Neues Wohnmodell kommt nach Pratteln
Ein Rentnerehepaar aus dem Tessin wird zu einem der ersten Bewohner des neuen Wohnmodells der Genossenschaft Homebase in Pratteln. Hanspeter und Brigitte Mösch geben ihren Wohnsitz am Luganersee auf und beziehen eine 41 Quadratmeter grosse Rohbauwohnung in der Nähe des Bahnhofs Pratteln. Die Einheit wird als Rohbau ohne Innenwände und ohne Heizung übergeben; die Mietenden müssen den Innenausbau selbst übernehmen.
Das Modell kombiniert eine sehr tiefe Monatsmiete von 650 Franken mit einer einmaligen Eigenbeteiligung. Die Möschs müssen nach den Angaben der Genossenschaft 40'000 Franken Eigenkapital einschiessen, um in den Vertrag einzutreten. Dafür entrichten sie fortan die markant reduzierte Miete, übernehmen aber Planung und Umsetzung der Innengestaltung selbst.
Motivation und Erwartungen des Paares
Für das Ehepaar steht neben den finanziellen Überlegungen offenbar auch die Idee einer anderen Wohnform im Vordergrund. Die Möschs zeigten sich laut Bericht begeistert: Sie loben die konzeptionelle Idee und sehen darin eine sinnvolle Art, Wohnraum zu schaffen und zu nutzen. In ihren Äusserungen äussert sich ein klarer Zuspruch fürs Konzept.
«Endlich hat jemand verstanden, wie man gescheit Häuser baut.»
Die Entscheidung, das bekannte Umfeld am Luganersee zu verlassen, ist somit nicht nur eine Budgetfrage, sondern auch eine bewusste Wahl für eine partizipative Wohnform, in der die Mieterinnen und Mieter Verantwortung für den Innenausbau übernehmen.
Konzept: Günstige Miete gegen Eigenleistung
Die Genossenschaftsinitiative setzt auf das Prinzip, Rohbauten zu vermieten und die Mietenden bei der Fertigstellung mit einzubeziehen. Aus Sicht der Genossenschaft entsteht dadurch eine doppelte Ersparnis: Tiefe laufende Kosten für die Bewohnerinnen und Bewohner einerseits und reduzierte Bau- beziehungsweise Ausstattungsanforderungen in der ersten Phase andererseits.
- Wohnfläche: 41 m²
- Monatsmiete: 650 Fr.
- Einmaliges Eigenkapital: 40'000 Fr.
- Zustand bei Bezug: Rohbau (ohne Innenwände, ohne Heizung)
Was bedeutet das für Pratteln?
Für Pratteln sind solche Projekte mehrschichtig relevant. Erstens entstehen zusätzliche, preislich attraktive Wohneinheiten in Bahnhofsnähe, was vor allem für Haushalte mit begrenztem Budget interessant sein kann. Zweitens stellt das Modell neue Anforderungen an Beratung, Begleitung und mögliche Unterstützungsangebote für Mietende, die den Innenausbau selbst organisieren müssen. Drittens wirft es Fragen zur sozialen Durchmischung und zur Tragbarkeit für ältere Menschen auf, die physisch und organisatorisch in der Lage sein müssen, einen Ausbau zu begleiten oder entsprechende Dienstleistungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Die Angaben zur ersten Wohnung in Pratteln beschreiben ein Pilotvorhaben. Ob sich das Modell in weiteren Lagen der Region durchsetzt, hängt unter anderem davon ab, wie gut die Umsetzung vor Ort funktioniert und wie breit das Interesse an solchen Wohnformen ist. Konkrete Angaben zu weiteren Projekten oder Ausweitungen der Homebase-Initiative wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Fazit
Das Prattelner Projekt der Genossenschaft Homebase stellt eine Variante zur Schaffung preisgünstigen Wohnraums dar, die auch Senioren anspricht, die bereit sind, Eigenleistung zu erbringen. Die Kombination aus tiefer Miete (650 Fr.) und hohem Startkapital (40'000 Fr.) ist charakteristisch für dieses Modell. Für die Gemeinde und lokale Akteure ergeben sich Aufgaben in der Information, Beratung und gegebenenfalls Unterstützung der Mietenden beim Innenausbau.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Wohnungsfläche | 41 m² |
| Monatsmiete | 650 Fr. |
| Einmaliges Eigenkapital | 40'000 Fr. |