Konflikt um Kontaktstelle am Bahnhof
Die Junge Union (JU) Wuppertal hat die Verlegung des Café Cosa gefordert und damit eine Debatte um das Bahnhofs- und Parkumfeld in der Innenstadt angestoßen. In den Stellungnahmen der JU wird der Bereich Wupperpark-Ost als „Angstraum“ beschrieben; man sieht dort ein Umfeld mit Beschaffungskriminalität und apathischen Drogenabhängigen. Die Forderung richtet sich darauf, die geschützte Kontakt- und Anlaufstelle an einen anderen Standort zu bringen und das Umfeld „neu zu justieren“.
Position und Begründung der Jungen Union
Der JU-Vorsitzende bezeichnete wiederkehrende Probleme im Umfeld als Anlass: Junge Menschen berichteten, sie fühlten sich durch die Begegnung mit suchtkranken Personen an dieser prominenten Stelle unwohl. Die Kritik richtet sich außerdem an die städtische Verwaltung; nach Ansicht der JU sei trotz eines Auftrags an die Verwaltung „offenbar nichts passiert“.
„Wir bekommen von zahlreichen jungen Menschen gespiegelt, dass sie die Begegnung mit den suchtkranken Menschen an dieser prominenten Stelle nicht wollen und sie sich nicht wohlfühlen damit.“
Die JU nennt zudem die Nähe zu beliebten Orten wie dem Club „Open Ground“ als Problemfall: Besucherinnen und Besucher dort fühlten sich durch die Situation beeinträchtigt. Die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage werden von der JU als unzureichend eingeschätzt.
Aufgaben und Angebot des Café Cosa
Das Café Cosa ist als geschützte Kontakt- und Anlaufstelle für konsumierende und wohnungslose Menschen konzipiert. Es liegt unweit des Bahnhofseingangs und bietet verschiedene niedrigschwellige Leistungen an. Nach Angaben der Träger und der Suchthilfe erhalten die Gäste dort Getränke, die Möglichkeit, mitgebrachten Alkohol zu konsumieren, sowie kostenfreien Zugang zu Toiletten. Zusätzlich wird professionelle Beratung und Unterstützung durch die Suchthilfe Wuppertal angeboten.
- Ort: Wupperpark-Ost, unweit des Bahnhofseingangs
- Funktion: geschützte Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenkonsumierende und Wohnungslose
- Angebote: Getränke, Toiletten, Konsummöglichkeit von mitgebrachtem Alkohol, Beratung und Unterstützung
| Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Standort | Prominente Lage nahe Bahnhof, hoher Publikumsverkehr |
| Sicherheit | JU beklagt Angstraum, Erwähnung von Beschaffungskriminalität |
| Soziale Hilfe | Niedrigschwellige Angebote durch Café Cosa und Suchthilfe |
Folgen für die Stadt und offene Fragen
Die Forderung der JU wirft mehrere Fragen auf, die die Kommunalpolitik und Verwaltung betreffen: Gibt es einen alternativen Standort für eine geschützte Anlaufstelle, wie würde eine Verlegung die Versorgung von abhängigen und obdachlosen Menschen sichern, und welche Maßnahmen zur Bekämpfung von Beschaffungskriminalität sind geplant? In der öffentlichen Darstellung beklagt die JU zudem, dass von der Verwaltung bislang keine erkennbaren Schritte unternommen worden seien, obwohl ein Auftrag zur Klärung bestanden habe.
Für Wuppertal stellt sich damit ein Spannungsfeld zwischen öffentlicher Wahrnehmung von Sicherheit an prominenten Orten und dem Bedarf an niedrigschwelligen Hilfsangeboten. Eine Verlegung des Café Cosa würde nicht nur logistische Fragen aufwerfen, sondern auch die Versorgungssituation der Betroffenen neu ordnen. Bislang liegen keine Angaben zu möglichen Alternativstandorten, einem Zeitplan oder Reaktionen der Verwaltung im veröffentlichten Bericht vor.
Die Debatte dürfte in den kommenden Wochen auf kommunalpolitischer Ebene weitergeführt werden, da sie Aspekte von Sozialpolitik, Stadtentwicklung und öffentlicher Sicherheit berührt. Klar ist: Der Umgang mit dem Bahnhofsumfeld bleibt ein Thema, das viele Wuppertalerinnen und Wuppertaler unmittelbar betrifft.