Der Gemeinderat von Wohlen hat auf eine Anfrage des SVP-Einwohnerrats Renato-Raffaele Hübscher zur Situation an der Schulanlage Bünzmatt reagiert. Anlass war ein Prüfbericht der kantonalen Schulaufsicht Ende 2023, der in mehreren Schuleinheiten der Gemeinde – namentlich im Kindergarten, in Junkholz und im Bünzmatt/Anglikon – Defizite im Arbeits- und Betriebsklima festgehalten hatte. In einer Nachbefragung im Frühjahr 2024 zeigte sich laut Gemeinderat jedoch eine positive Entwicklung.
Hintergrund: Prüfbericht und Nachbegleitung
Die kantonale Qualitätskontrolle hatte Ende 2023 insbesondere ein belastetes Arbeitsklima, eine «Unzufriedenheit mit Information und Entscheidungsprozessen der Schulführung» sowie eine «schwache Identifikation von Lehrpersonen mit ihrer Schule» in den genannten Schuleinheiten festgestellt. Auf diese Erkenntnisse hin schaltete die Schulaufsicht die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ein. Diese begleitete die betroffenen Einheiten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
- Begleitung durch FHNW statt formaler Empfehlungen;
- Einleitung von Teamentwicklungsprozessen;
- Einführung von Instrumenten zur Krisen- und Konfliktbewältigung.
Reaktion des Gemeinderats und aktueller Stand
In den Antworten an den Einwohnerrat legt der Gemeinderat dar, wie auf die Beanstandungen reagiert wurde. Die Begleitung durch die FHNW habe nicht in konkreten, schriftlichen Empfehlungen geendet, sondern in einem längerfristigen Prozess mit Fokus auf Teamentwicklung und auf instrumenteller Unterstützung für Krisen- und Konfliktbewältigung. Der Gemeinderat betont, die Schulführung nehme geäusserte Bedenken ernst und setze begleitende Massnahmen um.
«Die Schulführung nimmt geäusserte Bedenken ernst»
Gleichzeitig widerspricht der Gemeinderat dem Eindruck, Bünzmatt falle heute besonders negativ auf. Er schreibt, ihm lägen «keine Kenntnis, von Rückmeldungen von Kindern, Eltern oder Lehrpersonen aus dem Bünzmatt, die auf grössere Herausforderungen hinweisen als in den anderen» Schuleinheiten vor. Die Nachbefragung durch den Kanton hatte laut Gemeinderat im Frühjahr eine «positive Entwicklung» in Kindergarten sowie in den Primarschulen Junkholz und Bünzmatt/Anglikon bestätigt.
Was bleibt offen
Trotz positiven Signalen aus der Nachkontrolle und der Begleitung durch die FHNW beantwortet die aktuelle Mitteilung des Gemeinderats nicht alle Fragen der Öffentlichkeit vollständig. Insbesondere konkrete Zahlen zur Personalfluktuation, zu Austrittsgründen einzelner Lehrpersonen oder zur konkreten Umsetzung der neuen Instrumente an einzelnen Standorten nennt der Gemeinderat in seiner schriftlichen Antwort nicht detailliert. Ebenso wenig sind in den Antworten ausführliche Aussagen zu Zeitplänen oder zu überprüfbaren Erfolgskriterien enthalten.
| Schuleinheit | Festgestellte Probleme (Ende 2023) | Massnahmen |
|---|---|---|
| Kindergarten | Belastetes Arbeitsklima, Informationsdefizite | Begleitung durch FHNW, Teamentwicklung |
| Primarschule Junkholz | Unzufriedenheit mit Entscheidprozessen | Instrumente zur Konfliktbewältigung |
| Bünzmatt/Anglikon | Schwache Identifikation von Lehrpersonen | Teamentwicklung, Beratung |
Die vorliegenden Antworten zeigen, dass die Gemeinde und die Schulführung den Befund ernst nehmen und externe Fachstellen eingebunden haben. Ob die getroffenen Massnahmen langfristig greifen und die Arbeitszufriedenheit sowie die Identifikation der Lehrpersonen nachhaltig verbessern, wird sich erst in zukünftigen Evaluationen zeigen. Forderungen nach mehr Transparenz in Bezug auf konkrete Zahlen und Zwischenergebnisse bleiben bestehen.
Für Eltern, Lehrpersonen und weitere Betroffene bleibt wichtig, die Entwicklungen vor Ort zu beobachten und gegebenenfalls weitere, gezielte Fragen an den Gemeinderat oder die Schulbehörde zu richten, damit die Massnahmen messbar und nachvollziehbar gemacht werden können.