Langfristige Nachbarschaftsarbeit in einem vielgestaltigen Quartier
Der Bewohnertreff Oase der Diakonie in der Gustav-Heinemann-Straße ist seit 25 Jahren ein fester Anlaufpunkt im Quartier. Das Raumangebot in dem hellen Holzbau liegt zwischen drei Hochhäusern und wird nach Angaben der Einrichtung täglich von deren Leiter, Christian Looft-Kaufmann, betreut. Rund 750 Menschen aus 25 Nationen leben in dem Bereich, der aufgrund seiner Sozialstruktur andernfalls als Brennpunkt gelten könnte. Die Diakonie und lokale Partner setzen bewusst auf Vernetzung, Beteiligung und Aktivierung der Bewohner, um Konflikte zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhöhen.
Partizipation als Kernelement: Mieterbeirat und Ehrenamt
Wesentlicher Baustein der Arbeit ist die Einbindung der Bewohner in Entscheidungsprozesse. Dazu wurde jüngst ein neu gegründeter Mieterbeirat eingerichtet, der Anliegen aus der Nachbarschaft sammelt und umsetzt. Prominentes Beispiel für gelungene Beteiligung ist Gayane Avetisyan, die nach eigenen Angaben vor 35 Jahren aus Albanien nach Deutschland kam und seit dem Ende ihrer Berufstätigkeit ehrenamtlich tätig ist. Avetisyan ist im Mieterbeirat aktiv und hat gemeinsam mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern ein Stadtteilfest organisiert.
Stadtteilfest als Ausdruck gelebter Vernetzung
Das von den Bewohnern initiierte Fest war laut Bericht ein Treffpunkt für Jung und Alt. Auf dem Programm standen Gemeinschaftsaktionen, ein Trödelmarkt sowie kulinarische Angebote aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Kinder nutzten eine Hüpfburg, es gab Mitmachaktionen und Raum für Begegnung. Die Organisation erfolgte in enger Kooperation mit der Diakonie und der AWG. Besonders hervorgehoben wurde die hohe Beteiligung muslimischer Frauen, denen durch die Angebote Möglichkeiten zur Mitwirkung eröffnet werden.
- Trödelmarkt
- Hüpfburg für Kinder
- Mitmachaktionen und Informationsstände
- Internationale Speisen und Getränke
„Ich bin sehr glücklich, dass ich hier tätig sein und helfen kann“, erklärte eine der Aktiven.
Konsequenzen für das Quartier und die Stadt
Die im Bericht beschriebenen Aktivitäten zeigen, wie lokale Initiativen Spannungen abmildern und ein solidarisches Miteinander fördern können. Die Einrichtung leistet dadurch nicht nur soziale Unterstützung, sondern wirkt auch präventiv: Indem Bewohnerinnen und Bewohner Verantwortung übernehmen, sinkt die Wahrscheinlichkeit von sozialen Konflikten, und das Vertrauen in Nachbarschaftsstrukturen wächst. Zugleich eröffnet die Beteiligung Frauen, die aus Herkunftsländern kommen, in denen Partizipation für sie eingeschränkt war, neue Handlungsspielräume.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bestehen des Treffs | 25 Jahre |
| Bewohner im Quartier | 750 Personen |
| Vertretene Nationen | 25 |
Für Wuppertal bedeutet das Engagement in der Gustav-Heinemann-Straße ein konkretes, lokal verankertes Beispiel dafür, wie soziale Integration und Nachbarschaftshilfe praktisch umgesetzt werden können. Der Bewohnertreff Oase bleibt damit eine wichtige Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner, die Räume für Beteiligung und Begegnung suchen.
Die Fortführung solcher Angebote hängt weiterhin von der Unterstützung durch Träger, kommunale Stellen und ehrenamtliches Engagement ab. Die Zusammenarbeit mit der AWG und der Diakonie wird im Bericht als tragende Säule genannt; durch diese Kooperationen konnten Projekte wie das Stadtteilfest realisiert werden, die über die reine Sozialarbeit hinaus zum Gemeinschaftsgefühl beitragen.
In den kommenden Monaten dürfte die Arbeit des Bewohnertreffs für Entscheidungsträger in Stadt und Wohnungswirtschaft ein Beispiel dafür sein, wie niedrigschwellige Beteiligungsangebote zu einem nachhaltigeren und friedlicheren Zusammenleben in nachbarschaftlich dicht besiedelten Quartieren beitragen können.