Stadt reagiert auf Waldstress durch anhaltende Hitze
Die Marktgemeinde Baden hat als Vorsorgemassnahme einzelne Ruhebänke an exponierten Plätzen in den Wäldern entfernt und Absperrungen eingerichtet. Grund sind die andauernde Hitze und die damit verbundene Trockenheit, die insbesondere Buchen auf sonnigen Standorten erheblich belasten und zu Astabbrüchen führen kann. Betroffen sind unter anderem Bereiche am Sonnenberg, Schartenfels und Martinsberg in Baden sowie der Geissberg in Ennetbaden.
In einer Mitteilung weist die Stadt darauf hin, dass die Vegetation unter Stress stehe und einzelne Baumindividuen sogar absterben könnten. Das Stadtforstamt überprüfe die Lage regelmässig, könne aber nicht jeden Baum einzeln kontrollieren. Deshalb sei es wichtig, dass Besucherinnen und Besucher Warnschilder und Absperrungen beachten und ihre eigene Verantwortung wahrnehmen.
„Wir können nicht jeden Baum im Wald kontrollieren. Deshalb ist bei diesem Extremwetter auch die Eigenverantwortung der Waldbesuchenden wichtig“, sagte Stadtoberförster Georg von Graefe.
Langfristige Folgen und Anpassung der Wälder
Das Ausmass der Schäden werde erst im Frühjahr 2027 deutlich sichtbar sein, so die Stadt. Die aktuelle Trockenheitsperiode zeige zugleich, wie dringend eine langfristige Anpassung der Wälder an den Klimawandel sei. In diesem Zusammenhang verweist die Gemeinde auf das Projekt „Klimawaldinseln“ und die Notwendigkeit, vermehrt klimafitte Baumarten zu pflanzen.
Bereits heute mache derartige Baumarten rund 40 Prozent des Bestands in den Badener Wäldern aus, nennt die Stadt als Wert. Als Beispiele für „klimafitte“ Arten werden Edelkastanien, Orientbuchen und Atlaszedern angeführt. Diese Arten seien an wärmere und trockenere Verhältnisse angepasst, wie sie in den kommenden Jahrzehnten häufiger auftreten könnten.
Für Waldbesucher: Hinweise und Verhaltensempfehlungen
Das Stadtforstamt empfiehlt folgende Verhaltensregeln:
- Absperrungen und Hinweistafeln nicht überschreiten.
- Wanderwege nur in ausgewiesenen Bereichen benutzen.
- Achtsamkeit bei windigem Wetter – Abstand zu alten oder geschädigten Bäumen halten.
- Hunde an der Leine führen, um unkontrolliertes Betreten gesperrter Flächen zu vermeiden.
Die Massnahme, Ruhebänke vorübergehend zu entfernen, ist ausdrücklich als Sicherheitsvorkehrung gedacht. Exponierte Sitzgelegenheiten würden im Zweifel Aufenthalt unter gefährdeten Kronen begünstigen, heisst es aus der Stadtverwaltung.
Übersicht betroffener Standorte und Maßnahmen
| Standort | Problem | Aktive Massnahme |
|---|---|---|
| Sonnenberg (Baden) | Stark geschädigte Buchen, Astbruchgefahr | Ruhebänke entfernt, Teilflächen gesperrt |
| Schartenfels (Baden) | Exponierte Waldränder, Trockenstress | Hinweisschilder, Überwachung durch Stadtforstamt |
| Martinsberg (Baden) | Buchen betroffen | Absperrungen, regelmäßige Kontrollen |
| Geissberg (Ennetbaden) | Trockenheitsfolgen an exponierten Flächen | Hinweisschilder, Besucheranweisungen |
Die Stadt betont, dass die Kontrolle der Waldbäume dauerhaft Teil der Forstverwaltung sei, gleichzeitig aber Grenzen habe. Die jetzigen Schutzmassnahmen dienen dazu, akute Gefahren zu minimieren und die Zeit bis zu einer sichtbaren Bestandsentwicklung zu überbrücken. Für die Bevölkerung bedeutet das veränderte Nutzungsbedingungen im Naherholungsraum – insbesondere an beliebten Aussichtspunkten und Rastplätzen.
Langfristig werde die Pflanzung klimafitter Baumarten als wichtiger Beitrag zur Resilienz der Wälder angesehen. Die Stadtverwaltung will das Thema im Rahmen bestehender Forstprojekte weiterverfolgen und die Bevölkerung über notwendige Schritte informieren.
Für Rückfragen hat das Stadtforstamt die Bevölkerung gebeten, die offiziellen Informationskanäle der Gemeinde zu beachten.