Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat eine Antragsschrift beim Landgericht Frankfurt gestellt, mit der sie die dauerhafte Unterbringung eines 38 Jahre alten Mannes in einer forensischen Psychiatrie anstrebt. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen dem 14. und 29. April dieses Jahres in mehreren Fällen Fahrzeuge in Brand gesetzt zu haben – darunter ein Großbrand im Parkhaus am Seedammbad in Bad Homburg.
Gutachten sieht vermindert bis aufgehobene Schuldfähigkeit
In dem von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Ermittlungsbericht heißt es, ein forensisch-psychiatrisches Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass der Mann zum Tatzeitpunkt entweder schuldunfähig oder erheblich vermindert schuldfähig gewesen sei. Vor diesem Hintergrund werde statt einer normalen Anklage eine Antragsschrift nach den Regeln des Strafrechts eingereicht, mit dem Ziel, die dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung zu erreichen.
Der Verdacht richtet sich auf vorsätzliche Brandstiftung. Besonders schwerwiegend war der Vorfall im Parkhaus am Seedammbad von Bad Homburg: Dort soll der Mann am 23. April gegen 17.50 Uhr zwei Fahrzeuge in dem Parkhaus mit insgesamt 550 Stellplätzen angezündet haben. Nach Darstellung der Behörden breitete sich das Feuer auf weitere Fahrzeuge und die Bausubstanz des Parkhauses aus.
„Laut Gutachten war der Beschuldigte zur Tatzeit nicht voll schuldfähig“, so die Mitteilung der Staatsanwaltschaft.
Ausmaß der Schäden und Folgen
Bei dem Feuer im Parkhaus brannten elf Autos komplett aus, weitere 25 Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Sachschaden an den Fahrzeugen beziffert die Staatsanwaltschaft auf rund 800.000 Euro, der Schaden am Parkhaus selbst auf circa 2,3 Millionen Euro. Personen kamen nach bisherigen Angaben nicht zu Schaden.
- Tatzeitraum der Brandserie: 14. bis 29. April
- Brand im Parkhaus: 23. April, ca. 17.50 Uhr
- Festnahme des Beschuldigten: 30. April
- Untersuchungshaft: ab 1. Mai
- Unterbringung in forensischer Psychiatrie: seit 13. Juli
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Vollständig ausgebrannte Fahrzeuge | 11 |
| Beschädigte Fahrzeuge | 25 |
| Geschätzter Sachschaden (Fahrzeuge) | ~800.000 € |
| Geschätzter Schaden am Parkhaus | ~2,3 Mio. € |
Ermittlungsstand und rechtliche Schritte
Die Staatsanwaltschaft führt als zuständige Behörde die Verfahren und hat die Antragsschrift beim zuständigen Landgericht eingereicht. Das Motiv des Beschuldigten sei bislang nicht bekannt, so die Mitteilung. Der Beschuldigte, der die rumänisch-moldauische Staatsangehörigkeit besitzt, wurde am 30. April in einer Wohnungslosenhilfe der Caritas in Bad Homburg festgenommen und am folgenden Tag in Untersuchungshaft genommen. Seit dem 13. Juli befindet er sich nach Angaben der Behörde in einer forensischen Psychiatrie.
Weil das Gutachten die Frage der Schuldfähigkeit offenlegt, richtet sich das weitere Verfahren weniger auf Strafzumessung als auf die Sicherung und den Schutz der Allgemeinheit sowie auf notwendige therapeutische Maßnahmen. In Fällen, in denen Schuldfähigkeit ausgeschlossen oder stark eingeschränkt ist, ist die dauerhafte Unterbringung ein Instrument, um Gefahren abzuwehren und gleichzeitig Behandlung zu ermöglichen.
Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine weiteren Details zu möglichen Hintergründen der Brandserie veröffentlicht.
Für Leserinnen und Leser in der Region bleibt die Nachricht ein Hinweis darauf, wie komplex die Verknüpfung vonkriminalrechtlicher Verantwortung und psychischer Erkrankung in der Praxis ist und welche Folgen ein derartiger Schadenfall für Betroffene, Halterinnen und Halter sowie die städtische Infrastruktur haben kann.