihren Kreuzbandriss auskuriert. Die erst am Donnerstag verpflichtete Ex-Frankfurterin Lara Prasnikar kam nach rund einer Stunde für Wolfsburg ins Spiel, als das Resultat bereits zugunsten der Bayern entschieden war. Mara Alber, aktuell an Chelsea ausgeliehen, fehlte im VfL-Kader.
| Minute | Szene | Ergebnis |
|---|---|---|
| 32. | Kopfball Damnjanovic → Eigentor Johannes (nach VAR) | 1:0 |
| 45.+4 | Freistoß Klara Bühl, Patzer der Torhüterin | 2:0 |
| 46. | Klara Bühl trifft kurz nach Wiederanpfiff | 3:0 |
Kontext: Bayern weiter in der Erfolgsspur
Die Bayern-Frauen setzten ihre bemerkenswerte Serie fort. Nachdem der Klub zuletzt mehrere Meisterschaften, Pokalsiege und Supercups gewonnen hatte, unterstrich der Erfolg gegen Wolfsburg die anhaltende Dominanz. Wolfsburg trat erstmals seit längerer Zeit ohne Alexandra Popp um einen Titel an; Popp war vor kurzem zu Borussia Dortmund gewechselt.
Trainer Stephan Lerch hatte die Rollen vor dem Spiel klar verteilt und die Bayern als Favoriten gesehen. Sportlich brachte das Spiel zwei Erkenntnisse: Erstens, kleine Fehler können in engen Duellen sofort spielentscheidend sein; zweitens, der Kaderbeet der Bayern bleibt auch ohne einige verletzte Stammspielerinnen konkurrenzfähig.
Aus Sicht der bevorstehenden Bundesliga-Saison ist der Supercup ein frühes Stimmungsbarometer: Für Bayern ist er Bestätigung des Anspruchs, für Wolfsburg Anlass zur Analyse – vor allem im Bereich Torhüterinnen-Leistung und Konstanz in entscheidenden Spielsituationen.
Kurzfristig dürften der VfL und seine Verantwortlichen die Torhüterinnen-Fragen intern aufarbeiten. Für die neutralen Beobachter bleibt die Erkenntnis, dass im Frauenfußball Top-Teams durch kleine Unachtsamkeiten schnell Spiele verlieren können.
Die Partie in Ingolstadt endete damit als klare Angelegenheit zugunsten der Bayern – sportlich sauber, kurios in den Details, und für Wolfsburg ein deutliches Signal kurz vor dem Bundesliga-Start.