Vier Monate nach dem verheerenden Waldbrand im Lesachtal laufen die Sicherungsarbeiten an den Hängen auf Hochtouren. Der Brand, der Ende April in steilem Gelände wütete, hat nach Angaben der Gemeinde rund 110 Hektar Wald vernichtet. Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung beurteilen derzeit Gefahrenstellen und errichten technische Schutzmaßnahmen, um Häuser und die Landesstraße B111 vor Erosion und Lawinenstrichen zu schützen.
Schutzmaßnahmen und technische Einsätze
Drei Wochen hatten Einsatzkräfte im April gegen das Feuer gekämpft; insgesamt waren laut Berichten etwa 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz. In den folgenden Monaten übernehmen nun andere Spezialisten die Arbeit vor Ort. Die Maßnahmen umfassen unter anderem das Sichern neu entstandener Lawinen- und Rutschstriche sowie das Errichten von Stahlelementen in den steilen Hängen.
- Begutachtung der Gefahrenstellen durch Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung
- Technische Sicherung mittels Stahlelementen und weiterer baulicher Maßnahmen
- Geplante Hubschrauber-Transportflüge externer Firmen für schwere Komponenten
Wie der Bürgermeister der Gemeinde Lesachtal, Bernhard Knotz (ÖVP), erklärte, werde eine Aufforstung derzeit noch nicht begonnen; sie sei für das kommende Frühjahr angepeilt. Knotz betonte zugleich die rasche natürliche Rückerholung der Flächen.
„Aber man muss sagen, die Natur selber hat sich sehr schnell wieder erholt dadurch. Es sind wieder ganz viele grüne Grasflächen entstanden, die natürlich auch für den Schutz, für die Erosion, sehr wichtig sind. Und da hat man einfach gesehen, die Natur selber hat eigentlich die größte Kraft in der Brandbekämpfung und danach in der Rekultivierung.“
Ausmass der Schäden und bisherige Folgen
Berichten zufolge waren rund 110 Hektar betroffen; der Brand zerstörte damit fast den gesamten frisch aufgeforsteten Bestand, der nach dem Sturm Vaja 2018 angelegt worden war. Von den Wiederaufforstungen, so heißt es, waren zuvor etwa 17,5 Hektar neu aufgeforstet worden – diese Flächen gingen durch das Feuer laut Angaben vollständig verloren.
| Kenngröße | Angabe |
|---|---|
| Betroffene Waldfläche | 110 Hektar |
| Dauer des Feuers | drei Wochen |
| Eingesetzte Feuerwehrleute | ca. 2.000 |
| Verlorene Aufforstung | 17,5 Hektar |
Ausblick und Folgen für kommende Monate
Die Arbeiten der Wildbach- und Lawinenverbauung werden nach Angaben aus der Region noch mehrere Monate andauern. In Abschnitten, in denen die Gefahrenlage besonders hoch eingeschätzt wird, sind technische Eingriffe geplant. Dazu zählen unter anderem die Montage schwerer Stahlelemente in steilen Bereichen; für deren Verbringung sind in den kommenden Tagen Hubschrauber-Transportflüge externer Firmen vorgesehen.
Die Gemeinde zeigt sich laut Medienberichten dankbar für die Unterstützung durch die Fachbehörden. Entscheidend für die weitere Stabilisierung der Hänge werden sowohl diese technischen Maßnahmen als auch die geplanten Aufforstungen im Frühjahr sein. Konkrete Termine für großflächige Wiederaufforstungen nannte die Gemeinde bislang nicht.
Örtliche Folgen wie Gefährdungen von Gebäuden und Verkehrswegen unterstreichen, dass die Nacharbeit nach Waldbränden in alpinen Regionen über die unmittelbare Brandbekämpfung hinaus langwierige Sicherungs- und Wiederherstellungsphasen erfordert. Die Kombination aus natürlichen Rekultivierungsprozessen und gezielten Ingenieurmaßnahmen soll Erosion begrenzen und die Schutzfunktionen der Hangvegetation wiederherstellen.
Für die Bevölkerung bleibt die Beobachtung der Maßnahmen und die Einhaltung eventueller Sperren entlang der B111 in den betroffenen Bereichen wichtig. Die Wildbach- und Lawinenverbauung sowie die Gemeinde werden die Arbeiten in den kommenden Monaten fortsetzen.