Die Sana Kliniken Lübeck erhalten zum 1. September eine neue Leitung: Dr. Gunnar Pietzner tritt die Geschäftsführung des Klinikstandorts an und löst damit die bisher kommissarisch mitverantwortliche Angela Bartels ab. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bartels wird sich demnach wieder verstärkt ihrer übergreifenden Clusterverantwortung für Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen widmen und den Campus Lübeck weiterhin strategisch begleiten.
Neben dem regulären Betrieb: großes Bau- und Reformprojekt
Für Pietzner steht gleich zu Beginn ein umfangreiches Vorhaben auf der Agenda: Das Programm „Sana Lübeck 2030“ sieht einen Ersatzneubau vor, den das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Sana Kliniken vorantreiben will. Ziel ist nach Angaben der Klinik, die Gesundheitsversorgung in der Region strukturell neu aufzustellen. Zusätzlich soll der Standort sektorenübergreifende Versorgungsangebote weiter ausbauen, etwa durch das auf dem Campus angesiedelte Zentrum Viszeralmedizin Süd, das Gastroenterologie und Viszeralchirurgie verzahnt.
Die Sana-Geschäftsführung betont, dass der Wechsel vor dem Hintergrund laufender gesetzlicher Reformen erfolgt. „Mit den aktuellen Gesundheitsreformen stehen wir vor großen Herausforderungen, die lokal auch bewältigt werden müssen“, sagte Sana-COO Dr. Jens Schick.
Profil des neuen Geschäftsführers
Dr. Gunnar Pietzner ist Diplom-Kaufmann mit Schwerpunkt Gesundheitsökonomie, Gesundheitsmanagement sowie Personal- und Organisationsökonomie. Der 51-Jährige leitete zuletzt mehrere Kliniken in Berlin, darunter Einrichtungen der Park Kliniken. Zuvor war Pietzner als Konzerngeschäftsführer der Pro Klinik Holding für das Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg verantwortlich. Die Mitteilung nennt seine Erfahrungen als relevant für die anstehenden Aufgaben in Lübeck.
- Startdatum: 1. September
- Schwerpunkt: Steuerung des Klinikbetriebs und Umsetzung von „Sana Lübeck 2030“
- Bestandteile des Vorhabens: Ersatzneubau, sektorenübergreifende Versorgungsformen wie das Zentrum Viszeralmedizin Süd
Operative und strategische Folgen vor Ort
Die Neuaufstellung der Leitung folgt einer klaren organisatorischen Logik: Durch die Trennung von Klinikleitung und Clusterverantwortung soll die Führung vor Ort handlungsfähiger werden, während Bartels die regionalen Sana-Strukturen weiter koordiniert. Für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass die operative Leitung des Campus Lübeck künftig eindeutig bei Pietzner liegt, während strategische Entscheidungen in Abstimmung mit der Clusterverantwortung erfolgen sollen.
Die Ankündigung kommt in eine Zeit, in der bundesweite Reformen im Gesundheitswesen die Arbeit vieler Krankenhäuser beeinflussen. Die Beteiligten sehen in der neuen Führungsstruktur ein Mittel, um die Klinik für bevorstehende Anforderungen – etwa hinsichtlich Finanzierung, Strukturveränderungen und der Umsetzung größerer Bauprojekte – zu wappnen.
„Mit den aktuellen Gesundheitsreformen stehen wir vor großen Herausforderungen, die lokal auch bewältigt werden müssen.“ — Dr. Jens Schick, COO Sana
Konkrete Zeitpläne für den Ersatzneubau oder Details zur Finanzierung nannte die Mitteilung nicht. Ebenso offen bleibt, welche personellen Änderungen auf weiteren Ebenen folgen werden und wie die Übergabe zwischen Bartels und Pietzner organisatorisch gestaltet wird. Klar ist allerdings: Die Leitung des Campus Lübeck liegt ab September in der Verantwortung von Dr. Gunnar Pietzner.
| Person | Bisherige Rolle | Ab 1. September |
|---|---|---|
| Dr. Gunnar Pietzner | Geschäftsführer mehrerer Kliniken in Berlin; Konzerngeschäftsführer Pro Klinik Holding | Geschäftsführung Sana Kliniken Lübeck |
| Angela Bartels | Kommissarische Mitführung der Klinikleitung | Fokus auf Clusterverantwortung SH/Hamburg/Niedersachsen; strategische Begleitung Campus Lübeck |
Die Sana Kliniken Lübeck zählen zu den zentralen Gesundheitsversorgern der Region. Beobachter vor Ort werden nun genau verfolgen, wie das neue Führungsduo die geplanten Baumaßnahmen und die Umsetzung sektorenübergreifender Angebote vorantreibt und welche Konsequenzen sich daraus für die Patientenversorgung in Lübeck und Umgebung ergeben.