Wien – Drei Viertel der befragten Unternehmen in Österreich bewerten das Steuer- und Abgabesystem im europäischen Vergleich als herausfordernd. Das ist ein zentrales Ergebnis der Deloitte Austrian Tax Survey 2026, die die Stimmung von Unternehmen in Bezug auf Steuern, Bürokratie und Planungssicherheit abbildet.
Kernaussagen der Studie
Die Umfrage identifiziert mehrere Hemmnisse für die Wettbewerbsfähigkeit: hohe Steuer- und Abgabenlast, eine als kompliziert empfundene Gesetzeslage und fehlende Planbarkeit durch häufige Änderungen und politische Diskussionen. Als besonders belastend nennen die Befragten die Lohnabgaben, Betriebsprüfungen sowie steuerliche Compliance-Prozesse.
- 75 % der Unternehmen sehen das Steuersystem als herausfordernd.
- 62 % nennen Lohnabgaben als besonders belastend.
- 42 % bemängeln Betriebsprüfungen und Abgabenverfahren.
- 40 % sehen Compliance- und Tax-Management-Prozesse als Problem.
- Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich durch politische Debatten über neue Steuern verunsichert.
Konsequenzen für Unternehmen und Standort
Die Studie zeichnet ein Bild, in dem die Kombination aus finanziellen Belastungen und fehlender Vorhersehbarkeit Investitionsentscheidungen und langfristige Planung erschwert. In einem internationalen Wettbewerb könne Österreich dadurch an Attraktivität verlieren, heißt es in der Auswertung. Unternehmerinnen und Unternehmer fordern deshalb konkrete Änderungen, um Investitionen wieder zu fördern und die Standortbedingungen zu verbessern.
„Das Steuersystem entwickelt sich zum Bremsklotz für die Wettbewerbsfähigkeit. Laut den Unternehmen braucht es endlich einen klaren Kurswechsel. Sie plädieren für eine allgemeine Steuerentlastung, eine Senkung der lohnabhängigen Abgaben sowie Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern.“
Dieses Zitat stammt von Herbert Kovar, Managing Partner Tax & Legal bei Deloitte Österreich, und fasst die Haltung vieler Befragter zusammen.
Forderungen der Wirtschaft
Aus der Umfrage lassen sich mehrere klare Forderungen an die Politik ableiten:
- Allgemeine Steuerentlastungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
- Senkung der lohnabhängigen Abgaben als Maßnahme zur Entlastung der Lohnkosten.
- Verbesserte Rahmenbedingungen für Investitionen, um Standortattraktivität zu erhöhen.
- Mehr Planungssicherheit durch weniger kurzfristige Gesetzesänderungen und klarere Auslegungen der Finanzverwaltung.
| Problemfeld | Anteil der Nennungen |
|---|---|
| Lohnabgaben | 62 % |
| Betriebsprüfungen / Abgabenverfahren | 42 % |
| Compliance / Tax-Management | 40 % |
Die Studie betont, dass Komplexität und Unsicherheit die operative Arbeit belasten: Häufige Änderungsschritte und uneinheitliche Interpretationen steuerlicher Regelungen durch die Finanzverwaltung erschweren die Umsetzung. Das führt laut Deloitte zu zusätzlichem Aufwand bei Unternehmen und mindert die Zuversicht für künftige Investitionen.
Für die Politik bedeutet das Ergebnis eine klare Aufforderung: Entweder werden Rahmenbedingungen so gestaltet, dass Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, oder Österreich riskiert, im internationalen Vergleich an Boden zu verlieren. Konkrete Maßnahmen werden in der Studie zwar nicht detailliert ausgeführt, doch die Richtung der Forderungen ist eindeutig: Entlastung, weniger Regelungsdichte und bessere Investitionsanreize.
Für Unternehmerinnen und Unternehmer bleibt zentral, dass steuerpolitische Entscheidungen verlässlich und nachvollziehbar getroffen werden. Die Deloitte-Umfrage legt nahe, dass bis zu einer spürbaren Verbesserung der Planbarkeit viele Betriebe weiterhin Zurückhaltung bei größeren Investitionen zeigen dürften.
Hinweis: Die Angaben stammen aus der Deloitte Austrian Tax Survey 2026, ausgewertet von Deloitte Österreich.