74 Tage nach dem Ausscheiden bei der WM gegen Spanien zog Teamchef Ralf Rangnick am ÖFB-Campus eine deutliche Leistungsanalyse und kündigte konkrete Veränderungen an. Der Deutsche machte deutlich, dass die Resultate zwar im Rahmen der Erwartungen gelegen hätten, die Entwicklung und das Leistungsniveau aber nicht zufriedenstellend gewesen seien.
Matchfitness als zentrale Kritik
Rangnick berichtete, dass gleich acht WM-Fahrer zum Turnierende nicht in der gewünschten Form gewesen seien. Zwar seien diese Spieler «gesund» gewesen, doch es habe an der notwendigen Matchfitness gefehlt. Nur zwei Akteure nannte er explizit aus der Kritik ausgenommen: Marcel Sabitzer und Alexander Schlager.
„Sie waren zwar gesund, aber nicht matchfit.“
Der Teamchef machte klar, dass dieses Defizit künftig vermieden werden soll. Als Ziel formulierte er, wieder den Fußball zu zeigen, „für den wir gefürchtet waren“.
Freizeitgestaltung in Santa Barbara wird hinterfragt
Ein zentraler Punkt der internen Analyse war die großzügige Freizeitregelung für die Spieler im WM-Quartier in Santa Barbara. Rangnick nannte mehrere Beispiele: Nachmittage mit Golfrunden und sogar Ausflüge nach Los Angeles mit Übernachtung seien erlaubt gewesen. Rückblickend sieht der Trainer hier einen Fehler.
Er begründete die damalige Entscheidung so: Man habe gedacht, es sei für die Spieler energetisch und mental vorteilhaft, wenn sie rausgingen und ihre Familien treffen konnten. Diese Praxis werde künftig aber eingeschränkt; bei der EM und bereits in den nächsten Lehrgängen wolle man die Freizeit auf ein anderes Maß reduzieren, so Rangnick. Es gehe um eine bessere Ausgewogenheit zwischen Erholung und gemeinsamer Vorbereitung.
Quartier und Team-Building
Auch die Wahl der Unterbringung in Santa Barbara kam nicht ungeschoren davon: Während das EM-Quartier in Berlin mitunter an eine „Jugendherberge auf höherem Niveau“ erinnerte, bei der die Mannschaft Tag und Nacht zusammen gewesen sei und viele automatische Teambuilding-Effekte entstanden seien, war man in Santa Barbara auf mehrere kleine Häuschen verteilt. Rangnick sagte, dadurch sei die Mannschaft etwas verstreut gewesen.
In der Rückschau habe man sich gefragt, ob zusätzliche gemeinsame Events hilfreich gewesen wären. Allerdings räumte er ein, dass offenbleibt, ob solche Maßnahmen tatsächlich die physische Leistung auf dem Platz verändert hätten.
Konkrete Konsequenzen
Rangnick kündigte an, die bisherigen Regeln zu ändern: Freizeitaktivitäten, die derzeit teils großzügig gewährt wurden, sollen reduziert werden. Er gab zu verstehen, dass diese Maßnahmen nicht überall auf Zustimmung stoßen werden, betonte aber die Notwendigkeit, sportliche Ziele in den Vordergrund zu stellen.
- 74 Tage nach dem WM-Aus zog Rangnick Bilanz.
- 8 Spieler waren laut Trainer gesundheitlich ok, aber nicht matchfit.
- Nur Sabitzer und Schlager blieben von der Kritik ausgenommen.
- Freizeit in Santa Barbara: Golf, Ausflüge nach Los Angeles mit Übernachtung — künftig weniger.
| Fakt | Bemerkung |
|---|---|
| Tage seit WM-Aus | 74 |
| Nicht matchfit | 8 WM-Spieler |
| Alter von Rangnick | 68 Jahre |
Für Fans und Beobachter bedeutet das: Erwartet werden straffere Strukturen in kommenden Lehrgängen und Turnieren. Die Balance zwischen Erholung und gemeinsamer Vorbereitung wird künftig stärker zugunsten sportlicher Anforderungen justiert. Ob sich daraus unmittelbar bessere Resultate ergeben, lässt Rangnick offen — klar ist aber, dass der ÖFB die Lehren aus der WM-Phase ziehen will.
Als Ressortleiter Freizeit sehe ich darin auch eine Chance: Gemeinsame Aktivitäten, die echtes Teambuilding fördern, können gezielt geplant werden — statt verstreuter, individueller Freizeitangebote. Das kann langfristig zu mehr Geschlossenheit auf dem Platz führen.