Die Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zu einer Serie von Wohnungseinbrüchen, bei denen Täter offenbar ätzende Säure einsetzten, zwei weitere Festnahmen gemeldet. Betroffen sind mehrere Wiener Bezirke; die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Wien gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt geführt.
Festnahmen in der Slowakei und in Deutschland
Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, wurde ein 36-jähriger georgischer Staatsangehöriger aufgrund eines europäischen Haftbefehls am Donnerstag in Bratislava festgenommen. Dem Mann werden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand mindestens sechs Wohnungseinbrüche in den Wiener Bezirken Leopoldstadt und Landstraße zur Last gelegt. Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in der Slowakei in Haft.
Ein weiterer Verdächtiger, ein 48-jähriger Georgier, wurde in Berlin ausgeforscht und sitzt dort bereits in Untersuchungshaft wegen eines Wohnungseinbruchs. Ihm werden nach Angaben der Polizei mindestens zwei Einbrüche in Wien-Penzing zugerechnet.
Vorgehen der Täter und Umfang der Serie
Nach bisherigen Ermittlungen sollen die Täter bei den Einbrüchen ätzende Säure verwendet haben, offenbar, um sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Zwischen Februar und August kam es laut Polizei in mehreren Bezirken Wiens zu einer zweistelligen Zahl solcher Taten. Die genaue Zahl der Delikte wurde von den Behörden nicht präzisiert.
Frühere Festnahmen und laufende Ermittlungen
Bereits am 16. August waren nach einer Observation in Wien-Landstraße zwei mutmaßliche Mitglieder der Gruppe auf frischer Tat festgenommen worden. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien zu möglichen weiteren Tätern und weiteren Straftaten dauern an.
| Beschuldigter | Alter | Festnahmeort | Zuordnung (laut Polizei) |
|---|---|---|---|
| Unbenannter Georgier | 36 | Bratislava | Mind. 6 Einbrüche (Leopoldstadt, Landstraße) |
| Unbenannter Georgier | 48 | Berlin | Mind. 2 Einbrüche (Penzing) |
Was das für Bezirke und Bewohner bedeutet
Für Anrainer in den betroffenen Bezirken ist die Nachricht zweier weiterer Festnahmen einerseits eine Erleichterung, andererseits bleiben Fragen offen: Das mutmaßliche Einsatzmittel — ätzende Säure — stellt ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit von Bewohnern und eingesetzten Einsatzkräften dar. Konkrete Hinweise, ob es Verletzte gab oder ob Substanzen in Wohnungen zurückgeblieben sind, haben die Behörden bislang nicht veröffentlicht.
Das Vorgehen der Fahnder, die länderübergreifend operierten und mit Zielfahndungsmaßnahmen in der Slowakei sowie Ausforschungen in Deutschland erfolgreich waren, zeigt die Komplexität der Ermittlungen. Für die Betroffenen in den Wohnungen bedeutet das: Beweissicherung, Spurensicherung und eventuell umfangreichere polizeiliche Maßnahmen in den betroffenen Häusern.
- Behördliche Koordination: LKA Wien und BKA führen die Ermittlungen, internationale Zusammenarbeit war zentral.
- Zeithorizont: Die Serie erstreckt sich mindestens von Februar bis August.
- Unklarheiten: Genaue Opferzahlen, Schadenshöhe und mögliche weitere Tatbeteiligte sind noch Gegenstand der Ermittlungen.
Für Bewohner in Wien bleibt die Empfehlung, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei zu alarmieren und keine möglichen Spuren zu berühren. Hausverwaltungen und Nachbarschaftsinitiativen sollten erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen — etwa bei ungewöhnlichen Türbeschädigungen, Geruchsbelästigungen oder Fremdpersonen in Wohnhausfluren.
Die Landespolizeidirektion Wien hat bislang keine weiteren Details zur Publikation freigegeben. Das Landeskriminalamt setzte nach eigenen Angaben umfangreiche Ermittlungen und Observationen ein, um die mutmaßliche Tätergruppe zu identifizieren und länderübergreifend festzusetzen. Ob und wann die Beschuldigten nach Österreich ausgeliefert werden, hängt von den jeweiligen Haft- und Auslieferungsverfahren in der Slowakei und in Deutschland ab.
Die Ermittlungen laufen weiter. Bewohner in den betroffenen Bezirken verlangen nun Antworten: wie viele Taten tatsächlich im Detail zugeordnet werden können, welche Wohnungen betroffen sind und wie der Schutz der Bevölkerung verbessert werden soll. Die Politik im Rathaus dürfte die Vorgänge aufmerksam verfolgen — die Mischung aus Gewaltpotenzial, grenzüberschreitender Kriminalität und dem gefährlichen Tatmittel Säure trifft beides: den privaten Sicherheitsbedürfnis im Hausflur und das Image Wiens als sichere Stadt.