Vor dem Platz der ehemaligen Klosterkirche in Fürstenfeld herrschte am Samstagvormittag reges Treiben: 75 Oldtimer-Motorräder, teils fast 100 Jahre alt, reihten sich zum Start der 8. Fürstenfelder Classic-Motorrad-Tour (CMT). Die Maschinen gaben ein lautes, historisches Konzert: Motorenrasseln, Knattern und Pfeifen mischten sich mit dem Geruch von Auspuffen und dem Applaus der Zuschauer.
Start und Stimmung
Ein roter Teppich markierte die Startgruppen, viele Besucher bildeten Spalier. Einige deckten sich die Ohren gegen die Lautstärke, andere lächelten und bestaunten die alte Technik. Für Liebhaber gilt der Klang dieser Maschinen als Teil des Charmes: „Auch wenn’s rattert, knattert und pfeift, ist das für die meisten von uns ein Wohlklang, weil es zeigt, dass die Maschinen trotz ihres hohen Alters auch anspringen“, erklärte ein Teilnehmer aus dem Chiemgau.
Strecke und besondere Stationen
Organisiert wurde die Tour von Werner Röhrner und seinem Team. Die geplante Rundfahrt hatte eine Länge von 115 Kilometern und führte durch das bayerische Oberland. Auf dem Programm standen unter anderem:
- Strecken rund um Wörth-, Pilsen- und Ammersee,
- ein Zwischenstopp auf dem Gelände der Erdfunkstelle Raisting (mit Sondergenehmigung),
- Mittagspause in einem reservierten Biergarten in Obermühlhausen,
- Rückfahrt über Türkenfeld und Grafrath nach Fürstenfeld.
Röhrner nannte den Anstieg zur Zufahrt des Dorfes Widdersberg als den steilsten Streckenabschnitt; mehrere Fahrer hatten vor dem Start schon von Pannen oder dem Anwerfen per Schieben berichtet – ein damals gängiges Procedere bei historischen Maschinen.
Teilnehmer und Technik
Die teilnehmenden Motorräder reichten in Alter und Herkunft weit zurück. Ein Teilnehmer berichtete davon, dass manche Maschinen erst mit kräftigem Anschieben starten; ein Anlass, bei dem oft Teamwork gefragt ist. Ein Beispiel für das technische Erbe war die „Condor“ eines Teilnehmers aus Unterschleißheim: Eine Werks-Rennmaschine mit Frankoni‑Motor aus dem Jahr 1926 und 350 Kubik, die ihr Fahrer als große Leidenschaft beschreibt. Für viele Teilnehmer ist das Schrauben an der alten Technik mindestens genauso wichtig wie das Fahren selbst.
„Das Fahren ist das eine, noch mehr Freude macht das Schrauben an der alten Technik.“
Öffentlicher Eindruck und Bedeutung
Für Fürstenfeld bedeutete die Veranstaltung ein lebendiges, technikgeschichtliches Erlebnis und erhöhte Besucheraufkommen am Platz vor der Klosterkirche. Die Kombination aus Publikum, historischen Maschinen und geplanter Route ins nahe Bayern machte die CMT zu einem grenznahen kulturellen Ereignis. Applaus für die Starts, interessierte Gespräche zwischen Fahrern und Besuchern sowie das Angebot an Fotomotiven stärkten das touristische Flair des Veranstaltungsortes.
| Fakten | Angabe |
|---|---|
| Veranstaltung | 8. Fürstenfelder Classic-Motorrad-Tour (CMT) |
| Anzahl Maschinen | 75 Oldtimer |
| Streckenlänge | 115 km |
| Besondere Station | Erdfunkstelle Raisting (Sondergenehmigung) |
Die CMT zeigte einmal mehr, wie lebendig historische Mobilitätskultur in der Region ist. Für Fürstenfeld war die Tour ein sichtbares Zeichen dafür, dass Tradition und Technik auf reges Interesse stossen – bei Einheimischen wie bei Gästen aus dem weiteren deutschen Raum.