Hofgespräch in Neunkirchen: Dürre dominiert die Diskussion
Beim diesjährigen Hofgespräch des Neunkirchner Bauernbundes rückte die anhaltende Trockenheit in den Mittelpunkt. Die Veranstalter wiesen darauf hin, dass die NÖ Bauernbund-Kampagne nun bereits in der siebten Auflage laufe und die Organisation mit rund 15.000 Funktionären als Stimme für mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern in Niederösterreich auftritt. Im Bezirk Neunkirchen trafen sich Funktionärinnen und Funktionäre zum Austausch über drängende Probleme und um Anliegen an die Landesebene weiterzugeben.
Als zentrales Problem schilderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass viele Grünlandbetriebe durch die Dürre über die Hälfte ihres Grundfutters eingebüßt hätten. Dadurch stünden einige Betriebe vor der Frage, wie sie den Winter überstehen und ihre Tiere ausreichend versorgen können. In diesem Zusammenhang wurde das kürzlich beschlossene Dürrepaket der Bundesregierung begrüßt, das finansielle Entlastungen vorsieht.
„Um weiterhin die Regale in den Supermärkten füllen zu können, brauchen viele Betriebe nun sofortige finanzielle Unterstützung. Mit dem Dürrepaket der Bundesregierung kann nun einiges abgefedert werden, um eine regionale Lebensmittelversorgung zu erhalten!“
Das Zitat stammt von Bezirksbauernbundobmann Thomas Handler, der die Lage der heimischen Betriebe zusammenfassend darstellte. Konkrete Bestandteile des Pakets, die beim Hofgespräch angesprochen wurden, sind vor allem zeitlich befristete finanzielle Maßnahmen, mit denen kurzfristige Liquiditätsengpässe abgefedert werden sollen.
Welche Maßnahmen genannt wurden
- Erlass von Beiträgen zur Sozialversicherung für Bäuerinnen und Bauern im vierten Quartal 2026
- Zinszuschüsse für den Ankauf von Futtermitteln
- Erhöhung der Prämienzuzahlung der öffentlichen Hand zur Dürreversicherung für 2027
Diese Maßnahmen wurden beim Hofgespräch als hilfreich eingeschätzt, um kurzfristig die Produktion abzusichern und den Fortbestand betroffener Betriebe zu unterstützen. Es blieb jedoch offen, in welchem Ausmaß sie langfristige Strukturprobleme der Landwirtschaft beheben können.
| Maßnahme | Zeithorizont |
|---|---|
| Erlass Sozialversicherungsbeiträge | 4. Quartal 2026 |
| Zinszuschüsse für Futtermittelankauf | laufend (Kurzfristmaßnahme) |
| Erhöhte Prämienzuzahlung zur Dürreversicherung | für 2027 |
Weitere lokale Themen beim Treffen
Neben der Dürre wurden beim Treffen in Neunkirchen weitere regionale Anliegen angesprochen. Dazu zählten die Folgen eines Waldbrandes im Föhrenwald, der aktuelle Umbau der Bezirksbauernkammer Neunkirchen sowie Vorsorgemaßnahmen, die für betroffene Betriebe relevant sind. Details zu den genannten Punkten wurden beim Hofgespräch diskutiert; umfassendere Beschlüsse oder verbindliche Maßnahmen dazu wurden in der vorliegenden Berichterstattung nicht genannt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten die Bedeutung, dass landwirtschaftliche Sorgen auf Bezirks- und Landesebene Gehör finden, um zielgerichtete Unterstützung abrufen zu können. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Herausforderungen im Winter legten Vertreterinnen und Vertreter Wert auf rasche, praktikable Hilfsangebote, damit die Versorgungssicherheit und die Existenz von Betrieben erhalten bleiben.
Aus Sicht des Bauernbundes sei es wichtig, dass kurzfristige Liquiditätshilfen und Versicherungserleichterungen kombiniert werden, um sowohl die laufende Fütterung sicherzustellen als auch zukünftige Schäden finanziell abzusichern. Wie wirkungsvoll die Maßnahmen des Dürrepakets für einzelne Betriebe konkret sind, bleibt laut Aussagen beim Hofgespräch von der weiteren Umsetzung und der individuellen Betriebssituation abhängig.
Der Bezirksbauernbund kündigte an, die Ergebnisse und Anliegen aus dem Hofgespräch an die Landesorganisation weiterzuleiten und die Entwicklung der Lage in den kommenden Wochen weiter zu beobachten. Für viele Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Neunkirchen bleibt die Versorgung der Tiere und die Sicherung der Futtermittelversorgung die dringlichste Aufgabe.