Die Stadt Freiburg plant eine umfassende Sanierung der Turnseeschule in der Wiehre. Für die Arbeiten sind nach Angaben der Stadt rund 3,4 Millionen Euro vorgesehen. Die Massnahmen betreffen in erster Linie die Fassade, die Fenster, Teile des Dachs sowie den Umbau des Westflügels, wo ein Innenaufzug eingebaut und die WC-Anlagen erneuert werden sollen. Eine besondere Herausforderung bildet der bestehende Denkmalschutz der 1902 erbauten Schule.
Arbeiten bei laufendem Unterricht
Die Turnseeschule wird trotz der Baustelle weiterhin von rund 290 Schülerinnen und Schülern besucht. Um den regulären Schulbetrieb zu gewährleisten, sind die Sanierungsarbeiten in insgesamt 16 Bauabschnitte gegliedert. Dabei sollen besonders lärmintensive Arbeiten, soweit möglich, in die Schulferien verlegt werden. Ziel ist es, Unterricht, Pausen und Schulalltag so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Denkmalschutz prägt Entscheidungen
Die Sandstein- und Putzfassade der Schule steht unter Denkmalpflege. Die Sanierung der Fassade umfasst Reinigung, Ausbesserungen an schadhaften Stellen sowie neue Putzarbeiten. Auch an den Fenstern werden Verglasungen ausgetauscht, Fugen erneuert und der Sonnenschutz verbessert. Zudem wird die Blitzschutzanlage instand gesetzt.
Gemäss Angaben aus der Projektleitung fand vor Beginn der Arbeiten eine umfassende Schadenskartierung statt. Auf dieser Grundlage erstellte ein auf Denkmalschutz spezialisiertes Fachbüro die Detailplanung. Sogar die Wahl des neuen Farbtons an der Aussenfassade muss mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, um den historischen Zustand möglichst zu erhalten.
Kostenaufteilung und Fördermittel
Die Gesamtkosten teilen sich in zwei grosse Posten: Für Fassade, Fenster und Dach sind rund 2,3 Millionen Euro eingeplant, für den Einbau des Aufzugs und die WC-Sanierung etwa 1,1 Millionen Euro. Aus dem Landesprogramm für Schulsanierungen erhält das städtische Immobilienmanagement zusätzlich 714 000 Euro für die Fassadensanierung.
| Kostenbereich | Veranschlagte Summe |
|---|---|
| Fassade, Fenster, Dach | 2,3 Mio. Euro |
| Aufzug und WC-Sanierung | 1,1 Mio. Euro |
| Fördermittel (Landesprogramm) | 714 000 Euro |
Organisatorisches: Bauphasen und Kommunikation
Weil die Schule nicht geräumt wird, verläuft die Baustelle abschnittsweise um den Schulbetrieb herum. Die Projektverantwortlichen betonen, dass eine detaillierte Ablaufplanung und enge Abstimmungen mit der Schulleitung notwendig sind, um Sicherheit und Lernbetrieb sicherzustellen. Eltern, Lehrpersonen und Schulgemeinschaft werden während der Arbeiten informiert und über Sperrungen oder veränderte Wegeführungen in Kenntnis gesetzt.
- Sicherung von Unterrichtszeiten durch phasenweises Arbeiten
- Verschiebung lärmintensiver Arbeiten in die Ferien
- Laufende Abstimmung mit Denkmalpflege und Fachbüro
Auswirkungen für die Nachbarschaft
Neben der Schule sind auch Anwohnerinnen und Anwohner von den Arbeiten betroffen: Baustellenzufahrten, Lieferverkehr und temporäre Einschränkungen bei Aussenräumen können das Quartierleben beeinflussen. Die Stadt wird voraussichtlich Vorgaben zu Arbeitszeiten und Baustellenlogistik machen, damit die Belastungen so gering wie möglich bleiben.
Bedeutung für den Schulerhalt und die Infrastruktur
Die Sanierung ist nicht nur eine Schönheitskur: Durch den Austausch der Fenster, die Dacharbeiten und die Ertüchtigung der Blitzschutzanlage wird die Gebäudesubstanz langfristig gesichert. Der neue Innenaufzug verbessert zudem die Zugänglichkeit des Westflügels und macht Teile des Gebäudes barriereärmer — ein Aspekt, der im Schul- und Stadtbetrieb zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Turnseeschule steht als frühes Beispiel dafür, wie historische Schulinfrastruktur in Freiburg erhalten und gleichzeitig an heutige Anforderungen angepasst werden kann. Obschon der Denkmalschutz viele Entscheidungen bindet, streben Projektleitung und Denkmalpflege offenbar einen Kompromiss an, der sowohl den Erhaltwert des historischen Bauwerks als auch die funktionalen Bedürfnisse einer modernen Grundschule berücksichtigt.
Weitere Informationen zu konkreten Zeitplänen, Verkehrsregelungen rund um die Baustelle und Abläufen im Schulbetrieb stellt das städtische Immobilienmanagement bereit, sobald die nächsten Bauphasen terminiert sind.