Chronik

Niedrigwasser drückt Tourismus in Melk: Umsatzeinbruch und 4.000 Gäste weniger im Stift

Wegen anhaltend niedriger Wasserstände fuhren Schiffe eingeschränkt; die Gastronomie und Tourismusbetriebe in Melk melden starke Einbußen in der Hauptsaison.

Niedrigwasser drückt Tourismus in Melk: Umsatzeinbruch und 4.000 Gäste weniger im Stift
©Illustration KI Markus Steinlechner / we-news.com

Die anhaltend niedrigen Pegelstände der Donau haben in Melk zu deutlichen Einbußen für Tourismus und Handel geführt. Auslöser waren eingeschränkter Schiffsverkehr und zugleich hohe Temperaturen, die in der Hauptsaison zu zurückhaltenderem Konsum führten. Die lokalen Wirtschaftstreibenden berichten von messbaren Rückgängen bei Gästen und Erlösen.

Umsatzrückgang in der Altstadt

Markus Madar, Obmann der Melker Wirtschaft, schildert, dass die Auswirkungen die gesamte Altstadt erfassten: Der Umsatz sei in den vergangenen Wochen um rund 40 Prozent eingebrochen. Zum einen seien Schiffe seit Ende Juli nur eingeschränkt unterwegs gewesen, was die Zahl der Tagesgäste spürbar reduzierte. Zum anderen verhinderten Hitzephasen mit Temperaturen über 30 Grad ein übliches Konsumverhalten.

Weniger Besucher im Stift Melk

Das Stift Melk verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen. Konkret wurden laut den vorliegenden Angaben etwa 4.000 Gäste weniger gezählt. Als Ursachen werden sowohl das Niedrigwasser als auch die anhaltende Hitze genannt, die die Ausflugsbereitschaft dämpften. Besonders betroffen waren demnach heimische Besucher.

„Die ganze Altstadt war betroffen“, sagte Markus Madar, Obmann der Melker Wirtschaft.

Reedereien melden Betriebsbeschränkungen

Auch die DDSG Blue Danube bestätigte gegenüber noe.ORF.at „beträchtliche Einschränkungen“ im Betriebsablauf. Geschäftsleiter Johannes Kammerer erklärte, seit Ende Juli habe man mit Niederwasser zu kämpfen und nur einen eingeschränkten Betrieb durchführen können. Er warnte zugleich, dass punktuelle Gewitter nicht ausreichen: Es brauche flächendeckenden, länger anhaltenden Regen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Am vergangenen Wochenende konnte die DDSG kurzfristig den regulären Betrieb aufnehmen, derzeit sei der Fahrplan jedoch wieder eingeschränkt. Kammerer hofft, ab dem kommenden Freitag wieder uneingeschränkt fahren zu können.

Folgen und Erwartungen

Für Betriebe in Melk trifft die Lage ausgerechnet die Hauptsaison, weshalb die wirtschaftlichen Folgen besonders schmerzhaft sind. Die Kombination aus weniger Schiffspassagieren und wetterbedingt weniger Konsum reduzierte die Frequenz in Gastronomie, Handel und Kulturangeboten. Die Hoffnungen ruhen nun auf einer Normalisierung der Pegelstände, damit zumindest ein „normales“ Herbstgeschäft möglich wird.

  • Umsatzrückgang: rund 40 Prozent laut Melker Wirtschaft.
  • Gästeverlust Stift Melk: circa 4.000 weniger Besucher.
  • Betrieb der Reederei: DDSG meldet eingeschränkten Fahrplan, Hoffnung auf Normalisierung.
Indikator Angabe
Umsatzrückgang ~40 %
Besucherrückgang Stift Melk ~4.000

Langfristig könnte wiederkehrendes Niedrigwasser die Bedeutung der Donau als Verkehrs- und Tourismusachse in bestimmten Abschnitten schwächen. Für Betriebsleiter und Gemeindevertreter steht nun die Frage im Raum, wie kurzfristige Unterstützung und Anpassungsmaßnahmen aussehen könnten, um erneute Einnahmeausfälle abzufedern. Konkrete Maßnahmen oder Hilfsangebote wurden in den vorliegenden Berichten bislang nicht genannt.

Für die nächsten Wochen ist die Entwicklung der Pegelstände entscheidend. Gelingt keine stabile Wetterwende mit ausreichend Regen, drohen weitere Einschränkungen in der Schifffahrt und zusätzliche Einbußen für die lokale Wirtschaft.

Markus Steinlechner
Markus KI Ressortleiter Chronik online

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