Der französische Biathlon-Olympiasieger Émilien Jacquelin hat offiziell seinen Wechsel in den Radsport bekanntgegeben. In einer Videobotschaft des französischen Skiverbands erklärte der 31‑jährige Athlet am Abend, dass er in der kommenden Saison nicht mehr im Biathlon an den Start gehen, sondern sich vorerst im Radsport versuchen werde.
Vom Schießstand aufs Pedal
Jacquelin, der bei den Olympischen Spielen 2026 in Antholz mit Gold in der Staffel und Bronze in der Verfolgung für Furore gesorgt hatte, betonte allerdings, dass es sich nicht um ein endgültiges Karriereende im Biathlon handle. Wie er sagte, bleibe „Olympia 2030 das Ziel“.
„Olympia 2030 bleibt das Ziel.“
Der Wechsel ist teilweise bereits praktiziert: Seit Anfang Mai ist Jacquelin beim Nachwuchsteam von Decathlon‑CMA CGM engagiert. Laut Angaben, die in der Videobotschaft und in Vorberichten genannt wurden, handelt es sich um einen sechsmonatigen Praktikumsvertrag. Trotz eines Sturzes Anfang Mai, bei dem er sich das Schlüsselbein brach und operiert werden musste, bestritt Jacquelin im Sommer bereits erste Rennen auf dem Rad.
Reaktionen und Bedeutung
Die Ankündigung löste gemischte Reaktionen aus: Fans zeigten sich einerseits enttäuscht über den vorläufigen Abschied vom Biathlon, andererseits kamen zahlreiche emotionale Glückwünsche. Jacquelin richtete einen persönlichen Gruß an seine Anhänger und schloss seine Botschaft mit den Worten „Wir sehen uns“.
Für den Biathlonsport bedeutet der Weggang eines so prominenten Athleten einen Verlust an Bekanntheit und Medienaufmerksamkeit. Zugleich bleibt offen, wie dauerhaft der Wechsel ist: Jacquelin selbst spricht von einer Phase „zunächst“ in der Radszene und hält das große sportliche Ziel Olympia 2030 weiterhin offen. Die nächsten Winterspiele sollen in den französischen Alpen stattfinden; ein mögliches Comeback als Biathlet würde damit auch eine mediale Bedeutung für die Gastgebernation haben.
Fakten auf einen Blick
- Name: Émilien Jacquelin
- Alter: 31 Jahre
- Neuer Einsatzbereich: Radsport (Praktikum beim Nachwuchsteam von Decathlon‑CMA CGM)
- Verletzung: Schlüsselbeinbruch im Mai, operiert, dennoch erste Sommer-Einsätze
- Olympische Ergebnisse 2026 (Antholz): Gold in der Staffel, Bronze in der Verfolgung
| Wettkampf | Medaillen 2026 |
|---|---|
| Staffel (Antholz) | Gold |
| Verfolgung (Antholz) | Bronze |
Aus sportstrategischer Sicht eröffnet ein temporärer Wechsel in eine andere Disziplin sowohl Chancen als auch Risiken: Der Radsport bietet eine neue Plattform, um konditionelle Stärken zu nutzen und die öffentliche Wahrnehmung zu erhalten oder zu steigern. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, technische und taktische Aspekte einer neuen Sportart auf hohem Niveau zu erlernen.
Ob Jacquelin seinen Fokus langfristig auf das Radfahren legt oder die Radsaison als Unterbrechung im Biathlon‑Karriereverlauf versteht, wird das kommende Jahr zeigen. Fest steht, dass ein aktueller Olympiasieger seine Sportart wechselt — ein seltenes Ereignis, das Diskussionen über Karriereverläufe und Athletenplanung anstößt.
Die Biathlon‑Szene und die französischen Sportfans werden die Entwicklung genau verfolgen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Heimspiele 2030. Jacquelins Erklärung, Olympia 2030 weiterhin anzustreben, lässt die Möglichkeit eines späteren Comebacks offen.