Das Umweltbundesamt hat im Vorhaben „DüngEval“ die Umwelt- und Klimawirkung der novellierten Düngeverordnung systematisch untersucht. Analysiert wurden sowohl die einzelnen Bestimmungen der Verordnung als auch deren kumulative Effekte sowie 29 ergänzende Maßnahmen. Ziel war es, den Beitrag der Regelungen zur Sicherung verschiedener Schutzgüter zu quantifizieren und daraus abgeleitet Anpassungsbedarf zu formulieren.
Umfang und Methode der Studie
Die Studie umfasst 233 Seiten und wurde im August 2026 veröffentlicht. Autoren sind Uwe Häußermann, Nele Dreisbach, Martin Bach und Lutz Breuer; der Bericht ist als barrierefreies PDF (Dateigröße 21,33 MB) verfügbar. Im Zentrum der Auswertung standen die Wirkungen auf die Schutzgüter terrestrische Ökosysteme, Vegetation, Grundwasser und Klima. Sowohl quantitative als auch qualitative Bewertungsansätze wurden kombiniert, um die Wirkung einzelner Maßnahmen und deren Beitrag zum Gesamterfolg der Düngeverordnung zu ermitteln.
Wesentliche Befunde
Die Evaluation erlaubt wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Leistungsfähigkeit der aktuellen Regelungen. Demnach sind einzelne Maßnahmen wirksam, ihre kombinierte Wirkung ist jedoch heterogen; für bestimmte Ziele besteht weiterer Anpassungsbedarf. Einige der untersuchten ergänzenden Maßnahmen könnten diesen Bedarf teilweise oder vollständig decken, so die Studie.
- Unterschiedliche Wirksamkeit: Einzelmaßnahmen zeigen teils deutliche positive Effekte auf einzelne Schutzgüter, nicht jedoch einheitlich auf alle Bereiche.
- Ergänzungsbedarf: Für bestimmte Zielsetzungen sind zusätzliche oder modifizierte Maßnahmen nötig, die in der Arbeit genannt werden.
- Wissenschaftliche Grundlage: Die Analyse bietet die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen zur Anpassung der Düngegesetzgebung.
Konsequenzen für Politik und Praxis
Die Studie liefert Politikern, Verwaltung und Praxis konkrete Hinweise, wo die Düngeverordnung nachjustiert werden sollte, um etwa Grundwasserbelastung, Biodiversitätsverluste oder klimaschädliche Emissionen stärker zu reduzieren. Dass ergänzende Maßnahmen die Lücken teilweise oder vollständig schließen können, legt nahe, priorisierte Maßnahmen rasch zu prüfen und in die Umsetzung zu bringen.
| Aspekt | Im Bericht |
|---|---|
| Untersuchte Maßnahmen | Einzelmaßnahmen der Düngeverordnung + 29 Ergänzungen |
| Schutzgüter | Terrestrische Ökosysteme, Vegetation, Grundwasser, Klima |
| Umfang | 233 Seiten, August 2026 |
Ausblick
Für die Umsetzung empfiehlt sich ein abgestuftes Vorgehen: Priorisierung wirksamer Ergänzungen, Monitoring der Wirkung nach Umsetzung und Anpassungsmechanismen, falls Zielerreichung ausbleibt. Die Studie betont die Bedeutung eines evidenzbasierten Vorgehens: Nur durch verbindliche und zugleich überprüfbare Regelungen sowie begleitende Messungen lassen sich langfristige Verbesserungen für Grundwasser, Ökosysteme und Klima sicherstellen.
Die Publikation ist Teil der Reihe „Texte“ (Nr. 131/2026) und steht Fachbehörden und Entscheidungsträgern als Grundlage für künftige Legislativ- und Förderentscheidungen zur Verfügung.