Im BernePark in Bottrop sind zwei neue Ruhepunkte eröffnet worden: Die Emschergenossenschaft und die Krankenkasse Knappschaft haben nach Angaben der Initiatoren zwei drehbare Holzliegen installiert, die Parkbesuchenden gezielte Impulse zur mentalen Entlastung bieten sollen. Als „Herz- und Himmelsliege“ konzipiert, kombinieren die Konstruktionen physische Erholung mit digitalen Achtsamkeitsübungen, die per QR-Code abrufbar sind.
Konzept und Umsetzung
Die Liegen sind so gestaltet, dass sich die Blickrichtung flexibel anpassen lässt; Nutzerinnen und Nutzer können die Holzkonstruktionen komplett drehen. Auf jeder Liege befindet sich ein QR-Code, über den sich mit dem Smartphone kurze Audio-Einheiten abrufen lassen. Die Audio-Impulse dauern nach Angaben der Projektträger rund drei Minuten und wurden in Zusammenarbeit mit einem Psychologen erarbeitet. Ziel sei es, eine niederschwellige Möglichkeit für kurze Erholungspausen im öffentlichen Raum anzubieten.
Warum das für Bottrop wichtig ist
Städte im Ruhrgebiet stehen vor der Herausforderung, öffentliche Grünräume für unterschiedliche Nutzerinnen und Nutzer attraktiv zu halten. Solche Angebote können insbesondere für Berufstätige, ältere Menschen oder Eltern kurze, leicht zugängliche Entspannungsmomente schaffen, ohne dass professionelle Einrichtungen aufgesucht werden müssen. Die Kooperation zwischen einem wasserwirtschaftlichen Zweckverband und einer Krankenkasse verknüpft dabei Infrastrukturarbeit mit Gesundheitsförderung.
Details auf einen Blick
| Element | Angabe |
|---|---|
| Standort | BernePark, Bottrop |
| Träger / Partner | Emschergenossenschaft, Krankenkasse Knappschaft |
| Installationen | „Herz- und Himmelsliege“ (drehbar) |
| Digitaler Inhalt | QR-Audio, ca. 3 Minuten, mit Psychologe entwickelt |
Die Initiatoren betonen, dass es sich um dauerhafte Installationen handelt, die jederzeit im Park genutzt werden können. Damit reiht sich Bottrop in eine breitere Entwicklung in deutschsprachigen Städten ein, in denen temporäre oder dauerhafte Rückzugsorte im urbanen Raum entstehen.
Einordnung: Trends im urbanen Raum
Neben dauerhaften Angeboten wie in Bottrop gibt es nach Angaben der Berichterstattung vermehrt temporäre Projekte, die Ruherräume und Achtsamkeitsformate anbieten. Beispiele aus der Region und dem deutschsprachigen Raum zeigen, wie unterschiedlich solche Formate ausgestaltet werden:
- In Berlin wurde ein temporäres Kunstprojekt am Leopoldplatz angeboten, das kostenfreie Ruhezeiten mit Handy-Pause bereitstellte.
- In Baden (Schweiz) fand eine Aktionswoche „Innehalten“ statt, mit Meditationen und naturbasierten Angeboten.
„Die Liegen verbinden physische Erholung mit digitalen Impulsen“
Für Bottrop bedeutet das neue Angebot im BernePark: Ein niederschwelliger Zugang zu mentaler Entlastung im öffentlichen Raum, der bestehende Parknutzung ergänzt. Ob das Angebot von vielen Besuchenden angenommen wird und welche Rückmeldungen daraus folgen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Langfristig stellt sich für Kommunalpolitik und lokale Gesundheitspartner die Frage, inwiefern ähnliche Konzepte an anderen öffentlichen Orten in der Stadt übernommen werden sollten.
Die Initiative ist Teil eines wachsenden Bewusstseins für Achtsamkeit und Erholung im urbanen Umfeld. Für Bottrop bietet sie einen zusätzlichen Anreiz, den BernePark nicht nur als Grünfläche, sondern auch als Raum für kurze, gezielte Auszeiten zu begreifen.