Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und Peter Schöttel gehen getrennte Wege. Der Aufsichtsrat des Verbandes bestätigte am Freitag in einer Aussendung das Ende der Ära des 59-jährigen Wieners als Sportdirektor. Als offizieller Grund nannte der ÖFB "unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Ausgestaltung der Position".
Aufsichtsrat bestätigt Abschied nach Sitzung am ÖFB-Campus
Wie bereits zuvor kolportiert, fiel die Entscheidung im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung im ÖFB-Campus in Wien. Eine unmittelbare Nachfolgeregelung wurde nicht bekanntgegeben; in der Gerüchteküche wird jedoch der derzeitige Leiter der Nachwuchsteams, Sebastian Prödl, als möglicher Kandidat genannt. Der Verband dankte Schöttel in der Mitteilung für seine Arbeit, die man als von "vielen Erfolgen für den ÖFB geprägt" bezeichnete.
„Wir bedanken uns bei Peter Schöttel für seine Arbeit in den vergangenen Jahren, die von vielen Erfolgen für den ÖFB geprägt war. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm alles Gute und viel Erfolg“,
lautete die Formulierung des ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll in der Aussendung.
Schöttel nimmt Entscheidung zur Kenntnis
Schöttel selbst reagierte in der verkündeten Stellungnahme gefasst: "Ich nehme die getroffene Entscheidung zur Kenntnis. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere der Direktion Sport, für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in neun sehr erfolgreichen Jahren bedanken", wird der Wiener zitiert.
Werdegang und letzte Amtshandlung
Schöttel, früher selbst Teamspieler und Mitglied des WM-Teams von 1998, kam 2017 zum ÖFB und übernahm zunächst die Verantwortung als U19-Teamchef. Im Oktober desselben Jahres wurde er nach dem Aus von Willi Ruttensteiner zum Sportdirektor bestellt. Eine der letzten größeren Amtshandlungen des 59-Jährigen war die Bestellung des Dänen Lars Søndergaard als Trainer der Frauen-Nationalmannschaft.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2017 | Beginn im ÖFB (U19-Teamchef); im Oktober Aufstieg zum Sportdirektor |
| Heuer | Abschied nach neun Jahren in leitender Position |
Kontext: Diskussion um WM-Analyse
Seit Donnerstag hatten mehrere Medien den Abschied Schöttels angekündigt, nachdem Teamchef Ralf Rangnick anstatt des Sportdirektors die interne WM-Analyse bei der Aufsichtsratssitzung präsentierte. Die Aussendung des Verbandes am Freitag bestätigte die Personalie offiziell. In der Berichterstattung wurde hervorgehoben, dass nach der WM in Nordamerika die Mannschaft die Fortsetzung des Turniers erreichte: Nach einem 3:1 gegen Jordanien, einer 0:2-Niederlage gegen Argentinien und dem 3:3 gegen Algerien qualifizierten sich die Österreicher – ein Umstand, der Teil der internen Evaluierung war.
Auswirkungen und offene Fragen
- Unklar ist derzeit, wer die vakante Position übernehmen wird; der Name Sebastian Prödl wurde als möglicher Kandidat genannt, eine offizielle Nominierung steht aus.
- Die Entscheidungsbegründung verweist auf strategische Differenzen; dies lässt auf kommende Diskussionen über die künftige Ausrichtung des ÖFB schließen.
- Die interne WM-Analyse, präsentiert von Teamchef Ralf Rangnick, dürfte weiterhin eine Rolle bei der Ausrichtung von Nachwuchs- und A-Nationalteams spielen.
Der Abschied Schöttels beendet eine Dekade, in der er in verschiedenen Funktionen Verantwortung trug und an personalpolitischen Entscheidungen beteiligt war. Für den Verband beginnt nun die Phase der Neuausrichtung auf Führungsebene – mit Auswirkungen auf Nachwuchsarbeit, Trainerbesetzungen und die strategische Planung für kommende Turniere. Beobachter werden in den nächsten Tagen auf die personellen Entscheidungen der ÖFB-Verantwortlichen achten.
Weitere Entwicklungen, etwa eine offizielle Bekanntgabe eines Nachfolgers oder detailliertere Aussagen zur inhaltlichen Differenz, sind vom Verband zu erwarten.