Salzburg — Die kritische Infrastruktur des Universitätsklinikums Salzburg hat einen praxisnahen Belastungstest bestanden: Insgesamt 18 Notstromaggregate versorgten zwei Standorte über einen längeren Probelauf und konnten den medizinischen Betrieb aufrechterhalten. Die Prüfungen fanden Ende Juli am Landeskrankenhaus und am 11. August an der Christian-Doppler-Klinik (CDK) statt.
Sieben Stunden unter eigener Stromversorgung
Während der Testläufe wurden beide Kliniken jeweils sieben Stunden ausschließlich von den jeweiligen Dieselaggregaten gespeist. Nach Angaben der Klinikbetriebsleitung sind die Aggregate für den Ernstfall so bemessen, dass sie die Einrichtungen bis zu 72 Stunden autark betreiben könnten. Das ermöglicht eine Zeitspanne, in der Versorgung und Koordination externer Maßnahmen organisiert werden können.
Die Infrastruktur am Universitätsklinikum teilt sich demnach wie folgt auf:
- Landeskrankenhaus: 15 Notstromaggregate
- Christian-Doppler-Klinik (CDK): 3 Aggregate (ein viertes bereits in Planung)
| Standort | Anzahl Aggregate | Testdatum |
|---|---|---|
| Landeskrankenhaus | 15 | Ende Juli |
| Christian-Doppler-Klinik | 3 (4. in Planung) | 11. August |
Politische Einordnung und Sicherheitsaspekt
Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi betonte den Stellenwert solcher Übungen für die Krisenfestigkeit:
„Wir wollen die Krisenfestigkeit unserer kritischen Gesundheitseinrichtungen weiter stärken, dazu braucht es solche Tests. Der planmäßige Verlauf bestätigt: Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass die medizinische Versorgung auch in Krisensituationen bestmöglich abgesichert ist.“
Die Landespolitik setzt damit ein klares Signal: Notstromkapazitäten sind ein zentraler Baustein der Gefahrenabwehr für lebenswichtige Infrastrukturen. Gerade im Sommer, wenn Stromnetze durch erhöhte Nachfrage und witterungsbedingte Ereignisse belastet werden können, sei die Verlässlichkeit der Aggregate besonders wichtig.
Technische Vorbereitung und nächste Schritte
Die siebenstündigen Durchläufe stellen eine Ausweitung bisheriger Prüfintervalle dar. Zuletzt war im Jahr 2023 ein Test über 90 Minuten dokumentiert worden. Der Bereichsleiter der SALK-Wirtschaftsdirektion, Christian Welles, wies darauf hin, dass regelmäßige Langzeittests notwendig seien, um Funktionstüchtigkeit und Belastbarkeit sicherzustellen. Konkrete Details zu Wartungszyklen, Kraftstoffvorräten oder Umschaltszenarien wurden nicht veröffentlicht.
Für die CDK ist bereits ein viertes Aggregat in Planung. Das deutet auf eine weitere Verstärkung der lokalen Redundanz hin, besonders für Bereiche mit hoher patientenbezogener Sensitivität wie Intensivstationen oder OP-Bereiche.
Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
Für die Bevölkerung bedeutet das Ergebnis eine Beruhigung: Im Fall eines großflächigen Ausfalls der öffentlichen Stromversorgung sind die beiden Kliniken nach eigener Aussage in der Lage, über mehrere Tage lebenswichtige medizinische Dienste aufrechtzuerhalten. Das umfasst Beleuchtung, Beatmungsgeräte, Notaufnahmen und Laborfunktionen — insofern die Aggregate wie angenommen zuverlässig laufen und genügend Treibstoff vorgehalten ist.
Patientinnen und Patienten sowie Angehörige müssen sich daher nicht kurzfristig auf Verlegungen einstellen, sollte es zu einem regionalen Stromausfall kommen. Langfristig bleibt jedoch die Aufgabe, die Infrastruktur weiter zu stärken und die Versorgungsketten (z. B. Treibstoffnachschub) gegen etwaige Logistikengpässe zu sichern.
Fazit
Der aktuelle Test bestätigt die technische Fähigkeit der beiden Kliniken, einen mehrstündigen bis mehrtägigen Netzausfall zu überbrücken. Die Vorbereitungen, darunter die geplante Erweiterung der Aggregate an der CDK, zeigen, dass das Universitätsklinikum Salzburg seine Rolle als kritische Versorgungsinstanz ernst nimmt. Weitere Details zu Dauerplänen, Versorgungsvorräten und regionalen Abstimmungen mit Rettung und Energieversorgern stehen noch aus.
Korrespondent: Philipp Moser