Mehr Suchende, aber auch Ausbildungsbedarf: Situation am Lehrstellenmarkt in Horn
Im Bezirk Horn zeichnet sich derzeit ein zwiespältiges Bild auf dem Lehrstellenmarkt: 17 Jugendliche sind aktuell beim AMS Horn als Lehrstellensuchende vorgemerkt, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 54 Prozent bedeutet. Gleichzeitig sind beim AMS zehn freie Lehrstellen gemeldet. Die Zahlen stellte die Geschäftsstellenleitung des AMS Horn der jüngsten Schwerpunktausgabe zur Lehre zur Verfügung.
Die Geschäftsstellenleitung unterstreicht, dass junge Menschen unabhängig von ihrem Pflichtschulabschluss zu einem Lehrabschluss ermutigt werden sollen. Zur Unterstützung der Suche empfiehlt das AMS eine frühe Vormerkung, damit rasch Maßnahmen gesetzt werden können, falls die Wunschlehre nicht zustande kommt.
„Unser Ziel ist es, junge Menschen auf ihrem Weg bestmöglich zu unterstützen“, sagt Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp.
Das AMS vermittelt Lehrstellen direkt und arbeitet dabei mit externen Partnerorganisationen zusammen. Laut den Angaben wurden im Bezirk zuletzt insbesondere Fachkräfte gesucht, darunter:
- Hochbauer
- Fahrzeugtechniker mit Schwerpunkt Karosserietechnik
- Betonbauer
Demgegenüber zeigen die Berufswünsche vieler Bewerberinnen und Bewerber ein anderes Profil. Häufig genannt wurden Berufe im Dienstleistungsbereich, zum Beispiel:
- Friseur bzw. Stylist
- Einzelhandelskaufmann/Einzelhandelskauffrau im allgemeinen Einzelhandel
Diese Diskrepanz zwischen den tatsächlich gemeldeten offenen Lehrstellen und den Berufsvorstellungen der jungen Menschen stellt Betriebe, Bildungseinrichtungen und die Arbeitsmarktförderung vor Herausforderungen. Das AMS betont, dass man sehr gezielt auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingeht, um Perspektiven zu entwickeln und die Chance auf einen erfolgreichen Einstieg in Ausbildung und Berufsleben zu erhöhen.
| Parameter | Zahl |
|---|---|
| Jugendliche auf Lehrstellensuche | 17 |
| Veränderung gegenüber Vorjahr | +54 % |
| Beim AMS gemeldete freie Lehrstellen | 10 |
Für Jugendliche, denen kein betrieblicher Ausbildungsplatz gelingt, weist das AMS auf Alternativen hin. Besonders genannt wurde die Überbetriebliche Lehre, die mit einem anerkannten Lehrabschluss abschließt und eine praxisorientierte Route in das Berufsleben bieten kann. Die Agentur empfiehlt daher eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Beratung, um passende Wege zu identifizieren.
Für die Region Horn haben diese Entwicklungen mehrere konkrete Folgen: Betriebe könnten künftig Mühe haben, offene Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbenden zu besetzen, wenn Angebot und Nachfrage thematisch auseinanderklaffen. Zugleich besteht für Jugendliche die Chance, durch gezielte Beratung und flexiblere Ausbildungswege doch noch in gefragte Handwerksberufe einzusteigen. Gemeinden und Bildungsträger sind gefordert, Information und Beratung auszubauen, damit Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung gelingen.
Das AMS Horn will laut seinen Angaben aktiv vermitteln und eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammenarbeiten, um die Zahl der erfolgreichen Lehrvertragsabschlüsse zu erhöhen. Junge Menschen werden ermuntert, sich frühzeitig beim AMS vorzumerken zu lassen, damit notwendige Schritte — etwa Vermittlung, Bildungsmaßnahmen oder Informationen zu Alternativangeboten — rechtzeitig gesetzt werden können.