Die Installation „Mozart – das unbezähmbare Genie“ im Salzburger Mirabellgarten ist vorzeitig beendet worden: Von ursprünglich 230 aufgestellten goldglänzenden Mini‑Mozart‑Skulpturen fehlen nach Angaben der Veranstalter binnen weniger Wochen 210 Exemplare. Die Stiftung Mozarteum reagierte darauf, indem sie die Aktion offiziell für beendet erklärte.
Konzept: Mozart „unter die Leute“ — doch viele Figuren verschwanden
Der deutsche Bildhauer Ottmar Hörl hatte die Skulpturen zum 270. Geburtstag von W. A. Mozart geschaffen. Die Figuren sind rund 50 Zentimeter hoch und wurden zum Berühren und Mitnehmen konzipiert; ein unsigniertes Exemplar war mit einem Verkaufspreis von 90 Euro versehen. Das Anliegen der Aktion war es, Mozart als nahbaren, nicht auf einen Sockel gebrachten Künstler ins Stadtbild zu bringen.
Diebstahl statt Souvenirverkauf
Während die Idee beim Publikum offenbar ankam, stellte sich rasch heraus, dass die Mehrzahl der Figuren nicht regulär verkauft, sondern entwendet worden ist. Die Skulpturen waren offenbar nur provisorisch gesichert; an einigen Stücken lassen sich laut Projektbeobachtern Schraubenlöcher an der Unterseite der Sockel erkennen.
„Die goldenen Figuren stehen jetzt vermutlich in irgendwelchen Wohnzimmern oder tauchen bei Auktionen wieder auf.“
Mit diesem Satz kommentierte Hörl die Lage sichtlich gelassen, verwies aber zugleich auf eine „gewisse Respektlosigkeit gegenüber der Kunst“ angesichts der schnellen Abnahme der Arbeiten.
Auswirkungen auf die Festspiele und öffentliche Debatte
Die vorzeitige Beendigung wirft Fragen nach dem Schutz von Kunst im öffentlichen Raum auf. Salzburg als Festivalstadt ist für zahlreiche temporäre Kunstaktionen bekannt; die Aktion Hörl zielte ausdrücklich auf Interaktion mit Passantinnen und Passanten. Die Veranstalter stehen nun vor der Abwägung, wie weit Zugänglichkeit und Schutz der Werke künftig gegeneinander abgewogen werden müssen.
Konkrete polizeiliche Ermittlungen zum Verbleib der Skulpturen wurden öffentlich bislang nicht detailliert kommuniziert. Ob einzelne Figuren bereits wieder aufgetaucht sind oder ob Anzeigen erstattet wurden, ist von Seiten der Stiftung Mozarteum nicht in vollem Umfang publik gemacht worden.
Hörls internationale Erfahrungen mit skurrilen Diebstählen
Der Vorfall reiht sich ein in frühere Fälle: Auch bei anderen Festivals, etwa in Bayreuth, gab es bereits Diebstähle ähnlicher Miniaturarbeiten des Künstlers. Die wiederholte Erfahrung legt nahe, dass öffentlich zugängliche Skulpturen besonders anfällig sind — je nachdem, wie stark sie befestigt und bewacht werden.
Fakten im Überblick
| Position | Angabe |
|---|---|
| Aufgestellte Figuren | 230 |
| Verschwundene Figuren | 210 |
| Höhe je Figur | 50 cm |
| Listenpreis (unsigniert) | 90 Euro |
Weiteres Vorgehen und praktische Hinweise
Für Besucherinnen und Besucher der Festspielstadt bringt der Vorfall keine unmittelbaren Gefahren mit sich; er lenkt jedoch die Aufmerksamkeit auf den Wert temporärer Kunst und den Umgang damit. Wer Hinweise zum Verbleib der Figuren hat oder ungewöhnliche Verkaufsangebote beobachtet, sollte dies der Polizei oder der Stiftung Mozarteum melden.
- Bei Auffälligkeiten Kontakt zur Landespolizeidirektion Salzburg aufnehmen.
- Online‑Auktionsplattformen und lokale Flohmärkte auf ungewöhnliche Angebote prüfen.
- Stiftung Mozarteum als Ansprechpartner für Informationen zur Aktion und etwaigen Recherchen konsultieren.
Die Diskussion um Zugänglichkeit und Schutz öffentlich gezeigter Kunst dürfte durch den Vorfall neu entfacht werden. Salzburgs Image als offener Kulturstandort steht damit vor einer Abwägung: Wie viel Nähe zu Kunst verträgt die Stadt, ohne dass Werke zu leicht verloren gehen oder beschädigt werden? Für die Verantwortlichen in Kulturinstitutionen und bei den Festspielen ist dies eine Frage, die über Einzelschicksale hinaus Einfluss auf die Planung künftiger Projekte haben wird.
Die Aussage des Künstlers bleibt ambivalent: einerseits gelassene Akzeptanz, andererseits Kritik an fehlendem Respekt. Für viele, die in der Stadt unterwegs sind, sind die goldenen Mozart‑Figuren nun Teil einer breiteren Debatte darüber, wie Kultur im öffentlichen Raum behandelt wird.