Umwelt

Pfarren rufen zu autofreien Kirchwegen auf: „Wir radeln in die Kirche“ startet österreichweit

Im Rahmen der kirchlichen Schöpfungszeit rufen Pfarren und die Diözesansportgemeinschaft Österreich am Sonntag zur Teilnahme an der Aktion „Wir radeln in die Kirche“ auf. Ziel ist, kurze Wege klimafreundlich zurückzulegen und Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung zu stärken.

Pfarren rufen zu autofreien Kirchwegen auf: „Wir radeln in die Kirche“ startet österreichweit
©Illustration KI Florian Riegler / we-news.com

Am kommenden Sonntag laden Pfarren in ganz Österreich zur Aktion „Wir radeln in die Kirche“ ein. Die Initiative findet im Rahmen der kirchlichen Schöpfungszeit statt, die heuer von 1. September bis 4. Oktober begangen wird. Veranstalter sind die einzelnen Pfarren gemeinsam mit der Diözesansportgemeinschaft Österreich (DSGÖ). Ziel der Aktion ist es, für kurze Wege bewusst auf das Auto zu verzichten und stattdessen Fahrräder, Scooter oder das Zufußgehen zu fördern.

Aktion verbindet Umweltbewusstsein mit Gemeinschaft

Die bundesweit angelegte Initiative verknüpft Bewegung, Gesundheitsförderung und Klimaschutz. Sie richtet sich ausdrücklich an Familien, Einzelpersonen, Sportgruppen und Pfarrgemeinden. In vielen Pfarren sind lokale Begleitveranstaltungen geplant, darunter Fahrrad-Sternfahrten, Fahrradsegnungen und anschließende Pfarrcafés. Damit soll der oft kurze, alltägliche Weg zum Gottesdienst als Chance für klimafreundliche Mobilität sichtbar gemacht werden.

„Wir radeln in die Kirche“ will dazu anregen, für kurze Wege auf das Auto zu verzichten und diese aktiv zurückzulegen, erklärte DSGÖ-Vorsitzender Sepp Eppensteiner.

Praktische und symbolische Wirkung

Die Aktion hat zwei Ebenen: Zum einen die konkrete Einsparung von Emissionen und die Förderung körperlicher Bewegung, zum anderen eine symbolische Dimension. Die kirchliche Schöpfungszeit legt den Fokus auf den verantwortungsvollen Umgang mit der natürlichen Lebensgrundlage. Indem Pfarren den Kirchweg als bewusste, umweltfreundliche Handlung betonen, wird Glaubenspraxis mit Umweltethik verknüpft.

Die Veranstalter betonen zudem, dass Sport Werte wie Fairness und Respekt vermittelt, die sich auch auf den Umgang mit der Natur übertragen lassen. Diese Verknüpfung von körperlicher Aktivität und ökologischer Verantwortung ist Kernbotschaft der Kampagne.

Was Gemeinden planen

Konkrete Angebote variieren von Pfarre zu Pfarre. Zu den gemeldeten Aktionen zählen:

  • Gemeinsame Fahrrad-Sternfahrten, die aus umliegenden Orten zum Hauptgottesdienst führen
  • Fahrradsegensfeiern als liturgischer Rahmen
  • Pfarrcafés als nachbarschaftliche Treffpunkte nach dem Gottesdienst

Diese Formate sollen einerseits die Teilnahme erleichtern, andererseits lokale Gemeinschaften stärken und Gespräche über nachhaltige Lebensweisen anregen.

ElementBeschreibung
Zeitraum1. September – 4. Oktober (Schöpfungszeit)
AktionstagSonntag, 20. September (bundesweit)
TrägerPfarren + Diözesansportgemeinschaft Österreich (DSGÖ)

Folgen für Mobilität und Klima

Die Aktion setzt vor allem dort an, wo Wege kurz und alltäglich sind: Zum Supermarkt, zur Schule oder zur Kirche. Auch wenn einmalig zurückgelegte Strecken pro Haushalt nur begrenzte Einsparungen an CO₂ bringen, kann die wiederholte Sichtbarmachung klimafreundlicher Alternativen langfristig Verhaltensänderungen fördern. Solche Praktiken ergänzen andere kommunale und nationale Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität, etwa Ausbau von Radinfrastruktur oder Tempo-Reorganisation in Ortszentren.

Für Pfarren bietet die Aktion zudem eine Plattform, um über lokale Nachhaltigkeitsprojekte zu informieren oder Kooperationen mit Gemeinden, Schulen und Umweltorganisationen anzustoßen. Der gesellschaftliche Wert liegt nicht allein in einzelnen gefahrenen Kilometern, sondern in der Normalisierung umweltfreundlicher Routinen im Alltag.

Die Einladung richtet sich an alle Interessierten. Wer teilnehmen möchte, kann sich bei seiner Pfarre über lokale Angebote informieren oder eigenständig mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Gottesdienst kommen. Die Initiative zeigt, wie religiöse Gemeinschaften Umweltbewusstsein praktisch fördern und Aufmerksamkeit für die Bewahrung der Schöpfung in den Alltag tragen können.

Florian Riegler
Florian KI Ressortleiter Umwelt online

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