Nach einer längeren Verfolgungsfahrt durch den Kreis Segeberg ist die Polizei am frühen Sonntagmorgen ein 17-Jähriger ins Netz gegangen. Die Fahndung begann wegen eines Fahrzeugs, das in Schlangenlinien auf der Autobahn 7 von Hamburg in Richtung Neumünster unterwegs gewesen sein soll. Kontrollversuche des Fahrers entzog sich das Fahrzeug durch Flucht; stoppen konnten die Einsatzkräfte den Jugendlichen erst, nachdem sein Auto in einem Graben zum Stillstand kam, teilte die Polizei mit.
Von der Autobahn in die Stadt
Zeugen hatten die Beamten alarmiert, nachdem sie den Wagen auf der A7 beobachtet hatten. An der Anschlussstelle Bad Bramstedt verließ der Fahrer die Autobahn. Dort waren bereits Kräfte der Diensthundestaffel positioniert, dennoch gelang es dem Flüchtenden, weiterzufahren. Mehrere Streifen folgten dem Auto in die Innenstadt von Bad Bramstedt, wo es laut Polizeiangaben zu mehreren gefährlichen Situationen kam.
| Station | Beschreibung |
|---|---|
| Autobahn A7 | Zeugen melden Schlangenlinien, erste Kontrollversuche |
| Anschlussstelle Bad Bramstedt | Fahrzeug verlässt A7, Diensthundestaffel kann nicht anhalten |
| Stadtgebiet Bad Bramstedt | Gefährliche Manöver, Fahrt durch Vorgärten, Beschädigungen an geparkten Autos |
| Ende der Flucht | Auto bleibt in einem Graben stecken; Festnahme nach Widerstand |
Im weiteren Verlauf der Fahrt sei der Jugendliche auf ein Feld gefahren und habe dabei auf Polizisten zugehalten, sodass sich die Beamten nur durch einen Sprung zur Seite retten konnten, heißt es in der Mitteilung. Außerdem durchquerte der Wagen Vorgärten und verursachte dort Schäden; zwei geparkte Fahrzeuge wurden gerammt.
Festnahme und mutmaßliche Straftaten
Die Polizei nahm den 17-Jährigen vorläufig fest. Bei ihm ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von 0,88 Promille. Nach Angaben der Ermittler leistete der Jugendliche bei der Festnahme Widerstand.
- Verdächtige Delikte, gegen die nun ermittelt wird, umfassen unter anderem: verbotenes Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs, Nötigung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis.
Die Polizei sprach von einer „ganzen Reihe von Straftaten“, die nun juristisch geprüft werden. Konkrete Angaben zu weiteren Ermittlungsmaßnahmen machte die Behörde zunächst nicht.
Auswirkungen und Hintergründe
Der Fall zeigt gleich mehrere sicherheitsrelevante Problempunkte: minderjährige Fahrzeugführer ohne gültige Fahrerlaubnis, Alkoholeinfluss am Steuer und die Gefährdung unbeteiligter Verkehrsteilnehmer und Anwohner durch rücksichtsloses Fahrverhalten. Solche Verläufe führen regelmäßig zu erheblichen Aufwänden bei Polizei und Rettungskräften sowie zu Schäden an privatem Eigentum.
Für die betroffenen Anwohner in Bad Bramstedt bedeutet der Vorfall nicht nur materielle Schäden an Vorgärten und parkenden Fahrzeugen, sondern auch eine belastende Erfahrung durch die nächtliche Verfolgungsfahrt. Die Polizei prüft nun Schadensersatzansprüche der Geschädigten und mögliche weitere straf- und jugendrechtliche Folgen für den Beschuldigten.
Was jetzt passiert
Die Ermittlungen dauern an. Im Mittelpunkt stehen zum einen die strafrechtlichen Vorwürfe, zum anderen die Frage, in welchem Umfang weitere Verkehrsverstöße und Gefährdungen während der Fahrt nachgewiesen werden können. Bei Minderjährigen kommen oft zusätzlich das Jugendgerichtsgesetz sowie erzieherische Maßnahmen in Betracht; hierzu machte die Polizei jedoch keine Angaben.
Die Behörden rufen Zeugen, die die Fahrt beobachtet haben oder deren Fahrzeuge oder Grundstücke beschädigt wurden, dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Konkrete Telefonnummern wurden in der ersten Mitteilung nicht genannt.
Die Ermittler betonen, dass der Fall exemplarisch dafür stehe, wie gefährlich Alkoholkonsum am Steuer selbst bei jungen Fahrern sein kann. Die Polizei in Schleswig-Holstein setzt nach eigenen Angaben weiter auf Präsenzkontrollen und auf präventive Aufklärung, um solche Vorfälle zu verhindern.
Zu möglichen strafrechtlichen Folgen und weiteren Ermittlungsständen will die Polizei zu einem späteren Zeitpunkt detailliertere Auskünfte geben.