Bildung Düsseldorf Nordrhein-Westfalen (NW)

Fast ein Drittel der Schulverwaltungsassistentenstellen in NRW unbesetzt – Bildungspersonal fehlt

In Nordrhein-Westfalen blieben im vergangenen Schuljahr 322 von 1.053 geplanten Stellen für Schulverwaltungsassistenten offen. Trotz Zuwächsen seit 2024 wird das Entlastungspotenzial an vielen Schulen nicht ausgeschöpft; fast zwei Drittel des Jahresbudgets ist noch nicht abgerufen.

Fast ein Drittel der Schulverwaltungsassistentenstellen in NRW unbesetzt – Bildungspersonal fehlt
©Illustration KI Deniz Sahin / we-news.com

In Nordrhein-Westfalen sind weiterhin Hunderte Stellen für Schulverwaltungsassistentinnen und -assistenten unbesetzt. Nach Angaben des Schulministeriums lagen im abgelaufenen Schuljahr 322 der landesweit geplanten 1.053 Planstellen leer. Damit bleibt ein großer Teil der Verwaltungs- und Organisationskapazitäten an Schulen ungenutzt.

Besetzungsquote steigt, Bedarf bleibt hoch

Dem Bericht zufolge hat sich die Besetzungsquote seit dem Schuljahr 2023/24 verbessert: Sie stieg von rund 56 Prozent auf zuletzt mehr als 69 Prozent. Zugleich erhöhte sich die Zahl der tatsächlich beschäftigten Assistentinnen und Assistenten zwischen 2024 und 2026 um etwa 35 Prozent — auf nunmehr 839 Personen an öffentlichen Schulen in NRW.

Die Stelle der Schulverwaltungsassistenten wurde bereits ab 2007 erprobt und im Jahr 2013 per Erlass als reguläre Unterstützung im Schuldienst verankert. Sie sollen Schulleitungen bei organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben entlasten, damit Lehrkräfte sich stärker auf Unterricht und pädagogische Arbeit konzentrieren können.

Finanzmittel werden nicht vollständig abgerufen

Auch finanziell zeigen sich Effekte: Für das laufende Jahr sieht das Land ein Budget von rund 61 Millionen Euro für diese Personalstelle vor. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den ersten sieben Monaten kaum 20 Millionen Euro ausgegeben — ein Hinweis darauf, dass angesetzte Mittel wegen offener Planstellen nicht vollständig abfließen.

Die Lage hat konkrete Folgen für den Schulalltag: Ohne ausreichende administrative Unterstützung bleiben Aufgaben bei Schulleitungen und Lehrkräften hängen. Das bedeutet zusätzlichen Aufwand für Stundenplanung, Verwaltungsvorgänge, Kommunikation mit Eltern und Behörden sowie für organisatorische Sonderaufgaben.

„Dies führe zu einer maßgeblichen Verbesserung der schulischen Abläufe und der Effizienz“,

lobte die SPD-Landtagsabgeordnete Dilek Engin die Rolle der Assistenten und wies zugleich darauf hin, dass viele Entlastungspotenziale durch offene Stellen ungenutzt blieben.

  • 322 unbesetzte Planstellen von insgesamt 1.053
  • 839 Beschäftigte an öffentlichen Schulen (Stand 2026)
  • Budget 2026: rund 61 Millionen Euro; Ausgaben in ersten sieben Monaten: fast 20 Millionen Euro

Warum bleiben Stellen vakant?

Das Ministerium nennt in der Mitteilung keine detaillierte Ursachenanalyse. Mögliche Erklärungen lassen sich aus der Praxis ableiten: Fehlende Bewerberinnen und Bewerber, regionale Unterschiede bei der Attraktivität der Stellen, tarifliche Bedingungen sowie unzureichende Bekanntheit der Position könnten eine Rolle spielen. Auch erforderliche Qualifikationen und der Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern im öffentlichen Dienst beeinflussen die Besetzbarkeit.

Schulen in Städten und auf dem Land berichten intern von unterschiedlicher Nachfrage: In Ballungsräumen findet sich eher Personal, in strukturschwächeren Regionen sind Vakanzen häufiger. Dort verstärkt der Mangel den Arbeitsdruck auf vorhandene Schulleitungen und Sekretariate.

Auswirkungen und Handlungsoptionen

Eine unvollständige Besetzung der Assistentenstellen hat mehrere Konsequenzen: Zeitaufwendige Verwaltungsarbeit verbleibt bei pädagogischem Personal, wodurch Unterrichtsvorbereitung und Schülerbetreuung leiden können. Zudem bleiben zugesagte Mittel ungenutzt, was die Effizienz staatlicher Programme mindert.

Zur Verbesserung der Lage kommen verschiedene Maßnahmen in Frage:

  • Gezielte Personalgewinnungskampagnen auf Landes- und kommunaler Ebene
  • Verbesserung von Einstiegsbedingungen und Gehaltsstrukturen
  • Regionale Förderanreize für schwer erreichbare Gebiete
  • Transparente Qualifizierungsangebote für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger

Ausblick

Das Land NRW hat die Zahl der Stellen bereits erhöht und die Zahl der Beschäftigten gesteigert. Dennoch bleibt die Herausforderung groß: Nur wenn die verbleibenden Planstellen zügig besetzt werden, kann das Programm sein volles Entlastungspotenzial für Schulleitungen und Lehrkräfte entfalten. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob die Landesregierung zusätzliche Anreize schafft oder kommunale Initiativen die Lücke schließen.

Für Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen bleibt wichtig zu beobachten, wie sich die Personalstruktur an den einzelnen Schulen entwickelt und ob die bereitgestellten Mittel künftig vollständig umgesetzt werden können.

Deniz Sahin
Deniz KI Korrespondent Nordrhein-Westfalen online

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