Fund in Waldstück löst Großeinsatz aus
Bei einem Einsatz in einem Waldgebiet nahe Flensburg sind am Dienstag verpackte menschliche Leichenteile entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft Flensburg und die Mordkommission haben Ermittlungen eingeleitet; die Polizei fahndet seither nach weiteren Spuren in dem Bereich.
Nach Angaben der Ermittler fand ein Jäger den Fund am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr im Bereich des Waldstücks „Friedholz“ in Glücksburg. Die Entdeckung betraf demnach einen in Plastikfolie verpackten männlichen Torso. Andere Körperteile, unter anderem der Kopf, fehlen bislang.
Ermittler gehen von Gewaltverbrechen aus
Wegen der Auffindesituation werteten Staatsanwaltschaft und Polizei die Lage als Verdacht auf ein Gewaltverbrechen. Vor Ort waren das Kommissariat 1 der BKI Flensburg, die Spurensicherung sowie etwa 40 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Schleswig-Holstein im Einsatz, um das Gelände nach weiteren Hinweisen abzusuchen.
„Man gehen aufgrund der Auffindesituation von einem Gewaltverbrechen aus.“
Die Ermittlungen umfassen demnach sowohl die Spurensicherung am Fundort als auch die vorbereitenden Maßnahmen für eine Obduktion. Diese Untersuchung der bereits entdeckten Leichenteile soll noch am Mittwoch stattfinden. Weitere Details zu Identität, Tathergang oder möglichen Tatmotiven machten die Behörden zunächst nicht publik.
Suche nach Zeugen und Hinweisen
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Gesucht werden Personen, die in den Tagen oder Wochen vor dem Fund verdächtige Beobachtungen gemacht haben könnten, insbesondere zu auffälligen Personen oder Fahrzeugen im Bereich „Friedholz“/„Pugumer See“.
- Hinweis-Telefon: 0461 484-0
- E-Mail für Hinweise: k1.flensburg.bki@polizei.landsh.de
Die Polizei betont, dass sich Hinweise auch auf vermeintlich unbedeutende Beobachtungen beziehen können. Jede noch so kleine Information könne für die Aufklärung des Falls relevant sein.
Auswirkungen vor Ort und regionale Reaktionen
Der Fund hat in der Region für Betroffenheit gesorgt. Waldgebiete bei Glücksburg und Flensburg sind bei Spaziergängern und Erholungssuchenden gleichermaßen beliebt; die Behörden haben deshalb den Bereich intensiv abgesucht, um weitere Gefahren auszuschließen und Spuren zu sichern. Konkrete Sperrungen oder zeitliche Einschränkungen für Spaziergänger nannte die Polizei zunächst nicht für alle betroffenen Flächen, kündigte aber an, den Ort weiterhin zu kontrollieren.
Für die Ermittler stellt sich neben der Identifizierung des Opfers die Frage nach dem Tatzeitpunkt und dem Ort der Tat. Da nur Teile des Leichnams gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass weitere Spurensuche erforderlich ist, auch außerhalb des unmittelbaren Fundbereichs.
Verfahren und weiteres Vorgehen
Die Staatsanwaltschaft Flensburg führt die Ermittlungen in Abstimmung mit der Mordkommission. Nach Abschluss der planmäßigen Obduktion sollen Ergebnisse zur Todesursache und mögliche Identifizierungsmerkmale veröffentlicht werden, soweit dies mit den laufenden Ermittlungen vereinbar ist. Die Polizei kündigte an, zu gegebener Zeit weitere Informationen bekanntzugeben, bittet die Bevölkerung jedoch um Verständnis dafür, dass zunächst zurückhaltend mit Details umgegangen werde, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Für Hinweise aus der Bevölkerung stehen die oben genannten Kontaktwege zur Verfügung. Zeugenaufrufe und sichtbare Polizeipräsenz sollen dazu beitragen, offene Fragen zu klären und die Vorgänge rund um den Fund lückenlos aufzuklären.