Weniger Kliniken für Geburten in Saarlouis ab 2028
Die beiden Träger der Krankenhäuser in Saarlouis sowie das Gesundheitsministerium des Saarlandes haben angekündigt, dass die Geburtsstation des DRK-Krankenhauses Saarlouis aufgegeben wird. Ab 2028 werde es in Saarlouis nur noch eine Entbindungsstation geben: die des Marienhaus Klinikums, das seine Kapazitäten in der Geburtshilfe ausbauen will. Als Gründe nannten die Beteiligten den Abbau von Doppelstrukturen und eine Konzentration der geburtshilflichen Angebote.
Was das für werdende Eltern in Saarlouis bedeutet
Die Verantwortlichen sagen, dass Frauen weiterhin in Saarlouis entbinden können sollen. Die Geschäftsführerin der Marienhaus-Kliniken, Anke Klauck, betonte, dass das Haus Personal aufstocken und ungenutzte Räume zu einer neuen Entbindungsstation umbauen werde, um die Versorgung sicherzustellen.
„Es kann auch in Zukunft jede Frau, die das möchte, in Saarlouis ihr Kind zur Welt bringen.“
Für werdende Eltern konkret heißt das: Zwar bleibt eine geburtshilfliche Versorgung vor Ort erhalten, künftig aber nur noch an einer Stelle. Das kann für manche Familien längere Wege, weniger Wahlmöglichkeiten bei Kliniken und stärkere Auslastung der verbliebenen Station bedeuten. Die Marienhaus-Kliniken sprechen von einem Ausbau und einer Personalaufstockung, um diese Folgen abzufedern.
Beschäftigte und künftige Ausrichtung des DRK-Krankenhauses
Der Träger des DRK-Krankenhauses kündigte an, dass allen bisherigen Mitarbeitenden der Geburtsstation ein Angebot zur Weiterbeschäftigung gemacht werden solle. Konkrete Zusagen zur Zahl der übernommenen Beschäftigten oder zu Zeitrahmen nannte die Leitung nicht in der Mitteilung.
Gleichzeitig plant das DRK-Krankenhaus laut Geschäftsführer Matthias Adler einen neuen Schwerpunkt im Bereich Neurologie. Ziel sei, Schlaganfallpatienten nicht nur erstzuversorgen, sondern sie während des gesamten Genesungsweges zu begleiten. Damit würde sich das Profil des Hauses deutlich verändern und spezialisierte neurologische Behandlungen in Saarlouis weiter ausgebaut.
Geburtszahlen im Saarland: Einordnung der Entscheidung
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund unterschiedlicher Geburtenaufkommen in saarländischen Kliniken. Nach den verfügbaren Zahlen für 2025 ist das DRK-Krankenhaus Saarlouis der kleinste Geburtsstandort im Land. Die Geburtenzahlen der Kliniken im Saarland für 2025 lauten:
| Klinik | Geburten 2025 |
|---|---|
| Caritas Klinikum Saarbrücken | 1.661 |
| Marienhaus Klinikum Neunkirchen | 1.637 |
| Klinikum Saarbrücken, Winterberg | 1.469 |
| Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg | 1.294 |
| Marienhaus Klinikum Saarlouis | 1.205 |
| DRK Krankenhaus Saarlouis | 649 |
- Die DRK-Station in Saarlouis verzeichnete 2025 mit 649 Geburten die geringste Fallzahl der saarländischen Geburtskliniken.
- Das Marienhaus Klinikum Saarlouis verzeichnete 2025 1.205 Geburten und soll erweitert werden.
- Der Umbau ungenutzter Räume und die Personalaufstockung sollen künftig die geburtshilfliche Versorgung in Saarlouis sichern.
Regionale Bedeutung und nächste Schritte
Die Umstrukturierung in Saarlouis ist Teil einer breiteren Debatte über Versorgungskonzentration und die Schließung kleinerer Geburtsstationen. In anderen Regionen Deutschlands wurden ähnliche Entscheidungen bereits getroffen, um Personal und Ressourcen zu bündeln. Für Saarlouis steht nun die praktische Umsetzung an: Umbauarbeiten am Marienhaus, Personalgewinnung und die Gestaltung des neuen neurologischen Schwerpunkts im DRK-Haus.
Konkrete Zeitpläne für Umbau und Personalübernahmen wurden bislang nur teilweise genannt; das Zieljahr für die Umstellung ist 2028. Für werdende Eltern, Beschäftigte und weitere Betroffene in Saarlouis wird entscheidend sein, wie lückenlos die Übergangsphase organisiert wird und ob die angekündigten Beschäftigungsangebote sowie der Ausbau der Marienhaus-Station ausreichen, um eine flächendeckende, sichere Geburtshilfe vor Ort zu gewährleisten.
Die Ankündigung wurde gemeinsam mit dem saarländischen Gesundheitsminister veröffentlicht; weitere Details und Stellungnahmen der kommunalen Ebenen werden in den kommenden Wochen erwartet.