Vom Pflegeangebot zur Gemeinschaftsadresse
Ende Jänner 2024 wurde das Pflegekompetenzzentrum „Haus Otto Pendl“ in der Merbotogasse 61 der Öffentlichkeit vorgestellt; offiziell gefeiert wurde die Eröffnung Ende Juni 2024. Träger ist der Arbeiter-Samariter-Bund. Seither hat sich das Haus über die klassischen Aufgaben der Pflege hinaus entwickelt: Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Kinder aus dem benachbarten Kindergarten, Angehörige sowie Menschen aus der Nachbarschaft treffen hier regelmäßig zusammen und nutzen die angebotenen Räume und Angebote.
Das Zentrum versteht sich als offener Treffpunkt in der Fischelkolonie. Das Konzept zielt darauf ab, jüngere und ältere Generationen zu verbinden und die Integration des Hauses in die Nachbarschaft aktiv zu fördern. Die Stadt Wiener Neustadt sieht darin ein Beispiel gelebter Solidarität und sozialen Miteinanders.
Angebote und Nutzung: Nahversorgung, Gemeinschaft, Kultur
Konkrete Elemente des Hauses, die von der Nachbarschaft gut angenommen werden, sind unter anderem:
- Bistro – laut Betreiber besonders gut frequentiert;
- Friseurdienst vor Ort;
- Kapelle als Ort für Andacht und Begegnung;
- gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen;
- regelmäßige Besuche von Kindergartenkindern, die generationenübergreifende Begegnungen ermöglichen.
Diese Kombination aus pflegerischen Leistungen und niedrigschwelligen Treffangeboten soll laut Betreiber die Selbstbestimmung der Seniorinnen und Senioren fördern und zugleich die Verbindung zur Nachbarschaft stärken.
Politische und kommunale Reaktionen
Beim kürzlichen Besuch des ÖVP-Bürgermeisters Klaus Schneeberger wurde die Bedeutung des Hauses für die Stadt betont. Er sagte, das „Haus Otto Pendl“ habe sich zu einem lebendigen Generationentreffpunkt entwickelt und hob die Vielfalt der Angebote hervor: Friseur, Kapelle, Aktivitäten, Besuche der Kindergartenkinder und das gut angenommene Bistro. Für die Stadt sei das Zentrum ein „Paradebeispiel für gelebtes Miteinander, Respekt und Pflege“.
„Das ‚Haus Otto Pendl‘ hat sich zu einem lebendigen Generationentreffpunkt in der Fischelkolonie etabliert. Jung und Alt, Groß und Klein – in dem Haus gehen tagtäglich zahlreiche Menschen ein und aus, was mich sehr freut.“ — Klaus Schneeberger, Bürgermeister
Die Stadtseite würdigt damit das Modell, in dem Pflegeinfrastruktur zugleich nachbarschaftliche Funktionen übernimmt. Solche Orte können helfen, Einsamkeit zu verringern, informelle Hilfen zu fördern und das Verständnis zwischen den Generationen zu stärken.
Alltag, Partizipation und Ausblick
Der Träger betont, man wolle „ein offenes Haus sein und bleiben“ und die Verbindungen zu Vereinen und Institutionen weiter ausbauen. Die bisherige Resonanz aus der Nachbarschaft wird als Bestätigung des Konzepts gesehen; Bewohnerinnen und Bewohner profitieren demnach nicht nur von pflegerischer Betreuung, sondern auch von einem erweiterten sozialen Umfeld.
Für Wiener Neustadt bedeutet das Haus Otto Pendl nicht nur eine zusätzliche Pflegeinrichtung, sondern auch eine Adresse für bürgerschaftliches Engagement und lokale Vernetzung. Wie intensiv diese Angebote mittelfristig genutzt werden und wie sich das Zusammenwirken mit Vereinen, Kindergärten und Ehrenamt weiterentwickelt, bleibt eine Frage der praktischen Umsetzung und der gemeinsamen Verantwortung von Träger, Stadt und Nachbarschaft.
| Funktion | Beispiel |
|---|---|
| Pflege & Betreuung | Dienstleistungen des Arbeiter-Samariter-Bund |
| Soziale Begegnung | Bistro, Aktivitäten, Kapelle |
| Generationenaustausch | Besuche von Kindergartenkindern, Ehrenamt |
In der Praxis zeigt das Haus, wie lokale Pflegeinfrastruktur über die rein medizinische Versorgung hinaus zur Stütze eines lebendigen Gemeinwesens werden kann. Die nächsten Schritte werden sein, bestehende Kontakte zu Vereinen und Institutionen zu vertiefen und das Haus langfristig als integralen Bestandteil der Fischelkolonie zu etablieren.