Erneuter Berufseinstieg in Traiskirchen
In Traiskirchen hat Ende August eine Frau aus dem Bezirk Neunkirchen eine Lehrausbildung zur Orthopädieschuhmacherin begonnen. Die Entscheidung fiel nach einer Berufsumorientierung und mit Unterstützung des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums (BBRZ), das am Standort Wiener Neustadt Menschen begleitet, die ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können.
Die angehende Lehrling hat zuvor eine Ausbildung zur Ledergalanteristin abgeschlossen und später im Schulbereich gearbeitet. Weil sie ihren früheren Beruf nicht mehr ausüben kann, suchte das BBRZ nach einer zukunftsträchtigen Alternative und empfahl die Lehre in einem Handwerksberuf, für den aktuell Fachkräfte benötigt werden.
Praktikum und Beginn der Lehre
Vor dem Beginn der Ausbildung absolvierte sie Praktikumstage bei Doris Wagner in Traiskirchen, um abzuklären, ob Beruf und Betrieb zusammenpassen. Ende August trat sie dann die Lehre an. Parallel zur praktischen Ausbildung nimmt sie am ICDL teil, dem internationalen Computerführerschein, und wird weiterhin vom BBRZ begleitet. Ziel ist ein erfolgreicher Einstieg in den Arbeitsmarkt.
- Ausgangslage: frühere Ausbildung zur Ledergalanteristin, später Tätigkeit im Schulbereich
- Begleitung: BBRZ Wiener Neustadt unterstützt mit Neuorientierung und Weiterbildung
- Praxis: Praktikum bei Doris Wagner in Traiskirchen vor Lehrbeginn
- Zusatzqualifikation: ICDL-Programm läuft parallel zur Lehre
Die neue Lehrling beschreibt ihren Start mit einem klaren Blick auf Lernen und Erfahrung: "Ich finde es extrem spannend, ich lerne sehr viel." Sie räumt ein, Hilfsmittel zu nutzen: "Ich verwende Schummelzettel, ich schreibe mir alles auf. Man merkt sich die Sachen nicht mehr so schnell wie mit 17." Gleichzeitig betont sie den Gewinn durch das Team: "Außerdem habe ich lauter kompetente Kollegen, die ich fragen kann."
"Ich finde es extrem spannend, ich lerne sehr viel."
Handwerk, Kundenkontakt und Vielfalt der Aufgaben
Die angehende Orthopädieschuhmacherin bringt bereits Erfahrung im Umgang mit Leder mit. Neu sei für sie der Arbeitsablauf, bei dem zunächst weniger exakt gearbeitet, später dafür mehr geschliffen werde. Der Beruf umfasst sowohl handwerkliche Fertigkeiten als auch den direkten Umgang mit Kundinnen und Kunden, etwa beim Maßnehmen.
Sie hebt die Vielseitigkeit des Berufs hervor: Es gebe zahlreiche verschiedene Fehlstellungen, die jeweils unterschiedliche Lösungen erfordern. Die Lehrzeit bietet daher sowohl manuelle Arbeit am Material als auch beratende Tätigkeiten im Kundenkontakt.
| Aspekt | Bemerkung |
|---|---|
| Vorherige Ausbildung | Ledergalanteristin |
| Begleitung | BBRZ Wiener Neustadt |
| Praxisbetrieb | Doris Wagner, Traiskirchen |
| Zusatzqualifikation | ICDL (Computerführerschein) |
Bedeutung für den lokalen Arbeitsmarkt
Die Geschichte steht exemplarisch für eine zunehmende Nachfrage nach Fachkräften im Bereich orthopädischer Schuhtechnik und für die Bedeutung von Umschulungen und beruflicher Rehabilitation. Das BBRZ bietet in diesem Zusammenhang maßgeschneiderte Unterstützung, etwa durch Eignungsprüfungen, Vermittlung von Praktikumsplätzen und Zusatzqualifikationen wie den ICDL.
Für Traiskirchen und die umliegenden Bezirke ist der Fall ein Zeichen dafür, dass Berufswege nicht am Altersübergang enden müssen. Die Kombination von praktischer Werkstattarbeit, direktem Kundenkontakt und technischer Weiterbildung eröffnet älteren Arbeitsuchenden konkrete Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Die Lehrling zeigt, dass Erfahrung, Lernbereitschaft und gezielte Förderung durch Institutionen wie das BBRZ einen erfolgreichen Neustart ermöglichen können. Beobachterinnen und Beobachter vor Ort sehen in solchen Projekten eine wichtige Säule, um Fachkräfte zu sichern und Betroffenen neue Perspektiven zu eröffnen.