In der aktuellen Hitzeperiode rücken Schutzmaßnahmen gegen hohe Temperaturen in Würzburger Kliniken stärker in den Blick. Während Patientinnen und Patienten aus dem Juliusspital über unerträgliche Zimmerhitze berichteten, teilt das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) mit, es verfüge über einen Hitzeschutzplan und habe eine Taskforce eingerichtet, die Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende unterstützen soll.
Temperaturen in Klinikbereichen und unterschiedliche Einschätzungen
Nach Angaben von Betroffenen stiegen die Temperaturen in einzelnen Gebäudebereichen des UKW bei Hitzewellen auf bis zu 32 Grad. Im Juliusspital, einem anderen großen Krankenhausstandort in Würzburg, schilderte Patient Erhard Mott, er habe Ende Juni die Raumtemperatur nach einer schweren Operation auf circa 35 Grad geschätzt und das Haus vorzeitig verlassen, weil er die Hitze nicht mehr ausgehalten habe.
Das Klinikum Würzburg Mitte (KWM), zu dem das Juliusspital gehört, begründete unzureichende Hitzeschutzmaßnahmen mit finanziellen Einschränkungen. In einer Mitteilung heißt es, dass insbesondere fehlende Mittel den Ausbau von Schutzvorrichtungen behinderten.
„Vor allem das fehlende Geld bremst einen ausreichenden Hitzeschutz im Juliusspital aus“, heißt es vom KWM.
Uniklinikum: Hitzeschutzplan und Taskforce
Die Leitung des UKW verweist auf bestehende Konzepte: Neben einem formalen Hitzeschutzplan sei eine Taskforce gebildet worden, deren Ziel es sei, kurzfristig Maßnahmen zur Entlastung von Patienten und Mitarbeitenden zu koordinieren. Konkrete Details solcher Maßnahmen wurden von der Klinikleitung in der bereitgestellten Zusammenfassung nicht im Detail aufgelistet.
- Gemeldete Höchsttemperaturen im UKW: bis zu 32 °C in einzelnen Bereichen
- Schilderung aus dem Juliusspital: Patient schätzte Raumtemperatur auf circa 35 °C
- KWM-Angabe: Ausbau von Hitzeschutz durch fehlende finanzielle Mittel erschwert
Räumliche Hinweise und Fotoausstattung
Ein Beispielgebäude des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Uniklinik ist fotografisch dokumentiert: Dort sind laut Bildaufnahmen viele Fenster durch Rollos verschattet. Das Foto stammt von Thomas Obermeier und zeigt, dass zumindest bauliche Verschattungsmöglichkeiten vorhanden sind. Ob und wie diese in allen betroffenen Bereichen konsequent eingesetzt werden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
| Ort | Berichtete Temperatur | Anmerkung |
|---|---|---|
| Uniklinik Würzburg (UKW) | bis zu 32 °C | Angabe der Klinik; Taskforce aktiv |
| Juliusspital (KWM) | circa 35 °C (Schätzung eines Patienten) | Patient verließ Klinik vorzeitig; Klinik nennt fehlende Mittel |
Die unterschiedliche Darstellung macht deutlich, dass es keine einheitliche Situation in Würzburger Krankenhäusern gibt. Während das UKW auf einen Plan und eine koordinierende Arbeitsgruppe verweist, sieht das KWM beim Juliusspital finanzielle Hürden als zentrales Problem.
Ausblick und offene Fragen
Für Betroffene und Beschäftigte bleiben mehrere Fragen offen: Welche kurzfristigen Schutzmaßnahmen setzt die Taskforce im UKW konkret um? In welchen Gebäudeteilen fehlen bauliche Anpassungen, und welche zusätzlichen Mittel wären nötig, um einen flächendeckenden Hitzeschutz im Juliusspital zu ermöglichen? Aus den vorliegenden Angaben lassen sich dazu bislang keine belastbaren Zahlen oder Zeitpläne ableiten.
Die Diskussion um Hitzeschutz in Kliniken gewinnt an Gewicht, weil steigende Hitzeereignisse auch in unserer Region die Anforderungen an Infrastruktur und Personal erhöhen. Klar ist: Patientensicherheit und Arbeitsbedingungen in medizinischen Einrichtungen hängen zunehmend von der Anpassungsfähigkeit der Gebäude und der Verfügbarkeit von Ressourcen ab. Die eingereichte Taskforce des UKW und die Hinweise des KWM auf Finanzierungsprobleme zeigen zwei Seiten desselben Problems — kurzfristige organisatorische Maßnahmen einerseits, langfristiger Investitionsbedarf andererseits.
Wir bleiben an dem Thema dran und werden nachfragen, welche konkreten Maßnahmen sowohl das UKW als auch das KWM jetzt ergreifen und welche Unterstützungen von Seiten der Stadt oder des Freistaats Bayern möglich sind.