Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat am Montag sein finales Bewerbungskonzept für die Ausrichtung der UEFA U21 EURO 2029 bei der UEFA abgegeben. Die Entscheidung darüber trifft das UEFA-Exekutivkomitee am 7. Dezember. Spanien ist als weiterer Bewerber bekannt; dort finden im Folgejahr die A-WM-Spiele statt.
Chance für heimischen Nachwuchs und Stadien
Der ÖFB betont, dass die Ausrichtung eines solchen Turniers dem heimischen Fußball langfristige Impulse geben würde. Neben der Präsentation internationaler Talente steht die nachhaltige Nutzung vorhandener Infrastruktur im Vordergrund. In der Bewerbung legte der Verband Wert auf kompakte Spielorte mit starker regionaler Verankerung.
„Die Ausrichtung der UEFA U21 EURO würde für den gesamten österreichischen Fußball eine große Chance bedeuten. Dementsprechend intensiv haben wir unsere Bewerbung vor- und aufbereitet.“
Dieses Zitat stammt aus der Stellungnahme von ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzendem Josef Pröll, der zugleich das Engagement des Bewerbungsteams hervorhob. Geschäftsführerseitig erklärte Bernhard Neuhold, man habe gezielt Stadionauswahl und Kapazitäten auf die erwartbaren Rahmenbedingungen einer U21-EURO abgestimmt.
Spielstätten: Acht Arenen in ganz Österreich
Vorgeschlagen sind insgesamt acht Spielorte, die sowohl in der Bundeshauptstadt als auch in wichtigen Regionen vertreten sind. Der ÖFB nennt explizit Stadien, die eine Mischung aus Atmosphäre und regionaler Präsenz bieten sollen und zu den Zuschauererwartungen bei U21-Turnieren passen.
- Franz-Horr-Stadion (Austria Wien)
- Weststadion (Rapid)
- Stadion St. Pölten
- Donauparkstadion (Blau-Weiß Linz)
- Oberösterreich Arena (LASK)
- Innviertel Arena (SV Ried)
- Tivoli Stadion Tirol (Wacker Innsbruck/WSG Tirol)
- Stadion Schnabelholz (SCR Altach)
| Stadion | Heimverein |
|---|---|
| Franz-Horr-Stadion | Austria Wien |
| Weststadion | Rapid |
| Stadion St. Pölten | St. Pölten |
| Donauparkstadion | Blau-Weiß Linz |
| Oberösterreich Arena | LASK |
| Innviertel Arena | SV Ried |
| Tivoli Stadion Tirol | Wacker Innsbruck / WSG Tirol |
| Stadion Schnabelholz | SCR Altach |
Kontext: Publikumserwartungen und Teilnahmesicherung
Bei der U21-EM 2025 in der Slowakei lag der Stadionbesuch im Schnitt bei knapp über 8.000 Fans pro Spiel. Der ÖFB argumentiert, dass die ausgewählten Arenen mit ihren Kapazitäten gut zu solchen Rahmenbedingungen passen. Für Österreich wäre eine erfolgreiche Bewerbung auch sportlich bedeutsam: Das Nationalteam war zuletzt 2019 in Italien bei einer U21-Europameisterschaft vertreten; als Gastgeber wäre die Teilnahme 2029 automatisch gesichert.
Sportlich relevant ist außerdem die Altersregelung: Für das Turnier 2029 wären Spieler mit Geburtsjahrgang ab 2006 spielberechtigt. Das unterstreicht, dass die EM eine Bühne für die nächste Generation von Talenten bieten würde.
Ausblick und Folgen
Die UEFA-Entscheidung am 7. Dezember wird nicht nur darüber entscheiden, ob Österreich international wieder ein Nachwuchsturnier dieser Größenordnung austrägt, sie beeinflusst auch regionale Planungen, mögliche Investitionen in Stadien und Mobilisierung von Ehrenamt sowie kommerzielle Partner. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, stünde dem ÖFB in den kommenden Jahren die Aufgabe bevor, konkrete Durchführungskonzepte, Verkehrsanbindungen und Sicherheitskonzepte in enger Abstimmung mit Kommunen und Vereinen zu finalisieren.
Bis zur Entscheidung bleibt Spanien als Mitbewerber ein ernsthafter Konkurrent. Der ÖFB setzt auf seine regionale Aufstellung und die bereits vorhandene Stadioninfrastruktur, um die UEFA zu überzeugen.