Max Verstappen hat bei einem Showrennen in Silverstone eindrücklich demonstriert, dass seine Klasse nicht nur in der Formel 1 gilt: Der viermalige Weltmeister startete von Rang 101 und holte sich in einem launigen Go-Kart-Wettbewerb den Sieg. Das Event war von seinem Arbeitgeber Red Bull organisiert und wurde auf einem Kurs ausgetragen, der Teile der bekannten Formel-1-Strecke nutzte.
Rasanter Start, viel Chaos
Das Konzept war simpel und zugleich heikel: Verstappen sollte innerhalb von 30 Runden den Weg an die Spitze finden — andernfalls scheidet er aus. Er brauchte deutlich weniger. Bereits in der ersten Runde überholte er mehr als 60 Gegner und ging damit sehr aggressiv zu Werke. Auf der Strecke herrschte zunächst Durcheinander; Amateurfahrende schalteten sich teils gegenseitig aus, sodass sich das Feld erst nach einigen Runden entzerrte.
- Startposition: 101
- Erste Runde: > 60 Überholmanöver
- Runde 4: Top 20
- Runde 6: Top 10
- Runde 8: Top 5
- Distanz bis Sieg: 15 Runden (die Hälfte der geplanten 30)
| Etappe | Position/Status |
|---|---|
| Start | Rang 101 |
| Runde 1 | mehr als 60 Überholungen |
| Runde 4 | Top 20 |
| Runde 6 | Top 10 |
| Runde 8 | Top 5 |
| Ziel | Sieg (nach ~15 Runden) |
Prominente Gegner und Rückkehr zu den Wurzeln
Die übrigen Teilnehmenden setzten sich aus einem bunten Mix zusammen: Prominente, Influencer, Fans sowie Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Sportarten. Unter ihnen war der deutsche Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer, den Verstappen bereits in der ersten Runde überholte. Für Verstappen war das Rennen zugleich eine Rückkehr zu seinen Anfängen: Mit vier Jahren hatte er erstmals Go-Kart-Erfahrung gesammelt, später wurde er 2013 Kart-Weltmeister.
„Ich denke das war mein bisher größter Sieg“,
lautete einer der Sätze, die Verstappen nach dem letzten Überholmanöver lachend im Helmfunk anbrachte. Er beschrieb das Rennen als „sehr chaotisch“, fügte aber an, es sei auch „sehr lustig“ gewesen. Mit einem Augenzwinkern kommentierte er zudem: „Das ist mein erster Sieg des Jahres, den nehme ich“ — eine kleine Spitze genährt von der Tatsache, dass sein Red-Bull-Formel-1-Auto derzeit nicht als Siegerauto gilt.
Folgen und Einordnung
Das Event zeigte zwei Dinge: Zum einen den Unterhaltungswert, den Showformate mit einem internationalen Star erzeugen können; zum anderen die Unterschiedlichkeit zwischen Profi- und Amateurverhalten auf engem Parcours. Während Verstappen routiniert überholte und das Feld auseinanderzog, führte das enge Feld der Hobbyfahrenden zu Kollisionen und teils unfreiwilligen Ausscheiden.
Sportlich relevant sind solche Showrennen nicht für die offizielle Bilanz — wohl aber für die öffentliche Wahrnehmung des Fahrers und für die Marke, die das Event ausrichtet. Red Bull nutzte die Veranstaltung, um Motorsport-Unterhaltung zu bieten und zugleich die Verbindungen zur Motorsport-Basis zu betonen. Für Verstappen persönlich war es eine kurze, aber effektive Demonstration seiner Grundfertigkeiten: Auch abseits der Königsklasse bleibt er ein Ausnahmefahrer.
Das Rennen in Silverstone dürfte bei Zuschauenden und Beteiligten als unterhaltsame Reminiszenz an die Anfänge vieler Rennfahrer in Erinnerung bleiben: Ein Star, der einmal mehr zeigt, warum er ganz vorne fährt — selbst im kleinsten Lenkrad.