Die Stadt Freiburg hat Anfang dieser Woche mit dringenden Sanierungsarbeiten an einer Felswand in der Unterstadt begonnen. Ziel der Massnahme ist, den Einsturz der Terrasse des Restaurants «des 3 Rois» (Drei Könige) zu verhindern. Die Arbeiten sollen gemäss Angaben der Stadt bis Dezember dauern.
Ursache und Zustand
Als Ursache für die Instabilität identifizierten Fachleute vertikale Risse im Molassegestein. Dario Carrea, Verantwortlicher für Naturgefahren bei der Stadt Freiburg, erklärte gegenüber Keystone-SDA, diese Risse würden die Tragfähigkeit der darüberliegenden Mauer und der Terrasse beeinträchtigen. Eine vom Eigentümer in Auftrag gegebene Studie hatte zuvor die Einsturzgefahr bestätigt; daraufhin wurde die Terrasse umgehend geschlossen.
Technische Herausforderungen
Projektleiter Benjamin Nowak von der Geotest AG beschreibt die Arbeiten als komplex. Der Zugang zum betroffenen Abschnitt ist nur von oben mit Seilen möglich. Schwere Lasten müssen demnach per Helikopter an die Arbeitsstelle gebracht werden. Nach Verankerung der instabilen Gesteinsteile wird das Mauerwerk erneuert.
Die Kombination aus steilem Gelände, begrenzten Zugangswegen und der Nähe zu denkmalgeschützten Bauten erfordert spezielle Verfahren und eine enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Konkrete Schutzauflagen nannte die Stadt nicht im Detail, verwies aber auf die Notwendigkeit, das historische Umfeld zu erhalten.
Absperrungen und Auswirkungen auf die Umgebung
Bereits vor Beginn der Sanierung war der Bereich unterhalb der Felswand für den Zutritt gesperrt. Auch die Schifffahrt auf der nahen Saane ist betroffen: Der Bereich unterhalb der Wand bleibt abgesperrt, um Passanten und Bootsverkehr zu schützen. Das Restaurant «des 3 Rois» schloss die Terrasse unmittelbar nach Feststellung der Gefahr.
- Arbeiten voraussichtlich bis Dezember
- Zugang nur von oben, Materialtransporte per Helikopter
- Bereich unterhalb der Wand bleibt gesperrt; Terrasse geschlossen
Kosten und Finanzierung
Der Freiburger Gemeinderat bewilligte für die unvorhergesehenen Arbeiten einen Kredit von 315’000 Franken. Die Gesamtkosten werden zwischen dem Kanton Freiburg, der Stadt und dem Eigentümer aufgeteilt, wie die Behörden bereits Mitte Juni mitgeteilt hatten. Konkrete Anteile oder eine Aufschlüsselung der Kosten über den bewilligten Kredit hinaus wurden nicht genannt.
| Position | Angabe |
|---|---|
| Bewilligter Kredit | 315’000 Fr. |
| Finanzierung | Kanton, Stadt, Eigentümer (Aufteilung nicht detailliert) |
| Voraussichtliche Dauer | Bis Dezember |
Kontext: Wiederkehrendes Problem in Freiburg
Instabile Felswände sind in Freiburg kein Einzelfall. In den Jahren 2023 und 2024 wurde bereits die Felswand beim Restaurant «Le Belvédère» saniert; damals beliefen sich die Kosten auf rund eine Million Franken. Solche Arbeiten sind in der Altstadt besonders anspruchsvoll, weil geologische Risiken, denkmalpflegerische Vorgaben und touristische wie wirtschaftliche Interessen zusammenlaufen.
Die laufenden Arbeiten zeigen, wie fragil Teile der historischen Bausubstanz in Verbindung mit den natürlichen Felsformationen sein können und wie viel Aufwand nötig ist, um Sicherheit und Denkmalpflege zu vereinbaren.
Praktische Hinweise für Anwohnende und Gäste
Die Stadt empfiehlt, die abgesperrten Bereiche zu meiden und den Instruktionen des Baustellenpersonals Folge zu leisten. Für das Restaurant bleibt die Terrasse gesperrt; zur Situation im Innenbereich und zu möglichen Einschränkungen beim Betrieb machte die Stadt keine Angaben.
Weitere Informationen und allfällige Anpassungen am Zeitplan will die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen publizieren, sollten sich neue Erkenntnisse aus den Sicherungsarbeiten ergeben.
Die Sanierung unterstreicht die Notwendigkeit laufender geotechnischer Überprüfungen an Felspartien in der Innenstadt. Sie ist zugleich ein Beispiel dafür, wie Stadt, Kanton und private Eigentümer gemeinsam reagieren müssen, um öffentliche Sicherheit und den Erhalt des historischen Stadtbildes zu gewährleisten.