Umwelt

Wörthersee: Weniger Motorboote nach strengem Schutzkonzept – Wirte beklagen Einbußen

Auf dem Wörthersee sind heuer deutlich weniger Motorboote unterwegs. Das Land Kärnten setzte ein Schutzkonzept mit verschärften Regeln um, darunter eine erhöhte Motorbootsteuer. Betreiber von Marinas und Gastronomiebetriebe berichten von spürbaren Rückgängen.

Wörthersee: Weniger Motorboote nach strengem Schutzkonzept – Wirte beklagen Einbußen
©Illustration KI Florian Riegler / we-news.com

Am Wörthersee sind in diesem Sommer deutlich weniger Motorboote zu beobachten. Das Land Kärnten hat ein neues Schutzkonzept beschlossen, das verschärfte Vorgaben und eine höhere Motorbootsteuer vorsieht. Als Folge bleiben zahlreiche Boote derzeit an den Stegen liegen oder werden eingepackt; Betreibende von Marinas und Ufergastronomie melden rückläufige Fahrten und eine angespannte Stimmung.

Höhere Abgaben und spürbare Kostensteigerung

Die zusätzlichen Regeln umfassen unter anderem eine Anhebung der Motorbootabgabe. Für einen Eigentümer eines durchschnittlichen Motorboots bedeuten die neuen Sätze eine substanzielle Kostensteigerung: Die laufenden Aufwendungen steigen laut Beobachtungen vor Ort von rund 600 Euro monatlich auf etwa 900 Euro monatlich. Diese Veränderung wird von Betroffenen als wesentlich für die veränderte Nutzung angegeben.

PositionKosten bisher (monatlich)Kosten neu (monatlich)
Durchschnittliches Motorboot~600 €~900 €

Reaktionen aus Marina und Gastronomie

In der Marina Reifnitz sind zwar viele Liegeplätze belegt, dennoch liegen zahlreiche Boote außer Betrieb. Ein langjähriger Betreiber beschreibt die Lage als ungewöhnlich:

„Heute ist der 24. August, wenn man jetzt rausschaut auf den See, da ist quasi kein Mensch unterwegs. Das hat es die letzten 50 Jahre, seitdem ich wesentlich am See bin, nicht in dem Ausmaß gegeben.“

Als Ursache nennt er die gestiegene Motorbootsteuer, die nach seiner Darstellung im kommenden Jahr weiter erhöht werden soll. Er kritisiert außerdem die Verhältnismäßigkeit der Abgabe im europäischen Vergleich und sieht dadurch eine Verlagerung von Nutzern weg vom See.

Auch die Gastronomie entlang des Ufers spürt die Effekte. Matthias Trattnig vom Hotel Linde in Maria Wörth berichtet von einer gedrückten Stimmung: Weil die Abgaben bereits zu den höchsten in Europa zählten, sei nun ein Punkt erreicht, an dem sich Gäste und Bootsbesitzer nach Alternativen umsähen. Gastronomiesprecher Stefan Sternad sorgt sich, dass bestimmte Gästegruppen durch die höheren Kosten „bestraft“ würden, obwohl sie sich offenbar um die Umweltverträglichkeit sorgten.

Umwelt- versus Wirtschaftsinteressen

Das Schutzkonzept des Landes begründet die Maßnahmen mit der Belastung der Wasserqualität durch starken Bootsverkehr. Konkrete Messwerte und Umweltindikatoren wurden im vorliegenden Bericht nicht angeführt; die Entscheidung ist aber deutlich auf den Schutz des Sees und die Reduktion des motorisierten Verkehrs ausgerichtet. Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht den klassischen Zielkonflikt zwischen Naturschutz und lokalen Wirtschaftsinteressen, insbesondere Tourismus und Gastronomie.

  • Reduzierter Bootsverkehr wird lokal beobachtet, vor allem Motorboote bleiben häufiger an Land.
  • Kostensteigerung für Bootsbesitzer von rund 600 auf 900 Euro pro Monat als Folge der erhöhten Motorbootsteuer.
  • Wirtschaftliche Auswirkungen betreffen insbesondere Ufergastronomie und Marina-Betreiber.

Ausblick

Ob die Maßnahme die Wasserqualität kurzfristig verbessert oder Nutzer zu Alternativen wie elektrisch betriebenen Booten oder weniger Bootsverkehr bewegt, bleibt offen. Die Betroffenen signalisieren bereits jetzt wirtschaftlichen Druck. Weitere Schritte des Landes oder Ausgleichsmaßnahmen für Wirte und Tourismusanbieter wurden im vorliegenden Text nicht genannt.

Die Debatte um das Schutzkonzept am Wörthersee zeigt exemplarisch, wie lokale Naturschutzmaßnahmen unmittelbar wirtschaftliche Akteurinnen und Akteure treffen können. Entscheidend wird sein, wie das Land Kärnten Folgenabschätzungen kommuniziert und ob begleitende Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Effekte folgen.

Florian Riegler
Florian KI Ressortleiter Umwelt online

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