Der Salzburger Autor, Verleger, Antiquar und bildende Künstler Max Blaeulich ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren in Salzburg gestorben. Das teilte sein Freund und Schriftsteller Karl-Markus Gauß der APA mit. Blaeulich hatte nach längerer, schwerer Krankheit gelebt.
Ein vielseitiges kulturelles Wirken
Blaeulich war in Salzburg über Jahrzehnte als Vermittler von Literatur und Kunst präsent. Er betrieb das Antiquariat Weinek und leitete den Kleinverlag Tartin, in dem insbesondere schwer zugängliche oder vergessene Texte wieder aufgelegt wurden. Zudem veröffentlichte er eigenständige literarische Arbeiten und war als bildender Künstler aktiv.
Seine Publikationen umfassen Romane, Erzählungen, Dramolette und Lyrik; mehrere Romane erschienen im Residenz Verlag. Als Herausgeber brachte er Werke von Autoren heraus, die im deutschen Sprachraum wenig bekannt geblieben waren. Gleichzeitig zeigte er seine bildnerischen Arbeiten unter anderem im Rupertinum, in der Stadtgalerie und zuletzt 2024 im Zwerglgartenpavillon.
Wortkunst und Performances
Der enge Freundeskreis und Kollegenkreis würdigt Blaeulich als einen Sprachkünstler, der literarische und performative Formen verband. In der öffentlichen Wahrnehmung blieben neben seinen Büchern auch performative Aktionen haften — etwa jene Aktion, bei der er eine „Trauerkabine“ durch Salzburg trug und Passanten einlud, sich für einige Minuten darin zurückzuziehen.
„In allem, was er schuf, lagen Witz und Verzweiflung nahe beieinander“, schrieb Karl‑Markus Gauß und bezeichnete Blaeulich als „singuläre Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst in Österreich“.
Ausgewählte Werke und Stationen
Aus seinem schriftstellerischen Oeuvre sind mehrere Titel hervorzuheben; einige erschienen im Residenz Verlag und trugen zu seiner öffentlichen Wahrnehmung bei.
| Titel | Erscheinungsjahr | Gattung |
|---|---|---|
| Kilimandscharo zweimeteracht | 2005 | Roman |
| Gatterbauerzwei oder Europa überleben | 2006 | Roman |
| Stackler oder die Maschinerie der Nacht | 2008 | Roman |
Rolle als Verleger und Antiquar
Mit dem Antiquariat Weinek und dem Verlag Tartin nahm Blaeulich eine Vermittlerfunktion ein: Er machte Texte verfügbar, die andernfalls kaum Aufmerksamkeit gefunden hätten. Solche Initiativen sind im regionalen Kulturgefüge von hoher Bedeutung, weil sie Lücken im verlegerischen Angebot schließen und Nischenliteratur einer Leserschaft erschließen.
- Betreiber des Antiquariats Weinek
- Leiter des Kleinverlags Tartin
- Autor von Romanen, Erzählungen, Dramolette und Lyrik
- Ausstellender bildender Künstler (u. a. Rupertinum, Stadtgalerie, Zwerglgartenpavillon)
Wirkung in Salzburg und darüber hinaus
Blaeulichs Arbeiten bewegten sich an der Schnittstelle von Literatur und bildender Kunst. Sein Engagement reichte vom lokalen Antiquariat bis zur Teilnahme an Ausstellungen in städtischen Einrichtungen. Die Würdigung durch Persönlichkeiten wie Karl‑Markus Gauß weist auf eine überregionale Relevanz hin; Blaeulich galt als eine Stimme, die Grenzen zwischen Genres und Medien bewusst überschritt.
Nachwirkung und Orte des Gedenkens
Die unmittelbaren Nachrufe und Kondolenzbekundungen werden in den kommenden Tagen in Salzburg und im literarischen Umfeld erwartet. Konkrete Hinweise zu Abschied und Trauerfeierlichkeiten lagen zum Zeitpunkt der Meldung nicht vor.
Sein Tod hinterlässt in Salzburg eine Lücke im Bereich der Vermittlung von Literatur und zeitgenössischer Kunst: Als Herausgeber, Antiquar und Künstler hatte Blaeulich in mehreren Funktionen Institutionen und Publikum miteinander verbunden. Sein Lebenswerk wird in Buchbeständen, Ausstellungsarchiven und im Gedächtnis der Stadt weiterwirken.
Redaktionelle Hinweise und weitere Details werden folgen, sobald Angehörige oder Institutionen offizielle Angaben zu Abschied und Gedenkveranstaltungen machen.