Im Bezirk Bruck‑Mürzzuschlag, zu dem auch Mürzzuschlag zählt, zeichnet sich eine spürbare Veränderung am Lehrlingsmarkt ab. Die jüngsten Zahlen zeigen sowohl einen Rückgang bei den ausgebildeten Lehrlingen als auch einen Anstieg der Jugendlichen ohne Lehrstelle. Diese Entwicklung betrifft Lehrbetriebe, Schulen und Familien vor Ort und stellt Politik sowie Wirtschaft vor neue Aufgaben.
Weniger Lehrlinge, weniger offene Stellen
Laut den vorliegenden Daten waren Ende Dezember steiermarkweit 14.442 Lehrlinge in Ausbildung – das sind 3,3 Prozent weniger als im Jahr 2024. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Jugendlichen ohne Lehrstelle auf 1.249, ein Anstieg von 58,7 Prozent gegenüber 2024 und der höchste Wert seit 1996. Die Anzahl der offenen Lehrstellen sank auf 5.088, das entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent gegenüber 2024 und sogar 15,2 Prozent gegenüber 2023.
Struktur im Bezirk Bruck‑Mürzzuschlag
Für den Bezirk Bruck‑Mürzzuschlag liegen konkrete Zahlen für 2025 vor: Es gab 325 Lehrbetriebe, in denen insgesamt 1.233 Lehrlinge ausgebildet wurden. Davon waren 883 männlich und 350 weiblich; 359 Lehrlinge befanden sich im ersten Lehrjahr.
Die Verteilung auf Branchen zeigt Schwerpunkte und Lücken:
- Gewerbe und Handwerk: 506 Lehrlinge (größte Gruppe)
- Industrie: 436 Lehrlinge
- Handel: 100 Lehrlinge
- Bank- und Versicherungswesen: 5 Lehrlinge
- Information und Consulting: 4 Lehrlinge
- Transport und Verkehr: 2 Lehrlinge
„Die wirtschaftliche Entwicklung hat selbstverständlich auch Auswirkung auf den Lehrstellenmarkt.“
Beliebte Lehrberufe steiermarkweit
Steiermarkweit zählen zu den beliebtesten Lehrberufen unter den 14.442 Lehrlingen etwa Bereiche wie Metalltechnik, Elektrotechnik, Einzelhandel, Kraftfahrzeugtechnik, Installations- und Gebäudetechnik, Mechatronik sowie kaufmännische Ausbildungen (z. B. Bürokaufmann/-frau). Diese Berufe spiegeln die Nachfrage in Industrie und Handwerk wider und erklären, weshalb diese Sparten im Bezirk überdurchschnittlich viele Lehrlinge beschäftigen.
Konsequenzen für Mürzzuschlag
Für Mürzzuschlag und umliegende Gemeinden hat diese Entwicklung mehrere Implikationen: Betriebe könnten Schwierigkeiten bekommen, zukünftige Fachkräfte zu finden, wenn die sinkende Zahl der Lehrlinge anhält. Schulen und Berufsorientierungsstellen müssen vermehrt beraten, um Jugendliche für vorhandene Lehrstellen zu gewinnen. Auf der anderen Seite erzeugt die steigende Zahl von Jugendlichen ohne Lehrstelle sozialen Druck und erhöht den Bedarf an individuellen Übergangs- und Qualifizierungsangeboten.
Die Zahlen zeigen auch, dass bestimmte Branchen – insbesondere Gewerbe, Handwerk und Industrie – weiterhin Ausbildungsplätze bieten. Für Gemeinden und Wirtschaftskammern bedeutet das, diese Berufswege stärker zu bewerben und die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben zu intensivieren, um Abbrüche zu verhindern und Übergänge in eine betriebliche Ausbildung zu erleichtern.
| Region | Lehrlinge (Ende Dez.) | Offene Lehrstellen |
|---|---|---|
| Steiermark | 14.442 | 5.088 |
| Bezirk Bruck‑Mürzzuschlag | 1.233 | — |
Welche Maßnahmen nun ergriffen werden, um die Ausbildungsbeteiligung wieder zu erhöhen, bleibt abzuwarten. Relevante Akteurinnen und Akteure sind neben den Betrieben auch Schulen, die Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer und die Bezirkshauptmannschaft. Für Mürzzuschlag ist es wichtig, die lokalen Ausbildungschancen sichtbar zu machen und Jugendliche frühzeitig zu informieren, damit vorhandene Lehrstellen nicht unbesetzt bleiben und der Fachkräftenachwuchs gesichert wird.