Neuausrichtung nach Fehlstart: Liendl soll Impulse bringen
Der Kapfenberger SV 1919 hat am Montag eine personelle Umstrukturierung im Trainerbereich bekanntgegeben: Michael Liendl wird mit sofortiger Wirkung Cheftrainer der Kampfmannschaft in der Admiral 2. Liga. Der 40‑Jährige war bereits seit Juli als Coach der KSV‑Amateure im Verein tätig und tritt nun die Nachfolge von Vladimir Petrovic an, der künftig wieder in der sportlichen Leitung der Kapfenberger Teamsportakademie arbeitet.
Die Entscheidung folgt auf einen klassischen Fehlstart in die Meisterschaft: Nach drei Runden liegt der KSV punkte‑ und torgleich am Tabellenende. Ziel der Neuausrichtung ist es laut Vereinsführung, klare Verantwortlichkeiten auf allen sportlichen Ebenen zu schaffen und den durchgängigen Entwicklungsweg von der Akademie über die Amateurmannschaft bis zum Profiteam zu stärken.
Personalien und Aufgabenverteilung
Das neue Trainerteam der Kampfmannschaft wird von Liendl gemeinsam mit den Co‑Trainern Armin Masovic und Ibrahim Bingöl geführt. Das bisherige Trainerduo bleibt dem Verein erhalten: Petrovic konzentriert sich auf die Leitung der Academy, sein Co‑Trainer Mario Grgic übernimmt die Amateurmannschaft. Grgic bemüht sich zugleich beim bosnischen Verband um die Teilnahme an einem UEFA‑A‑Lizenzkurs.
- Michael Liendl: Cheftrainer Kampfmannschaft (ab 17. August).
- Vladimir Petrovic: Leitung Kapfenberger Teamsportakademie.
- Mario Grgic: Cheftrainer Amateurmannschaft; Antrag auf UEFA‑A‑Lizenz über Bosnien.
- Co‑Trainer: Armin Masovic und Ibrahim Bingöl.
„Wir – ebenso wie die Mannschaft – wissen die Arbeit des bisherigen Trainerduos Petrovic und Grgic zu schätzen. Wir müssen aber neue Impulse setzen. Liendl bringt nicht nur enorme Erfahrung aus nationalen und internationalen Top‑Ligen mit, sondern auch jene Werte, für die die Kapfenberger Sportvereinigung 1919 seit jeher steht: Einsatz, Identifikation und Leidenschaft für den Fußball.“
Dieses Zitat stammt von KSV‑Geschäftsführer Robert Schäfer, der die Personalentscheidung damit begründete. Der Verein betont, dass durch die Neuordnung sowohl sofortige sportliche Impulse als auch eine nachhaltige Entwicklung der Nachwuchsarbeit erzielt werden sollen.
Liendls Verbindung zu Kapfenberg und jüngere Stationen
Michael Liendl kennt den Verein aus seiner aktiven Zeit: Als Spieler trug er von 2004 bis 2009 das Trikot der „Falken“. Nach Stationen im Nachwuchs‑ und Amateurbereich – zuletzt betreute er bis November 2025 die GAK Amateure und seit Juli die KSV‑Amateure – übernimmt er nun die Verantwortung für die Profimannschaft. Zusätzlich ist Liendl als Fußballexperte für den ORF tätig.
| Aspekt | Stand vor 17. August | Stand ab 17. August |
|---|---|---|
| Cheftrainer Kampfmannschaft | Vladimir Petrovic | Michael Liendl |
| Leitung Teamsportakademie | geteilt (Petrovic in Doppelfunktion) | Vladimir Petrovic |
| Amateurmannschaft | Michael Liendl (seit Juli) | Mario Grgic |
Der Verein nennt als zentrale Beweggründe die Schaffung klarer Zuständigkeiten und die bessere Verzahnung der Ausbildungs‑ und Leistungsstufen. Für die laufende Saison ist die Leitungshierarchie damit neu geordnet.
Folgen für Kapfenberg und Ausblick
Für die Fans und die Stadt Kapfenberg bedeutet der Wechsel, dass der sportliche Fokus in den kommenden Wochen stark auf der Stabilisierung der 2.‑Liga‑Platzierung liegen wird. Die Entscheidung, etablierte Kräfte im Verein weiter einzubinden, soll den Übergang erleichtern und Kontinuität in der Nachwuchsarbeit sichern.
Konkrete sportliche Ziele oder ein Zeitplan für die Evaluierung der neuen Führung wurden vom Verein in den Medieninformationen nicht genannt. Die nächsten Ligaspiele werden zeigen, ob die Trennung von taktischer Leitung und Akademieverantwortung die gewünschte Wirkung zeigt.
Für Kapfenberg ist es ein Neuanfang in einem vertrauten Umfeld: Ein Ex‑Spieler übernimmt das Traineramt, erfahrene Clubverantwortliche bleiben an Bord, und die Nachwuchsakademie rückt in den Mittelpunkt einer langfristigen Strategie.