Stadt installiert Haltegriffe an mehreren Kreuzungen
In Villach sind an mehreren Ampelkreuzungen seit Kurzem Haltegriffe für Radfahrende montiert worden. Die Stadt kündigte die Maßnahme in einer Aussendung an; sie soll es Radlern ermöglichen, während der Wartezeit auf Grün im Sattel sitzen zu bleiben und nicht abzusteigen. Die Montage erfolgte anfangs an sechs Anlagen, eine weitergehende Prüfung weiterer Standorte ist nach einer Testphase geplant.
Mobilitätsreferent Stadtrat Sascha Jabali Adeh bezeichnet die Griffe als Teil der laufenden Bemühungen, den Alltag am Rad auch bei begrenzten Ressourcen Schritt für Schritt zu verbessern. Die Aktion reiht sich in eine lokalpolitische Linie ein, die seit 2024 bereits das Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrende an geeigneten Kreuzungen ermöglicht.
Positive Reaktionen – aber kein Ersatz für Radwege-Ausbau
Die Maßnahme stößt auch bei der Radlobby Kärnten auf Zustimmung. Christoph Zettinig, Obmann der Radlobby, nennt die Haltegriffe einen „weiteren wichtigen Baustein, damit Villach zu einer Fahrradstadt wird“, betont jedoch zugleich, dass damit der konsequente Ausbau des Radwegenetzes nicht ersetzt werden könne.
„Wie auch das Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrende ist das Anbringen von Haltegriffen eine Maßnahme, die sehr wenig kostet, aber für die Radfahrenden und den Verkehrsfluss einen spürbaren Effekt bringt.“
In der Aussendung heißt es ferner, die Griffe seien als Service für die Rad-Community gedacht: Man wolle sich bei den Radfahrenden „für‘s Radfahren bedanken“ und signalisieren, dass ihre Bedürfnisse bekannt und ernst genommen werden.
Standorte und Vorbildfunktion
Bereits montierte Haltegriffe finden sich laut Stadt an folgenden Kreuzungen:
- Kreuzung Willroiderstraße / Steinwenderstraße
- Kreuzung Steinwenderstraße / Drauparkstraße
- Kreuzung Tiroler Straße / Steinwenderstraße
- Kreuzung Steinwenderstraße / Pestalozzistraße
| Aspekt | Bemerkung |
|---|---|
| Anzahl zunächst | sechs Ampelanlagen (Testphase) |
| Zusätzliche Maßnahme seit 2024 | Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrende an geeigneten Kreuzungen |
| Ziel | Erleichterung beim Warten, bessere Alltagstauglichkeit des Radverkehrs |
Die Stadt verweist auf das Vorbild anderer fahrradfreundlicher Städte, etwa Kopenhagen oder Amsterdam, und erwähnt, dass Haltegriffe bereits in Wien eingesetzt werden. Nach Abschluss der Testphase sollen mögliche weitere Standorte geprüft werden.
Konsequenzen für Verkehr und Planung
Die neuen Haltegriffe sind eine niedrigschwellige Maßnahme mit begrenzten Kosten, die den Komfort für Radfahrende erhöhen und kleinere Verzögerungen beim Anfahren nach der Grünphase reduzieren können. Sie dürften insbesondere Pendlerinnen und Pendlern sowie älteren Radfahrenden zugutekommen, die das Absitzen an stark befahrenen Kreuzungen als belastend empfinden.
Gleichzeitig bleibt die Maßnahme aus Sicht von Interessenvertretungen und Verkehrspolitikern ein Teilaspekt einer umfassenderen Mobilitätsstrategie. Ohne zusätzliche Investitionen in sichere, zusammenhängende Radwege und Maßnahmen zur Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr ist laut Kritikern kaum mit substantiellen Verlagerungen vom Auto aufs Rad zu rechnen.
Die Stadt kündigte an, nach der Testphase weitere Standorte zu prüfen. Für Villach bedeutet das: Kleine, sichtbare Verbesserungen im Radverkehr sind möglich, aber die größere Herausforderung — der flächendeckende Ausbau des Radwegenetzes — bleibt auf der Agenda.