Ab heute gilt in der Neubaugasse im achten Bezirk zwischen Burggasse und Siebensterngasse eine umgedrehte Einbahnregelung. Die Maßnahme ist Teil einer Folgeanpassung, die auf einer neuen Evaluierung der im Jahr 2020 durchgeführten Umgestaltung basiert und Durchzugsverkehr reduzieren sowie die Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Fußgänger erhöhen soll.
Ergebnisse der Evaluierung: Mehr Fußverkehr, hohe Zufriedenheit
Die Stadt Wien hat in der Evaluierung das Verkehrsaufkommen über mehrere Monate hinweg beobachtet, die Aufenthaltsqualität geprüft und Bewohnerinnen sowie Geschäftsleute befragt. Demnach sind seit der Neugestaltung im Jahr 2020 rund 50 Prozent mehr Menschen zu Fuß in der Neubaugasse unterwegs als vor dem Umbau. Zudem geben 83 Prozent der befragten Bewohnerinnen und Bewohner an, mit der Neugestaltung sehr oder ziemlich zufrieden zu sein; 77 Prozent fühlen sich seit dem Umbau wohler.
Konkrete Verkehrs- und Baummaßnahmen
Die neue Verkehrsführung sieht vor, die Einbahn im Abschnitt zwischen Burggasse und Siebensterngasse umzudrehen. Die Zufahrt zum nördlichen Teil der Neubaugasse erfolgt künftig über Kirchengasse und Siebensterngasse. Der südliche Abschnitt bleibt über die Westbahnstraße erschlossen.
Baulich sorgt der Wegfall der Abbiegespur von der Burggasse in die Neubaugasse für einen breiteren Gehsteig; zudem werden im Zuge der Anpassung insgesamt vier neue Bäume in der Neubaugasse gepflanzt, weitere drei Bäume kommen in die Siebensterngasse.
Erwartete Effekte auf den Kfz-Verkehr und den Öffentlichen Verkehr
Laut Verkehrsprognose soll die Änderung im nördlichen Abschnitt den Durchzugsverkehr um rund 62 Prozent verringern; im südlichen Teil wird eine Reduktion um rund 21 Prozent erwartet. Für die Buslinie 13A ändert sich nichts — sie kann die Neubaugasse weiterhin in beide Richtungen befahren. Die Haltestelle der Linie 48A wird künftig näher an die Neubaugasse verlegt.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Mehr Fußverkehr seit 2020 | +50 % |
| Reduktion Durchzugsverkehr (nördlich) | −62 % |
| Reduktion Durchzugsverkehr (südlich) | −21 % |
| Zufriedenheit der Bewohnerinnen | 83 % |
| Wohlbefinden seit Umbau | 77 % |
Auswirkungen für Anrainerinnen, Gewerbe und Alltagsnutzung
Für Anrainerinnen bedeutet die Umkehr der Einbahn eine geänderte Fahrtroute etwa beim Weg zur Garage oder beim Beliefern. Geschäftsleute in der Neubaugasse haben laut Evaluierung insgesamt positive Rückmeldungen zur Aufenthaltsqualität gegeben; die Stadt nennt erwartete Vorteile für die lokale Wirtschaft durch mehr Fußkundschaft.
Die Verlegung der Haltestelle 48A dichter an die Neubaugasse und der breitere Gehsteig sollen zudem den Komfort für Fußgängerinnen, Eltern mit Kinderwägen und ältere Menschen erhöhen. Für Lieferverkehr und Zufahrten bleiben Anschlussmöglichkeiten über Kirchengasse, Siebensterngasse und Westbahnstraße bestehen.
Was Anrainerinnen jetzt wissen müssen
- Die Einbahnregelung gilt ab heute im Abschnitt Burggasse–Siebensterngasse in umgekehrter Richtung.
- Zufahrt Nordteil künftig über Kirchengasse und Siebensterngasse; Südzufahrt wie bisher über Westbahnstraße.
- Bus 13A fährt unverändert in beiden Richtungen, Haltestelle 48A wird näher an die Neubaugasse verlegt.
- Bauliche Maßnahmen: breiterer Gehsteig an der Burggasse durch Wegfall der Abbiegespur, insgesamt sieben neue Bäume in beiden Straßen.
Die Stadtverwaltung betont, dass die Änderungen aus einer umfassenden Evaluierung resultierten und als Feinjustierung der 2020 gestarteten Neugestaltung zu verstehen sind. Weitere Anpassungen an der Verkehrsführung könnten folgen, falls die Monitoring-Daten oder Rückmeldungen aus der Bevölkerung dies nahelegen.
Die Neubaugasse ist ein typischer Fall dafür, wie städtische Verkehrsplanung zwischen Mobilitätsbedürfnissen, Aufenthaltsqualität und wirtschaftlichen Interessen ausbalanciert wird. Die jetzt gestartete Umkehr der Einbahn ist ein pragmatischer Schritt, der die Prioritäten klar in Richtung Fußverkehr und Lebensqualität verschiebt — Beobachtung und Nachsteuerung bleiben Teil des Konzepts.