Die private Kita Moris in Liestal ist vergangenen Freitag in Konkurs gegangen. Die Schliessung wurde für Eltern und Mitarbeitende erst am darauffolgenden Dienstag sichtbar: Eltern wurden kurzfristig aufgefordert, ihre Kinder sofort abzuholen, während Mitarbeiterinnen laut Berichten kurz zuvor telefonisch vom Konkursamt informiert worden seien, dass sie nun arbeitslos seien.
Chaotische Abwicklung und offene Fragen
Mitarbeitende berichten von chaotischen Szenen. Drei Betreuerinnen standen mit bis zu 15 Kindern auf einem Spielplatz, obwohl die Angestellten die Kinder seit dem 11. September nicht mehr hätten betreuen dürfen. Laut Berichten versuchten Mitarbeitende, die Kita-Leitung zu erreichen; andere riefen Eltern an und organisierten die Abholung der Kinder.
„Wir waren alle mega überfordert“,
sagte eine Mitarbeiterin gegenüber der Presse. Weitere Angaben der Angestellten zufolge sei die Geschäftsführerin erst nach der Rückkehr aller Kinder erschienen; ein persönliches Gespräch mit dem Personal habe nicht stattgefunden.
Konkrete Folgen für Familien in Liestal
Eltern stehen nun kurzfristig ohne Betreuungsplatz da. In Berichten ist von rund 28 bis 30 weggefallenen Betreuungsplätzen die Rede. Einige Eltern hatten laut Angaben ihre Betreuungskosten bis Ende September bereits bezahlt und sehen sich nun mit organisatorischen und finanziellen Unsicherheiten konfrontiert. Andere Kitas in Liestal melden infolge der Schliessung eine deutlich erhöhte Nachfrage.
- Betriebsdauer: Die Kita Moris bestand rund fünf Jahre.
- Altersgruppe: Betreuung ab drei Monaten bis zum Kindergarteneintritt in altersgemischten Gruppen.
- Plätze: Rund 28–30 Betreuungsplätze verschwinden kurzfristig.
Wie ging das Konkursamt vor?
Dem Bericht zufolge informierte das Konkursamt die Mitarbeitenden telefonisch über die Entlassung. Damit wussten die Angestellten offenbar mehrere Tage lang nicht, dass der Betrieb bereits eingestellt worden war. Diese Form der Mitteilung hinterlässt Fragen zur Kommunikation und zum Umgang mit betroffenen Mitarbeitenden in solchen Situationen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Datum Konkurs | Letzter Freitag (Vortag der öffentlichen Mitteilung) |
| Erstinformation Eltern/Mitarbeitende | Am folgenden Dienstag |
| Betriebsdauer | Rund 5 Jahre |
| Plätze | Rund 28–30 |
| Betreute Altersgruppe | Ab 3 Monaten bis Kindergarten |
Was bedeutet das für Liestal?
Kurzfristige Schliessungen von Kinderbetreuungsangeboten entziehen Familien rasch die Alltagsstabilität: Erwerbstätige Eltern müssen Ersatzbetreuung finden oder Arbeitszeiten anpassen. Die lokale Angebotsknappheit kann zudem weitere Einrichtungen in Liestal zusätzlich belasten. Aus kommunaler und kantonaler Perspektive stellen sich nun Fragen bezüglich Information, Unterstützung der betroffenen Familien und Prüfung, ob finanzielle Forderungen wie bereits bezahlte Beiträge erstattet werden können.
Konkrete Auskünfte zu offenen Lohnforderungen der Mitarbeitenden, zu angemeldeten Betreuungsverträgen oder zu möglichen Alternativangeboten durch Kanton oder Gemeinde lagen bei Redaktionsschluss nicht vor. Betroffene Eltern und Mitarbeitende sollen sich an die zuständigen Behörden oder Rechtsberatungen wenden, um Ansprüche prüfen zu lassen.