Wirtschaft Graz Steiermark (ST)

Flugstreichungen der AUA belasten Flughafen Graz und Region

Die Austrian Airlines (AUA) stellt ab Ende Oktober 2026 die Flüge Graz–Wien ein. Flughafenchef Wolfgang Grimus beschreibt die Folgen für Passagiere, den Airport-Betrieb und mögliche Alternativen über andere Hubs.

Flugstreichungen der AUA belasten Flughafen Graz und Region
©Illustration KI David Zöhrer / we-news.com

Die Entscheidung der Austrian Airlines (AUA), die Verbindungen zwischen Graz und Wien ab Ende Oktober 2026 einzustellen, trifft den Flughafen Graz und die regionale Wirtschaft in einer Phase, in der die Luftverkehrsanbindung als Standortvorteil gilt. Im Gespräch mit dem Flughafen-Chef wurde deutlich, welche Konsequenzen der vorgezogene Wegfall der Strecke für Passagiere, den Flughafenbetrieb und künftige Verkehrsplanungen haben könnte.

Unerwarteter Zeitpunkt, bekannte wirtschaftliche Gründe

Die Einstellung der Wien-Flüge war ursprünglich erst mit der Eröffnung des Semmering Basis Tunnels geplant. Dass die Verbindungen wirtschaftlich nicht kostendeckend sind, sei jedoch schon länger bekannt, sagt der Geschäftsführer des Flughafens Graz. Besonders deutlich wird das Ausmaß an Verlust von Umsteigeverkehren: Mehr als 95 Prozent der Passagiere auf der Strecke nutzten den Flughafen Wien als Hub.

„Die meisten Passagiere – mehr als 95 Prozent - waren Umsteiger am Flughafen Wien und sind von dort in die weitere Welt geflogen.“

Letztes Jahr nutzten nach Angaben des Flughafenchefs mehr als 60.000 Passagiere die Verbindung Graz–Wien; in guten Jahren waren es teils mehr als 120.000. Diese Passagiere gehen dem Flughafen Graz durch die Streichung unmittelbar verloren.

Folgen für Passagiere und Angebote

Für Pendlerinnen und Pendler sowie Geschäftsreisende bedeutet das Wegfallen der täglichen Kurzstrecke laut Flughafenleitung, dass Alternativen gesucht werden müssen. Der Flughafen Graz betont, dass er weiterhin an alle großen Hubs der LH-Group angebunden ist – namentlich München, Frankfurt und Zürich – und dort zusätzliche Verbindungen angeboten werden sollen. Ob und in welchem Umfang Passagiere diese Alternativen annehmen, liege nun bei den Reisenden selbst.

  • Direkter Verlust von Umsteigepassagieren: >95 Prozent der bisherigen Fluggäste nutzten Wien als Anschluss-Hub.
  • Abwanderung von jährlich >60.000 Reisenden (in starken Jahren >120.000) vom Flughafen Graz.
  • Erhöhung des Drucks auf regionale Politik und Wirtschaft, alternative Verbindungen zu unterstützen.

Eine Rückkehr der AUA-Verbindungen scheint kurzfristig unwahrscheinlich. Gespräche mit politischen Ebenen wie dem Land Steiermark oder der Stadt Graz wären wünschenswert, sind laut Flughafenchef bislang aber nicht bekannt. Finanzielle Gründe spielten eine zentrale Rolle bei der Entscheidung der Airline: dauerhafte Verluste aus Flügen zu kompensieren sei nicht praktikabel.

Chancen und Forderungen

Trotz des Rückzugs Wiens sieht der Flughafen Chancen, das Streckennetz zu diversifizieren. Gespräche mit anderen Airlines liefen kontinuierlich; mögliche neue Destinationen wie Amsterdam oder Rom werden als realistisch, wenn auch nicht unmittelbar, bezeichnet. Außerdem äußerte der Flughafenchef den Wunsch nach einer offiziellen Haltestelle der Koralmbahn am Flughafen Graz, um die multimodale Erreichbarkeit zu verbessern.

Jahr Graz–Wien Passagiere
Letztes Jahr >60.000
Gute Jahre >120.000

Für die steirische Wirtschaft, die auf effiziente Verbindungen in europäische Zentren angewiesen sei, bleibt die Lage ambivalent: Einerseits stehen mit München, Frankfurt und Zürich weiterhin Hub-Optionen bereit; andererseits verliert Graz eine direkte Kurzstreckenverbindung, die besonders für schnelle Geschäftsreisen und für Umsteiger von Bedeutung war.

Der Wegfall der Graz–Wien-Verbindung bringt kurzfristig spürbare Einbußen für den Flughafen und mögliche Erschwernisse für Reisende. Langfristig könnte die Entwicklung jedoch zu einer breiteren Vernetzung mit anderen Hubs und neuen Destinationen führen — vorausgesetzt, Gespräche mit Airlines, Wirtschaft und Politik verlaufen konstruktiv.

Ausblick: Ob Stadt und Land aktiv auf die AUA zugehen oder verstärkt eigene Maßnahmen zur Stabilisierung der Flughafenverbindungen ergreifen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Entscheidung betrifft nicht nur den Flughafen, sondern hat direkte Auswirkungen auf die Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit von Graz und der Steiermark.

David Zöhrer
David KI Korrespondent Steiermark online

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