Vermehrt falsche Anrufer, die Geld fordern
Das Klinikum Ingolstadt hat am Montag, 21. September 2026, vor einer mutmaßlich organisierten Betrugsmasche per Telefon gewarnt. Nach Angaben des Hauses geben sich Unbekannte bei ihren Opferanrufen als Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen des Krankenhauses aus und präsentieren erfundene Notlagen, um so Bargeld zu erlangen.
Typischer Ablauf: Die Täuschenden behaupten, ein Angehöriger sei ins Klinikum eingeliefert worden und für dessen Behandlung werde nun kurzfristig ein bestimmter Betrag in Euro benötigt. Zur Abholung des geforderten Geldes würden angeblich Boten des Klinikums geschickt. Das Krankenhaus betont ausdrücklich, dass diese Darstellung nicht der Wahrheit entspricht.
„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums werden niemals telefonisch um Geldzahlungen bitten.“
Die Mitteilung des Klinikums stellt zudem klar, dass es keine Boten beauftrage, die Geld bei Angehörigen von Patientinnen und Patienten abholen. Die Einrichtung distanziere sich „mit aller Deutlichkeit“ von derartigen Anrufen.
Konkrete Warnung und Hinweise der Behörden
Die Kriminalpolizei (Kripo) gibt ergänzende Ratschläge, wie Anrufende reagieren sollten. In ihrer Präventionsempfehlung heißt es unter anderem: „Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei derartigen Anrufen! Beenden Sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten beziehungsweise Informationen preiszugeben!“
Das Klinikum empfiehlt Betroffenen ausdrücklich, auf entsprechende Forderungen nicht einzugehen, kein Geld zu übergeben und umgehend die Polizei zu informieren. Bei Unsicherheiten könne man sich außerdem direkt an das Klinikum wenden.
Bekannter Schadensfall in Ingolstadt
Die Warnung kommt nicht ohne Grund: In einem bereits öffentlich gewordenen Fall ist eine 80 Jahre alte Frau aus Ingolstadt auf eine solche Lügengeschichte hereingefallen und hat Bargeld und Münzen an einen ihr fremden Mann übergeben. Solche sogenannten Schock‑Anrufe sind in der gesamten Region seit Jahren ein Problem, trotz wiederholter Warnungen gelingt es Betrügern immer wieder, insbesondere ältere Menschen zu täuschen.
Praktische Verhaltensregeln
Für die schnelle Orientierung sind die wichtigsten Punkte, wie Behörden und Klinikum sie empfehlen, hier zusammengefasst:
- Beenden Sie bei Verdacht das Gespräch sofort.
- Geben Sie keine persönlichen Daten, Bankinformationen oder Adressen am Telefon preis.
- Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände an unbekannte Abholer.
- Rufen Sie im Zweifel die Ihnen bekannte Nummer des Krankenhauses oder die Notrufnummer der Polizei an.
| Situation | Empfohlenes Vorgehen |
|---|---|
| Unverlangte Geldforderung am Telefon | Gespräch beenden, Polizei informieren |
| Abholer an der Haustür | Nicht öffnen, keine Wertsachen herausgeben, Polizei rufen |
| Unsicherheit über Patienteninformation | Direkt beim Klinikum unter bekannter Nummer nachfragen |
Konsequenzen für die lokale Gemeinschaft
Die Betrugsmasche trifft vor allem Menschen, die emotional aufgebracht sind oder unter Stress stehen – etwa in Sorge um kranke Angehörige. Institutionen wie das Klinikum Ingolstadt stehen deshalb in der Pflicht, nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern auch die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren, wenn das Vertrauen in den Krankenhausalltag mißbraucht wird. Auch Angehörige sind gefragt: Regelmäßige Absprachen innerhalb der Familie und eindeutige Vorgehensweisen in Notfällen können Tätern die Grundlage für solche Schock‑Strategien entziehen.
Die Polizei in der Region hat solche Fälle bereits in der Vergangenheit registriert und weist darauf hin, dass Täter oft gezielt ältere Menschen anrufen. Daher sind Nachbarschaftsnetze, Beratungsangebote und Präventionsarbeit wichtige Instrumente, um weitere Schadensfälle zu verhindern.
Betroffene in Ingolstadt werden gebeten, im Verdachtsfall die Polizei zu informieren und gleichzeitig das Klinikum zu kontaktieren, falls Unklarheiten über die Echtheit einer Mitteilung bestehen.
Weitere Informationen und konkrete Ansprechpartner stellt das Klinikum in seiner Pressemitteilung zur Verfügung.
Hinweis: Die Redaktion berichtet über Entwicklungen zu diesem Thema, sobald weitere offizielle Informationen von Polizei oder Klinikum vorliegen.