In Grächen VS zeichnet sich ein bedeutender Neuanfang ab: Der Berner Grossrat und frühere Nationalrat Thomas Fuchs investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in mehrere Projekte im Bergdorf. Ziel der Investitionen sind vor allem Immobilien im Heimine-Quartier sowie Parkplätze und eine Erweiterung der Kapazitäten im Bellevue, wie lokale Medien berichten.
Was genau geplant ist
Laut Berichten erwirbt Fuchs mehrere Einheiten des ehemaligen Hotels Bellevue von Nicolas David Karouni und dessen Firma RNR Invest Capital AG. Zudem übernimmt er 120 Parkplätze im Parkhaus Autosilo beim Dorfplatz; abgesehen von einzelnen Plätzen gehört ihm damit das gesamte Parkhaus.
Im Bellevue sollen durch die Projekte rund 40 bis 50 neue Betten entstehen. Neu im Angebot steht die «Fuchs Lodge», die bereits ab Winter 2026 in Betrieb gehen soll. Konkrete Kaufpreise nennt die Berichterstattung nicht; der Umfang der Investitionen wird allgemein als «zweistelliger Millionenbetrag» angegeben.
Ein Dorf zwischen Krise und solidarischer Rettung
Grächen war in den vergangenen Monaten mehrfach in den Schlagzeilen, weil die örtliche Bahnen-Betreiberin Touristische Unternehmung Grächen (TUG) finanziell unter Druck geraten war. Der Kanton und Bund leisteten Unterstützung; Gemeinde, Einheimische, Firmen und Stammgäste steuerten zuvor 6,7 Millionen Franken durch neue Aktien bei, um die Zukunft der Destination zu sichern. Dank dieser Massnahmen sowie Zugeständnissen konnte das Skigebiet erhalten bleiben.
Die Investorenzusage von Fuchs folgt auf diese lokale und öffentliche Rettungsanstrengung und soll helfen, das touristische Angebot zu stabilisieren und auszubauen. Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies potenziell mehr Übernachtungsplätze und eine bessere Infrastruktur, für die Destination eine Stärkung im Wettbewerb mit teureren Skiorten.
Wirtschaftliche und soziale Bedeutung
Die Investition hat mehrere Dimensionen: Erstens entlastet sie Eigentümer und Betreiber, die in der Vergangenheit von Schulden und rückläufigen Gästezahlen betroffen waren. Zweitens schafft sie kurzfristig Bau- und Ausbauaufträge sowie mittelfristig zusätzliche Kapazitäten für Gäste. Drittens sendet die Präsenz eines bekannten Investors ein Signal an weitere potenzielle Investoren und Touristen, dass Grächen weiterhin als Destination funktioniert.
Thomas Fuchs äussert sich in der Berichterstattung zu seinen Motiven und hebt die Attraktivität des Dorfes hervor. Er sieht vor allem Potenzial in der Preislage und der familienfreundlichen Ausrichtung von Grächen, die gegenüber teureren Destinationen Vorteile biete.
«Die Leute freuen sich.»
In einem Gespräch wird Fuchs mit den Worten zitiert, dass Grächen preislich interessant sei und viele Destinationen heute schlicht zu teuer wirkten. Er betonte zudem, dass er bewusst in einem kleineren Ort investieren wolle, «wo einen die Menschen noch kennen».
Offene Fragen und Erwartungen
Trotz der markanten Zusagen bleiben mehrere Punkte offen: Details zu den vertraglichen Konditionen, die genaue Verwendung der erworbenen Einheiten, das Management der «Fuchs Lodge» sowie vertragliche Regelungen mit der TUG sind nicht vollständig publik. Ebenso ist unklar, ob weitere Investoren folgen werden oder ob die Gemeinde zusätzliche Auflagen an die Projekte knüpft.
Für die Gästesaison 2026/27 ist allerdings zu erwarten, dass die zusätzlichen Betten und das erweiterte Angebot die Buchungssituation verbessern könnten. Behörden, lokale Betriebe und Frankeninteressenten werden die weitere Entwicklung genau beobachten.
Zahlen auf einen Blick
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Investor | Thomas Fuchs (Berner Grossrat, Ex-Nationalrat) |
| Investitionsvolumen | zweistelliger Millionenbetrag |
| Parkplätze im Parkhaus | 120 |
| Neue Betten (Bellevue) | 40–50 |
| Bereits geleistete lokale Eigenmittel | 6,7 Millionen Franken durch Aktien |
Ausblick
Grächen steht damit an einem Scheidepunkt: Nach Zeiten finanzieller Spannungen und gemeinsamer Rettungsbemühungen durch Bevölkerung, Firmen und Behörden könnte die private Grossinvestition den Knoten lösen und neue Impulse geben. Entscheidend wird sein, ob die Projekte rasch umgesetzt werden und ob sie nachhaltig Arbeitsplätze und Gäste ins Tal bringen. Für die Dorfgemeinschaft bedeutet die Entwicklung vorerst Hoffnung auf einen stabileren Winterbetrieb und eine nachhaltigere touristische Zukunft.
Für die kommenden Wochen sind weitere Details zu den konkreten Umsetzungen und zu möglichen Partnerschaften zu erwarten, sobald Verträge und Planungsunterlagen öffentlich oder den Gemeindeinstanzen vorgelegt werden.