Schattenspaziergang macht klimarelevante Orte in der Stadt deutlich
Ein Schattenspaziergang durch die Innenstadt und den Schützenpark hat Ende Juli in Hermagor konkrete Aspekte der Klimaanpassung sichtbar gemacht. Organisiert wurde die Aktion von KLAR! Karnische Anpassung gemeinsam mit der Gesunden Gemeinde Hermagor‑Pressegger See. Ausgangspunkt war der Trinkwasserbrunnen am Wulfeniaplatz; von dort führte die Gruppe zu besonders schattigen und an heißen Tagen angenehmen Plätzen.
Begleitet wurde die Runde von den KLAR!-Mitarbeiterinnen Stéphanie und Sabrina sowie dem Natur‑Akt‑Guide Hanni Gratzer. Sie erläuterten Wege, wie städtische Aufenthaltsqualität bei Hitze verbessert werden kann, und machten an konkreten Orten auf die Bedeutung von Schatten und Wasserangeboten aufmerksam.
Kinder bringen Ideen ein — Preisgeld soll Umsetzung fördern
Bereits vor dem Spaziergang übergaben Vertreterinnen des Kindergartens Hermagor gemeinsam mit der KLAR! ein buntes Wunschplakat an Bürgermeister Leopold Astner. Das Plakat entstand im Workshop „Unser klimafitter Abenteuerspielplatz“ im Schützenpark und bringt kindliche Vorstellungen für klimaresiliente Spielräume zusammen. Die Ideen waren zuvor mit dem Rotary Klima‑ und Umwelt Award Kärnten ausgezeichnet worden; das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro soll in die weitere Umsetzung der Vorstellungen fließen.
„Unser klimafitter Abenteuerspielplatz“
Die Beteiligung von Kindern und die finanzielle Förderung zeigen, dass Klimaanpassung in Hermagor generationenübergreifend angegangen wird: Bildungsarbeit, Bürgerbeteiligung und konkrete Gelder für Vorhaben sollen einander ergänzen.
Fachliche Hinweise zu Gesundheit und Natur
Im Rahmen des Spaziergangs gab es auch fachliche Beiträge: Arno Kronhofer, Imker und Obmann des Bienenzuchtvereines Hermagor, erklärte Auswirkungen steigender Temperaturen auf Bienen und Imkerei und bot den Teilnehmenden ein Oxymel zur Verkostung an. Die KLAR! informierte über gesundheitliche Belastungen durch Hitze; bei der Adler Apotheke erläuterte MMag. Dr. Brigitte Krovat geeigneten Sonnenschutz und stellte passende Produkte vor.
Im Schützenpark war der Mühlbach ein weiterer Schwerpunkt. Lygia Simetzberger von der Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ brachte lokale Perspektiven zu Gewässern und Stadtklima ein. Die Kombination aus Naturbeobachtung, Gesundheitsinformationen und lokalem Engagement bot den Teilnehmenden vielfältige Blickwinkel auf Klimaanpassung im Stadtgebiet.
Konkrete Maßnahmen und offene Fragen für Hermagor
Der Spaziergang zeigte bestehende Angebote (Schattenplätze, Trinkbrunnen) und machte Vorschläge für weitere Ansätze sichtbar. Aus den Beiträgen lassen sich mehrere Handlungsfelder ableiten:
- Stadtgrün und Schatten: gezielte Begrünung und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung an Aufenthaltsorten.
- Wasserangebote: Trinkbrunnen und feuchte Biotope zur Abkühlung und für das Stadtklima.
- Bildung und Beteiligung: Einbindung von Kindergärten und Bürgerinitiativen in Planung und Umsetzung.
| Ort | Beitragende / Thema |
|---|---|
| Wulfeniaplatz (Trinkwasserbrunnen) | Startpunkt, Spaziergangsroute |
| Schützenpark | Workshop, Mühlbach, kindliche Ideen für Spielplatz |
| Adler Apotheke | MMag. Dr. Brigitte Krovat — Sonnenschutz |
| Verschiedene Stationen | KLAR! — Gesundheitsinfos; Arno Kronhofer — Bienen und Klima |
Für die Stadt bleiben Fragen, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen finanziert und in die bestehenden Planungen integriert werden. Das Preisgeld aus dem Rotary‑Award stellt einen ersten Baustein dar, ersetzt jedoch nicht langfristige Investitionsplanung oder die Abstimmung mit Eigentümerinnen, Vereinen und Behörden.
Der Schattenspaziergang machte deutlich, dass Klimaanpassung in Hermagor nicht nur ein planerisches, sondern auch ein gesellschaftliches Projekt ist: Lokale Initiativen, Gesundheitsexpertinnen und Bildungsinstitutionen bringen unterschiedliche Kompetenzen ein. Ob und wie Vorschläge — etwa für den Abenteuerspielplatz im Schützenpark — umgesetzt werden, hängt nun von weiteren Gesprächen und konkreten Schritten zwischen Gemeinde, Initiativen und Fördergebern ab.