Die aktuelle BASPO-Studie «Sport Schweiz 2026» zeigt: Der allgemeine Sportboom legt erstmals eine Pause ein, doch das Wandern bleibt unverändert beliebt. Mit 49 Prozent liegt Wandern klar an der Spitze der meistgenutzten Bewegungsformen in der Schweiz, deutlich vor Radfahren (34 Prozent) und Schwimmen (25 Prozent). Selbst wenn der Anteil der Wandernden gegenüber der Vorperiode um 7,9 Prozentpunkte zurückgegangen ist, treiben die Verbliebenen mehr Sporttage in der Natur – die durchschnittlichen Wandertage pro Person stiegen von rund 15 auf 20 Tage pro Jahr.
Breit verankerte Freizeitaktivität
Die Studie unterstreicht, dass Wandern in der Schweiz als eine Art «Lifetime-Sportart» funktioniert. Schon in der Altersgruppe der 15- bis 29-jährigen Männer interessieren sich knapp 30 Prozent für Wandern; mit zunehmendem Alter wächst die Beliebtheit weiter. Wandern bleibt damit generationenübergreifend relevant und erreicht breite Bevölkerungsschichten.
«Die Zahlen zeigen, dass Wandern tief in der Schweizer Bevölkerung verankert ist und als Lifetime-Sportart auch in einer sich verändernden Sportlandschaft nicht an Bedeutung verliert», erklärt Michael Roschi, Geschäftsführer der Organisation Schweizer Wanderwege.
Veränderte Präferenzen – drinnen stärker, draussen stabil
Die Studie berichtet von Differenzen zwischen Indoor- und Outdoor-Aktivitäten: Indoor-Formen wie Krafttraining legten um +6,4 Prozentpunkte zu, Yoga und Pilates gewannen +3,3 Prozentpunkte. Gleichzeitig betreiben 43 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal pro Woche Sport an der frischen Luft. Das zeigt, dass die Natur weiterhin die wichtigste Arena für Bewegung bleibt.
- Wandern: 49% der Bevölkerung, -7,9 Prozentpunkte gegenüber der Vorperiode, aber mehr Aktivität pro Person (durchschnittlich 20 Tage/Jahr)
- Velofahren: 34%
- Schwimmen: 25%
- Skifahren und Jogging: je 23%
- Sport in der Natur: 43% treiben mindestens einmal wöchentlich Sport draussen
Infrastruktur und Gesundheit
Die Studie hebt hervor, dass gut signalisierte Wanderwege eine zentrale Rolle spielen: Nach der freien Natur und dem eigenen Zuhause stehen sie an dritter Stelle der genutzten Sportinfrastrukturen – noch vor Bergbahnen und Skiliften. Für die Gesundheitsförderung und die Lebensqualität der Bevölkerung sind diese Wege demnach essenziell. Die meisten Befragten nennen Gesundheit und körperliche Fitness (93 Prozent) sowie die Freude an der Bewegung (77 Prozent) als Hauptmotivationen für ihre Aktivität im Freien.
| Aktivität | Anteil Bevölkerung |
|---|---|
| Wandern | 49% |
| Radfahren | 34% |
| Schwimmen | 25% |
| Skifahren | 23% |
| Jogging | 23% |
Konsequenzen und praktische Tipps
Die Zahlen haben mehrere Implikationen für Gemeinden, Tourismusdestinationen und Gesundheitsförderung: Erhalt und Ausbau des Wanderwegnetzes bleiben Priorität, ebenso wie einfache Informationsangebote zu Routen und Sicherheit. Als Freizeitreporterin empfehle ich konkrete, umsetzbare Schritte für alle, die öfter oder neu mit dem Wandern beginnen möchten:
- Wählen Sie Routen entsprechend der eigenen Kondition und planen Sie Pausen ein – lieber kürzer und regelmässig als überfordert heimkehren.
- Achten Sie auf gute Schuhe und Wetterschutz; hier zahlt sich Qualität schnell aus.
- Nutzen Sie lokale Informationsstellen (Tourismus, Gemeinde, Schweizer Wanderwege) für aktuelle Weginfos und Varianten.
- Wer öfter draussen aktiv sein will: Kleine Zielsetzungen (z. B. ein zusätzlicher Wandertag pro Monat) fördern Routine und Freude.
Auch wenn die Gesamtzahlen im Sport vorerst stagnieren: Wandern bleibt zentrale Freizeitbeschäftigung und wichtiger Gesundheitsmotor. Die Herausforderung für Politik und Infrastrukturverantwortliche besteht nun darin, dieses Potential nachhaltig zu unterstützen und gleichzeitig neue Zielgruppen – besonders Jüngere – noch gezielter anzusprechen.